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Frankfurt
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26. Januar 2015

Anti-Pegida Frankfurt Ticker: Der Abend, an dem Pegida scheiterte

 Von  und 
"Pegida"-Anhänger am 26. Januar umringt von Gegendemonstranten an der Katharinenkirche.  Foto: Monika Müller

12.000 Menschen stehen auf dem Frankfurter Römerberg für ein weltoffenes Frankfurt +++ An der Hauptwache gehen hundert Pegida-Leute unter bei 4500 Gegendemonstranten +++ Heidi Mund spricht und schreit wirres Zeug +++ Pegida verzichtet auf Schweigemarsch +++ Der Ticker.

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19.40 Uhr: beendet jetzt die Kundgebung. Heidi Mund kündigt an, man wolle nächste Woche wiederkommen.

19.37 Uhr: Heidi Mund endet mit den Worten: bis zum nächsten Mal!

19.33 Uhr: Gerade erst gesehen: Neben Stefan Jagsch (NPD) ist auch ein zentraler Kader der "Nationalen Sozialisten Rhein-Main" bei

19.27 Uhr: Es bewegt sich nicht mehr viel. Es redet einer, von ihm versteht man gar nichts. Eintracht-Fahnen wehen im Nachthimmel. Raus aus Frankfurt, rufen die Gegendemonstranten. Fast diabolisch klingt die Stimme von Heidi Mund, die erwidert: Wir kommen wieder!

19.25 Uhr: Gegenstände aus der Menge fliegen in Richtung Pegida.

Demonstranten am Römer.  Foto: dpa

19.11 Uhr: Vermutlich kommen viele vom Römer zur Hauptwache. Es wird immer voller. Heidi Mund findet es blamabel, dass auch ältere Leute bei den Demonstranten sind. Sie beschwert sich über Tomaten. Muslimische Kinder essen Salami und hätten Angst. Es wird immer wirrer. Sie schreit gegen Pfiffe an und schimpft auf den Sozialismus. Jetzt erzählt sie von beschnittenen Mädchen. Und ruft nach Gesetz und Frauenrechtlerinnen. Also Heidi Mund wird immer hysterischer.

19.08 Uhr: Heidi Mund spricht und schreit, dass sie Deutschland liebt. Die Linke sei die Nachfolgeorganisation der SED und der Bürgermeister steht bei den Kommunisten. Sie fühlt sich von den Linksradikalen verfolgt, man versteht sie kaum, aber sie beschwert sich, dass man sie als Rechte beschimpft. Jetzt erzählt sie, dass sie ihre Ausbildung mit Auszeichnung abgeschlossen hat. Nie wieder rot, schreit sie und: Wir sind das Volk. Es folgt ein Pfeifkonzert, versteht sie nicht mehr.

Heidi Mund pricht unter Gegröle und Pfiffen.

19.06 Uhr: Die Intendantin spricht. Das erinnert an Auschwitz - Sie ist froh über die Vielfalt der Stadt. Die ersten gehen schon. Es fängt auch wieder an zu regnen.

19.00 Uhr: Die Polizei teilt mit, dass ein Polizist durch einen Stuhlwurf leider leicht verletzt wurde. Sie müssen nun Helme aufsetzten. Sie fordern auf, das Steinwerfen zu unterlassen.

18.55 Uhr: Die Pegida-Anhänger sind auf etwa 100 angewachsen. Jetzt beginnen sie mit ihrer Kundgebung, die halten mit Rufen und Pfiffen dagegen.

18:45 Uhr: Neue Zahlen der Polizei: An der Hauptwache demonstrieren mehr als 3000 Menschen gegen etwa 60 Pegida-Anhänger. Am Römer sind etwa 10.000 Demonstranten.

18:38 Uhr: Unter Pfiffen kämpfen sich ein paar weitere Pegidas zu den Deutschlandfahnen vor.

18:35 Uhr: Gerade wurden wieder Eier und zwei Flaschen auf Pegida geworfen. Die Stimmung ist aufgeheizt.

18:30 Uhr: Die Polizei nimmt zwei Personen im Sandweg fest, nachdem sie Steine auf Polizisten geworfen haben.

18:30 Uhr: Es sind geschätzte 50 Pegidas. Sie schwenken Deutschland-Fahnen. Die Leute sind ziemlich eingekesselt in einer Ecke an der Kirche. Man hört nichts von ihnen. Die Polizei weist darauf hin, doch keine Steine oder Ähnliches zu werfen. Parallel läuft ein Hörspiel zu Stalingrad. Ist wohl eine Kunst-Aktion. Und immer wieder hört man "Haut ab"-Rufe.

