Für Apple-Produkte stehen die Kunden Schlange, warten bei einer Produktpremiere stundenlang. Die ersten, die dann in die Läden dürfen, laufen an scheinbar begeisterten Mitarbeitern vorbei, die strahlen und klatschen und Jubel-Stimmung verbreiten. Solche Szenen mag der Elektronikriese.
Was es aber wirklich heißt, für Apple zu arbeiten, zeigen Meldungen von Verdi. Laut „Spiegel“ beklagen die Mitarbeiter schlechte Bezahlung, Lärm und Dauerstress. Alles überlagert von einer „Diktatur der guten Laune“. Urlaubs- und Weihnachtsgeld gebe es ebensowenig wie Tariflöhne.
Einige stehen seit dem Nachmittag des Vortages vor dem Apple Store in der Frankfurter Fressgass. Sie wollen nur das eine: das neue iPhone 5. Hunderte Apple-Fans warten, die Schlange reicht bis fast zur Alten Oper.
Foto: Martin WeisIn Frankfurt gründet die Belegschaft nun einen Betriebsrat, im Dezember werden die Wahlen stattfinden. Die Belegschaft habe den Zeitplan festgelegt, sagte ein Verdi-Vertreter in Frankfurt. Mit dem Betriebsrat sollen die Interessen besser vertreten werden können, dabei gehe es um die Arbeitszeiten, die Freizeitplanung und den Gesundheitsschutz, sagte der Verdi-Vertreter weiter.
Das Team des Apple Store folgt den Kollegen aus dem Münchner Pendant, das bereits seit Februar einen Betriebsrat hat. Auch dort war von ständigen Überstunden, einem hohen Lärmpegel und einem großen Leidensdruck die Rede. Allerdings folgte Apples erste Betriebsratschefin Deutschlands dem Beispiel ihres Arbeitgebers und - schwieg, sowohl zu den Vorwürfen von Verdi als auch dazu, was der Betriebsrat vorhabe.
Derzeit gibt es zehn Filialen, in Berlin soll auf dem Kurfürstendamm bald Nummer elf eröffnen. Möglich ist nun auch ein Gesamtbetriebsrat für alle Stores. Weltweit betreibt Apple 350 Filialen.
Bilder einer Vorstellung: Apple zeigt in San Francisco sein neues Smartphone. Nicht nur das Gerät, auch das Event ist für Apple-Fans Kult.
Foto: REUTERSAus den USA war im Juni 2012 von einer Lohnerhöhung berichtet worden, nach einer internen, anonymen Umfrage sei der Stundenlohn in den USA um vier Dollar gestiegen, berichtete ein US-Magazin. Im Mai 2010 war die Apple Retail Workers Union (ARWU) an die Öffentlichkeit gegangen, weil es viel Stress, geringe Löhne und kurze Arbeitszeiten gebe.
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