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02. April 2012

Anti-Kapitalismus-Demo in Frankfurt: Mehr als eine Million Euro Schaden nach Krawallen

 Von Georg Leppert und Hanning Voigts
Nicht nur Fensterscheiben gehen am Samstag bei der Anti-Kapitalismus-Demo zu Bruch.  Foto: Michael Schick

Nach den Ausschreitungen bei der Demonstration gegen den Kapitalismus beginnt in Frankfurt das große Aufräumen. Verwüstungen sind in der gesamten Innenstadt zu sehen, die Polizei wertet Videomaterial zum Nachweisen von Körperverletzungen aus.

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Die Spuren der Randale sind auch am Montagmorgen noch zu sehen. Ein Arbeiter fegt vor dem Buchladen der Europäischen Zentralbank Scherben zusammen, sein Kollege wischt Glassplitter von der Überdachung herunter.

An den Wänden und auf dem Boden sind immer noch schwarze und braune Farbspritzer zu sehen, auch die Schaufenster des Ladens sind bunt besprenkelt. Neugierige Passanten beobachten die Szene, ein Radfahrer wechselt schwankend die Straßenseite. „Vorsicht, Glas!“, ruft er seinem Bekannten zu, der direkt hinter ihm fährt.

Auf mehr als eine Million Euro schätzt die Polizei den Sachschaden, der bei den Krawallen am Samstag entstanden ist. Zersplitterte Scheiben, eingetretene Türen, zerstörte Abfallbehälter… Verwüstungen gibt es in der gesamten Innenstadt.

Unterdessen teilt ein Polizeisprecher gute Neuigkeiten von seinem Kollegen mit, der bei der Demonstration gegen den Kapitalismus schwer verletzt wurde. Ihm gehe es besser, „er ist soweit stabil“. Dennoch liege der Beamte, der als Communicator eingesetzt war, noch auf der Intensivstation.

Vor allem der Überfall auf ihren Kollegen ist es, der den Landesvorstand der Gewerkschaft der Polizei (GdP) am Montag in Rage versetzt. Der Polizist sei „von mehreren Autonomen heimtückisch und auf brutalste Art und Weise angegriffen“ worden, heißt es in einer Mitteilung der GdP. „Noch auf dem Boden liegend haben die Chaoten ihn weiter zusammengetreten und mit einer unbekannten Chemikalie ins Gesicht gesprüht.“ Peter Wittig, Mitglied im Landesvorstand, forderte die Politik „unmissverständlich auf, Maßnahmen zu ergreifen, um solche Chaos-Orgien schon im Vorfeld zu verbieten“.

Die juristische Aufarbeitung der Straßenschlachten dürfte länger dauern. Derzeit ermittelt die Polizei gegen 465 Demonstranten, die am Samstag festgenommen wurden. Ihnen wird unter anderem Landfriedensbruch und Sachbeschädigung vorgeworfen. Ob sich durch das von der Polizei aufgenommene Videomaterial auch Körperverletzungen nachweisen lassen, blieb am Montag offen. Womöglich werden sich die Ermittler auch im Videoportal Youtube umschauen. Dort finden sich mittlerweile mehrere Clips, auf denen Auseinandersetzungen in der Innenstadt zu sehen sind.

Fest steht, dass die Krawallmacher aus dem gesamten Bundesgebiet kamen. „Die sind aus Berlin, Hamburg, Göttingen, sogar aus dem französischen Grenzgebiet angereist“, so ein Polizeisprecher. Doch auch Frankfurter Autonome hätten bei der Randale kräftig mitgemischt.

Das Bündnis, das zur Demonstration aufgerufen hatte, kritisiert die Polizei für ihr Vorgehen. „Die Würfe mit Farbbeuteln und Steinen auf Gebäude können wir in Anbetracht der immer brutaler werdenden sozialen Bedingungen nachvollziehen“, sagte Bündnissprecher Leo Schneider. Das Verletzen von Menschen sei aber „nicht Ziel unserer Politik“.

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