18:22 Uhr: Pegida verzichtet nach Informationen der Polizei auf den angemeldeten Schweigemarsch.

18:16 Uhr: Es bewegt sich gerade nichts, jede Menge Polizei, viele gehen Richtung Römer.

18:15 Uhr: Die Polizei mahnt via Twitter zur Ruhe. Die Demonstranten sollen demnach Böllerwürfe und das Werfen von Gegenständen auf Polizisten unterlassen.

18:10 Uhr: Jetzt ist auch Pegida-Organisatorin Heidi Mund da. Pegida sind jetzt etwa 40-50 Leute, sie schwenken Fahnen von Deutschland, England und Israel.

18:06 Uhr: Auf dem Römer sind rund 8.000 Menschen, meldet die Polizei.

18:03 Uhr: Soeben ist Stefan Jagsch, Vorsitzender der hessischen NPD, bei Pegida eingetroffen. Inzwischen rund 25 Teilnehmer.

17:59 Uhr: Die Polizei marschiert auf mit Helm und Schild, sie scheinen den Platz von hinten räumen zu wollen - hinter der Katherinenkirche. Die Glocken läuten in jedem Fall . Alles ist sehr unübersichtlich.

17:53 Uhr: Nach Angaben der Polizei befinden sich 12 Pegida-Demonstranten und mehr als 1500 Gegendemonstranten an der Hauptwache.

17:47 Uhr: Die Polizei Frankfurt berichtet auf Twitter von Tischen und Stühlen, die an der Hauptwache geworfen wurden. "Vereinzelt musste die Polizei kurzfristig auch den Schlagstock einsetzen", heißt es.

17:46 Uhr: Jetzt geht es wohl bald los, die Polizei zieht die Helme auf. Wüsste nicht, wo die sich hier versammeln wollen. Die Polizei fordert die Leute auf, keine Gegenstände auf Polizeibeamte zu werfen. Man solle sich von Chaoten distanzieren. Es sind viele verschiedene Gruppen, Juso, auch Antifa. Vielleicht sind es 500?

17:35 Uhr: Es wird lauter. Und es regnet nicht mehr. Eben hat es geknallt, manche Leute sehen so aus, als wollten sie zu Pegida. Von den Offiziellen ist noch keiner da, auch Heidi Mund nicht.

17:30 Uhr: Erste der bisher knapp 15 Pegida-Teilnehmer geben TV-Interviews. Unter den Gegendemonstranten wird es plötzlich sehr laut.

Gegendemonstranten an der Hauptwache in Frankfurt.  Foto: REUTERS

17:15 Uhr: Vor den E-Kinos scheint es Tumult zu geben. Vereinzelte "Haut ab" Rufe ertönen. Es sind wohl eher 200 Leute.

17:06 Uhr: Es passiert nicht viel, außer dass es regnet. Die Polizei sucht einen Verantwortlichen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Bisher fühlt sich niemand verantwortlich. Ganz ordentliches Polizeiaufgebot.

16:59 Uhr: Bisher haben sich zirka hundert Leute vor der Katherinenkirche versammelt. Man sieht nur Regenschirme.

Viele Menschen, die Leute stehen bis zum Paulsplatz. Alles ist friedlich, keine Polizei. 10.000 Tausend könnten es durchaus sein. Trotz des Wetters - erstaunlich. Viele Friedensfahrten, auch musikalische Begleitung.

16:52 Uhr: Erster Eindruck von der Hauptwache: Kundgebungsplatz von Pegida ist eingegittert. Viel Polizei und viele Gegendemonstranten stehen im Frankfurter Schneeregen.

15.05 Uhr: Hessens Grüne erwarten von der Frankfurter Protestaktion ein klares Signal gegen Rassismus und die Parolen von Pegida. Frankfurt sei eine internationale Stadt und Hessen wie kaum ein anderes Bundesland von Vielfalt geprägt, sagt Landeschef Kai Klose in Wiesbaden. "Wir werden nicht zulassen, dass der Frankfurter Ableger von Pegida, der ebenfalls heute demonstriert, das Bild dieser Stadt und unseres Bundeslandes prägt."

