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02. November 2012

Ausbeutung Europaviertel: Rumänen fahren nach Hause

 Von Lukas Gedziorowski
Ihr Protest hat sich ausgezahlt: Die rumänischen Bauarbeiter haben ihr Geld erhalten.  Foto: Martin Weis

Der Alptraum ist für die rumänischen Bauarbeiter zu Ende. Sie haben ihre ausstehenden Nettomindestlöhne für ihre Arbeit im Europaviertel erhalten und sind auf dem Weg in ihr Heimatland.

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Der Protest der rumänischen Bauarbeiter hat sich ausgezahlt: Eine Woche nach ihrer Mahnwache im Europaviertel haben die 13 Männer am gestrigen Freitagvormittag ihre ausstehenden Nettomindestlöhne bekommen und die Heimfahrt angetreten. Das gibt die Gewerkschaft IG BAU bekannt, die sich zusammen mit dem Generalunternehmer Dreßler Bau und dem Subunternehmer Atasoy auf die Zahlung von insgesamt 24.000 Euro für die gesamte Gruppe geeinigt hat. Zusätzlich wurden Reisekosten in Höhe von 2000 Euro an die Arbeiter ausgezahlt. Die Männer nahmen das Geld im Gewerkschaftsgebäude entgegen und stiegen am Mittag am Hauptbahnhof in den Bus nach Rumänien.

„Akt der Menschlichkeit“

Harald Kreutzberger, Verhandlungsführer der IG BAU, lobt die beiden Unternehmen für ihren „Akt der Menschlichkeit“: „Das ist nicht selbstverständlich, sondern großzügig“, teilt er in einer gemeinsamen Stellungnahme von Gewerkschaft und Dreßler Bau mit. „Wir hoffen, dass das Bekanntwerden dieses Vorfalls auch dazu beiträgt, Dumpinglöhne und illegale Beschäftigung weiter zu ächten und damit auch die Schmutz-Konkurrenz innerhalb des Baugewerbes zu verringern.“

Die Firma Dreßler Bau, Generalunternehmer auf der Baustelle für das Luxuswohnhaus Nygards Park im Europaviertel, hatte der Firma Atasoy den Auftrag für einen Vollwärmeschutz des Gebäudes erteilt. Der Subunternehmer gab den Auftrag an einen weiteren Subunternehmer weiter, die Firma Borza. Diese soll versucht haben, „die Mindestlöhne im Baugewerbe über eine Scheinselbstständigkeit mit rumänischen Arbeitnehmern zu umgehen“, heißt es in der Stellungnahme von IG BAU und Dreßler Bau. Als der Fall bekanntwurde, verwies der Generalunternehmer die Firma Borza von der Baustelle. Diese weist die Vorwürfe zurück und behauptet, von der Firma Atasoy nicht bezahlt worden zu sein.

Leser zeigten Solidarität

Die Bauarbeiter hatten sich in der vergangenen Woche darüber beklagt, dass sie nach einem Monat Arbeit statt der ihnen versprochenen 1200 Euro pro Kopf nur 3000 Euro für die gesamte Gruppe bekommen hätten. Das entspreche einem Stundenlohn von 1,09 Euro. Die Rumänen suchten die DGB-Beratungsstelle „Faire Mobilität“ auf, die zusammen mit der IG BAU und dem Verein Mobifair die Mahnwache organisierte. Nachdem die Frankfurter Rundschau als erste Zeitung darüber berichtete, meldeten sich mehrere Leser und bekundeten ihre Solidarität mit den Arbeitern, darunter waren auch künftige Eigentümer der Wohnungen im Europaviertel sowie der Ortsbeirat 1.

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