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09. März 2015

Anti-Pegida Frankfurt Ticker: Schwere Auseinandersetzungen in der Innenstadt

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Am 10. Februar demonstrieren rund 500 Menschen gegen einen erneuten Aufmarsch von "Pegida".  Foto: FR

Schwere Auseinandersetzungen in der Innenstadt nach friedlichem Protest von 1000 Menschen. +++ Die B-Ebene der Hauptwache ist erneut abgesperrt. +++ Heidi Mund kündigt an, dass Pegida wiederkommen wird. Allerdings erst am 22. März. +++

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Die Ereignisse des Abends im Rückblick.

22.45 Uhr: Ergänzung: Nach dem friedlichen Protest vor der Katharinenkirche kam es zu Ausschreitungen, als Pegida auf ihrem Marsch Richtung Willy Brandt-Platz besteht. Die Polizei hatte alles zwar weiträumig abgesperrt, aber es ist einigen Demonstranten gelungen, Gegenstände Richtung Pegida und Polizei zu werfen. Die Polizei hat Schlagstöcke und Pfefferspray eingesetzt. Dazu ist zu sagen, dass schon vorher die Polizei Videoaufnahmen machte, als es hierfür keinerlei Anlass gab und die Hauptwache abgeriegelt hatte, als gäbe es eine Terrordrohung. Der Aufzug war völlig überzogen.

21:45 Uhr: In der Innenstadt kommt es zu schweren Auseinandersetzungen. Es sind nicht nur Steine, sondern auch Fahrräder auf die Polizei geworfen worden.

20:05 Uhr: Die komplette B-Ebene ist abgesperrt. Ist wieder kein Wegkommen. Auseinandersetzungen zwischen Anti-Pegida und Polizei sind bisher ausgeblieben.

19:50 Uhr: Plötzlich Sprachlosigkeit. Jetzt Heidi Mund. Sie wurde wohl von der Polizei gebeten, sich nicht zu viel zu bedanken. Dafür kündigt sie Gesang an. Die Nationalhymne. Heidi Mund stimmt die erste Strophe an, die Pegidas Stimmen mit ein. Niemand nimmt ihr das Mikro ab. Ihre Schwächen hat sie in den hohen Tönen. Nächsten Montag fällt Pegida aus, sagt Heidi Mund. Dann singt sie: "wieder wieder, wir kommen wieder"  nämlich am 22. März. Das sollte es gewesen sein.

19:41 Uhr: "Der Geist ist aus der Flasche, er wird nie wieder zurück gehen." Jetzt redet einer von verschleudertem Steuergeld. Es ist eine erstaunliche Themenvielfalt.

Krawalle

Lesen Sie auch unsere ausführlichen Informationen zum Verlauf der Krawalle am Abend.

19:30 Uhr: Heidi Mund fragt, warum die "Moslems auf unserem Flughafen Gebetsräume haben mit feuerfesten Türen?" "Wegen Leuten wie euch" bekommt sie als Antwort. Applaus für Heidi und Widerstandsgeist für das Christentum. Jesus habe eine wunderbare Ideologie über die Menschheit gebracht - im Gegensatz zu Mohamed. "Jesus, klasse gemacht". "Es gibt kein recht auf Nazipropaganda" schallt es. "Euch müsste man mal in einen islamischen Staat schicken." Jetzt wanzt sich der Redner an die Polizei an. "Wer die Polizisten angreift, der greift Deutschland an. Wir wissen, dass viele Polizisten Sympathien für uns haben."

Die B-Ebene der Hauptwache wird erneut gesperrt.  Foto: FR

19:20 Uhr: Der Redner spricht von gesundem Menschenverstand und Grips. Sie seien die Gallier, die die römischen Legionären in die Flucht schlagen. "Wir sind stark, wir sind kräftig, wir sind mächtig." Jetzt kommt Beate aus Leipzig, sie erzählt wie es war, in der DDR auf die Straße zu gehen. Man versteht nicht viel, aber immerhin: "es ist heute wie damals" schön, und: "Applaus für Beate "

19:10 Uhr: Was Pegida will? Werte, Familie, gut erzogene Kinder. All das werde von der Islamisierungen bedroht. Pegida, das seien "die Helden der Deutschen". Heidi Mund kommt mal wieder zu Wort. Mit einem Koffer sei sie von Ostdeutschland in den Westen gegangen und was sei aus dem Land geworden? Sie kommt in Fahrt: "ein Unrechtsstaat, es ist Schande, eine Schande". "Schämt euch". Es wird immer wirrer. Der Redner vergleicht Pegida mit der Weißen Rose. Und fordert Applaus für "die mutige Kämpferin Heidi". Heidi sei aus dem Holz einer Sophie Scholl geschnitzt. Nazis raus, entgegnen die Anti-Pegidas.

19:00 Uhr: Jetzt geht es gegen homosexuelle. "Ich habe gar nix gegen Schwule. Ich will nur nicht, dass Kindern die Heterosexualität ausgetrieben werden soll". Das haben nämlich die grünen Bildungspolitiker vor. Er regt sich fast noch mehr über die "Gefahr der Homosexualität" auf, als über den Islam. Die richtige Erziehung beginne schon im Kindergarten. Aber, so der Mann weiter, das kenne man ja von den Grünen - um den Bogen zu schlagen zu Mohamed , der eine sechsjährige geheiratet habe. "Wollen wir das? Nein". Der hat sein Thema gefunden .