14.30 Uhr: In der SPD-Spitze gibt es einen offenen Dissens über den Umgang mit Anhängern der Pegida-Bewegung. Generalsekretärin Yasmin Fahimi bleibt bei Ihrer Aussage aus einem Interview der Frankfurter Rundschau, dass sie Gespräche mit Sympathisanten des islamkritischen Bündnisses ablehnt: "Wer mündig ist, trägt Verantwortung für seine Taten und dafür, wem er hinterherläuft. Deswegen möchte ich in keinen Dialog treten mit Leuten, die Stimmung schüren gegen Migranten, gegen Ausländer und gegen Andersdenkende. Ich stehe lieber an der Seite der vielen, vielen Menschen, die sich für Weltoffenheit und Toleranz einsetzen", hatte sie gesagt. SPD-Chef Sigmar hatte dagegen in Dresden Pegida-Anhänger getroffen. Die Bundesminister Thomas de Maizière und Ursula von der Leyen (beide CDU) unterstützen Gabriels Diskurs mit Pegida-Anhängern. CSU-Chef Horst Seehofer lehnt da ab.

Themenseite

Ressentiments gegen Moslems und Fremdenfeindlichkeit sollen in Frankfurt keinen Platz haben: Die Versuche, die "Pegida"-Bewegung am Main zu etablieren, stoßen auf Widerstand. Die Themenseite.

Der Linken-Vorsitzende Bernd Riexinger ermahnt Fraktionschef Gregor Gysi, sich im Umgang mit Pegida an die Parteilinie zu halten und auf Gespräche mit Anhängern der islamkritischen Bewegung zu verzichten: "Es bleibt dabei, die Linke redet nicht mit Bewegungen, die einen rassistischen, fremdenfeindlichen Charakter haben." Das habe der Parteivorstand einstimmig formuliert. Gysi sagte in N24, er würde es anders machen als SPD-Chef Sigmar Gabriel. "Man geht nicht als Privatmann zu so einer Veranstaltung hin, damit wertet man ja Pegida auf. Das ist falsch." Wenn Mitläufer ihn anschreiben würden und mit ihm reden wollen, dann lade er sie gerne ein. "Und dann müssen sie sich allerdings aber auch was anhören."

13.10 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will sich vorerst nicht wie Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) mit Pegida-Sympathisanten treffen. Auf die Frage, ob sie wie Gabriel persönlich mit Anhängern der islamkritischen "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" sprechen wolle, sagt Regierungssprecher Steffen Seibert, es gebe keine konkreten Planungen. Er betont, Merkel habe keinen Nachholbedarf an Bürgergesprächen. Sie spreche immer wieder mit Bürgern in verschiedenen Formaten.

Die Ausgangslage an der Hauptwache

Die Pegida-Gruppe erwartet an der Frankfurter Hauptwache einige Hundert Teilnehmer, auf Facebook haben bisher einige Hundert zugesagt. Es ist gut möglich, dass sich auch hessische Neonazis und andere Rechtsradikale unter die Demonstranten mischen werden – in den sozialen Netzwerken wird jedenfalls schon entsprechend mobilisiert. Heidi Mund hatte zudem im November vergangenen Jahres eine Rede beim Aufmarsch der rechtsradikalen „Hooligans gegen Salafisten“ in Hannover gehalten.

Linke Gruppen rufen in jedem Fall dazu auf, die Demonstration der Pegida zu stören und zu blockieren. „Wir werden nicht tatenlos zusehen, wenn Pegida am Montag durch Frankfurt läuft“, heißt es in einem im Internet verbreiteten Aufruf der Autonomen Antifa.

Man fordere alle dazu auf, sich „den RassistInnen direkt in den Weg zu stellen“. Die Frankfurter Polizei bereitet sich für alle Fälle schon auf Auseinandersetzungen vor.

Mehr dazu

Die Kundgebung auf dem Römerberg

Bis zu 10.000 Menschen werden auf dem Römerberg erwartet. Mehr als 150 Gewerkschaften, Institutionen und Verbände rufen zur Teilnahme auf - auch der Magistrat der Stadt Frankfurt. Unter anderen werden Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), Integrationsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne)und Selçuk Dogruer vom Rat der Religionen als Redner erwartet. Bei besonders großer Beteiligung ist bereits geplant, die Kundgebung auf den Paulsplatz auszuweiten.

Die Polizei rechnet damit, dass es bei der Pegida-Demonstration in Frankfurt zu Auseinandersetzungen zwischen Pegida-Anhängern und linksorientierten Gruppen kommt.

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