Die Gegendemonstranten sind mit Transparenten ausgestattet.  Foto: FR

18:55 Uhr: Der Typ schreit "wir sind das Volk". Jetzt kommt der nächste: Hallo Frankfurt, hallo Deutschland. Der Mann behauptet: "wir sind die Mehrheit", nun, heute Abend sicherlich nicht. Um die 1000 stehen 50 Pegidas gegenüber. Dazwischen nochmal mehrere hundert Polizisten. Er regt sich über den Flughafen auf, die unterschätzte Gefahr. Das sei das gleiche mit den Politikern, die unterschätzten die Gefahr des Islam auch. "Ihr seid genauso im Visier des Islam wie wir. Ihr habt das nur nicht begriffen." Ohrenbetäubendes Pfeifen und Trommeln.

18:45 Uhr: Die Polizei weist darauf hin, dass zu ihrem Schutz Video-Aufzeichnungen gefertigt werden. Es sind ein paar Gegenstände geflogen. Währenddessen plärrt der Redner ins Mikro und erzählt von "Moslems die nach zwanzig Jahren kein Deutsch sprechen". "Die wollen nicht, die wollen nicht! "

18:41 Uhr: Heidi Mund spricht dazwischen. Sie findet, dass sich alle Anti-Pegidas schämen sollen. Und: "die Stimmung ist total klasse hier". Die Polizei zieht die Helme auf. Jetzt schreit einer ins Mikro, er wolle den Abend "total Deutsch" . Vermutlich ist das der Mann aus Bayern. Man versteht wenig. Ein Coup der Partei: Sie haben es wohl in Deutschlandfahnen eingewickelt hinter die Absperrung geschafft und ein Partei-Schild hochgehalten. Nach kurzem Gerangel ist die Polizei eingeschritten.´

18:35 Uhr: Heidi Mund legt los. Sie will heute "die Bude" rocken. Sie steht heute hier für den Erhalt "unseres" Vaterlandes. Jetzt stellt einer die Redner vor. Wieder bedankt sich einer, der dort steht, um sein Land zu retten. Und er sagt, er habe heute noch keinen Nazi gesehen. Jetzt spricht einer, der sagt sein Vater sei Syrer, seine Mutter Sozialistin, das sei wohl einfach Pech für ihn. Die Anti-Pegidas rufen: "Halt die Fresse."

18:27 Uhr: Polizei weist eine Frau mit Kind darauf hin, dass das wohl nicht die richtige Veranstaltung für sie sei. Da müsse ja nur ein Böller fliegen. Daneben steht ein Landtagsabgeordneter der Linken, die Frau lässt sich nicht beirren. Auch das Kind hat ein Recht auf Protest. Ist auch alles noch äußerst friedlich.

18:22 Uhr: Heidi Mund hat gerade gesprochen, ein ohrenbetäubender Lärm ertönt. Die Leute rufen "Nazis raus" und "haut ab". Die ersten wickeln sich hinter der Absperrung in Deutschlandfahnen ein. Und schwenken die German Defense-Fahne.

Bis haben sich ungefähr 50 Pegida-Anhänger versammelt.  Foto: FR

18:17 Uhr: Eine Frau verteilt Zettel mit den Standorten der Blokadepunkte. Es werden in der Tat immer mehr Leute und es wird langsam auch lauter.

18:10 Uhr: Eine Durchsage weist darauf hin, dass es verschiedene Mahnwachen gibt. Überall an strategisch wichtigen Orten haben Gruppen ( u.a. die Linke, Frauengruppe, Antifa) Mahnwachen angemeldet. Damit soll verhindert werden, dass Pegida in großem Rahmen marschiert. Jetzt dürften es um die 500 sein.

18:08 Uhr: Ein Redner erzählt, dass der Zentralrat der Juden vermehrt auf antisemitische Übergriffe seit Pegida aufmerksam macht. Ein anderer stellt das Polizeiaufgebot in Zusammenhang mit Polizeistaat und fordert die Polizei auf, illegale Kameraaufzeichnungen zu unterlassen.

18:00 Uhr: Die Polizei erklärt Touristen das Polizeiaufgebot und bittet um Verständnis. Es werden etwas mehr Menschen. Es sind hauptsächlich junge Leute, aber auch Gewerkschafter: Verdi, IG Metall. Im Eckchen stehen bereits die ersten Pegidas. Um die zehn bisher.

An der Hauptwache versammeln sich wieder Gegendemonstranten.  Foto: FR

17:50 Uhr: Pegida hat ein Schild aufgehängt, dass hinter der Absperrung hängt und quasi von der Polizei bewacht wird: " wir bekämpfen den Islam, eine menschenverachtende Ideologie, ihr aber bekämpft Menschen ... Ihr tretet, schlagt usw. Ihr seid die waren Nazis". Vor kurzem hatte Heidi Mund noch behauptet, es gäbe keine Nazis mehr. Die seien alle gestorben.

17:45 Uhr: Ein Demonstrant meint, es stelle sich nur noch die Frage, wer hier wen aussitzt. In der Tat sieht es so aus, als würde der Protest weniger. Dabei hat Pegida heute einen Gastredner: Michael Stürzenberger. Der ist Mitglied bei den Rechtspopulisten "die Freiheit" und Autor der rechten Seiten Politically Incorrect. Der Mann machte von sich reden, als er dort forderte, alle Muslime, die ihrem Glauben nicht abschwören, ausweisen zu wollen. Ein amtlicher Islamhasser.

17:30 Uhr: An der Hauptwache ist schon einiges los. Massives Polizeiaufgebot. Aus den Lautsprechern schallt Musik. Die Leute sitzen in der Sonne, alle sind bester Laune - bei dem schönen Wetter. Die Polizei mischt sich in Gruppen unter die Demonstranten. Bisher haben sich etwa 200 Gegendemonstranten versammelt.

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