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06. Dezember 2016

Ausstellung in Frankfurt: Lob für israelische Armee

 Von 
Bürgermeister Uwe Becker (l.) bei der Ausstellungseröffnung mit Orly und Rafael Herlich.  Foto: privat

Bürgermeister Uwe Becker (CDU) würdigt bei einer Ausstellungseröffnung das israelische Militär. Kritische Worte verliert er dabei nicht.

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Es ist eine Ausstellung, die zwiespältige Gefühle hervorruft. „Chayalim bodedim – Meine Reise in das israelische Militär“ hat der renommierte Fotograf Rafael Herlich sein jüngstes Projekt genannt. Es geht um junge Freiwillige aus aller Welt, auch aus Frankfurt, die sich zum Dienst in der israelischen Armee melden. Herlich hat sie fotografiert. Seine 21-jährige Tochter Orly, die als Frankfurterin selbst drei Jahre in der Armee diente, schrieb die Texte dazu.

Bei der Eröffnung der Schau im Ignatz-Bubis-Gemeindezentrum der Jüdischen Gemeinde sprach der Frankfurter Bürgermeister Uwe Becker (CDU) sprach ein Grußwort; er schrieb auch eines für das Buch zur Ausstellung. Becker lobt in seinem Text die israelische Armee, die „bis hin zur jüngsten Operation Protective Edge in zahlreichen Kriegen und militärischen Operationen die Zukunft von Frieden, Freiheit und Demokratie gesichert“ habe. „Protective Edge“ nannte die israelische Armee den blutigen Einmarsch in den Gaza-Streifen 2014.

„Viele technologische Entwicklungen, die Israel zu einem High-Tech-Land gemacht haben“, entstammten diesem Engagement. Der CDU-Politiker würdigt die jungen Soldatinnen und Soldaten: Ihnen gebühre „Dank, Anerkennung und Respekt dafür“, dass sie auch heute, „inmitten einer feindseligen Region ... nicht nur die Fahne für Freiheit und Demokratie hochhalten, sondern dafür auch die eigene Gesundheit und das eigene Leben einsetzen“. Sowohl die Ausstellung als auch der Text des Bürgermeisters verlieren kein einziges Wort über die Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die der israelischen Armee seit 1948 vorgeworfen werden, und über ihre umstrittene Rolle als Besatzungsmacht in palästinensischen Gebieten.

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Der Bürgermeister sagte im Gespräch mit der FR, das Buch und die Ausstellung beleuchteten das Engagement „auch von Frankfurterinnen und Frankfurtern, die freiwillig in die Armee gehen“. Er fügte hinzu: „Überall dort, wo Krieg ist, sterben Menschen.“ Er sehe die Rolle der israelischen Armee „nicht per se kriegerisch“. Das schließe nicht aus, dass es „in einzelnen Fällen Fehler“ der Armee gebe. Rafael Herlich sagte der FR, er wolle die Geschichte stolzer Menschen zeigen, für die es richtig sei, ihr Land zu verteidigen. „Wenn ich diese Männer und Frauen sehe, weiß ich, dass sich der Holocaust nicht wiederholen wird.“ Die Schattenseiten des militärischen Engagements seien „nicht mein Thema“ gewesen, sagte der Fotograf.

In dem Buch heben die Soldatinnen und Soldaten ihre positiven Gefühle beim Kampf hervor. So schreibt der 22-jährige Roy Assor, der am Einsatz im Gaza teilnahm: „Es ist unbeschreiblich, was man in dem Moment fühlt, in dem man die Grenze ins Feindesland übertritt.“ Viele leiten ihr Engagement aus dem Holocaust ab. „Mein Opa war im Konzentrationslager, er überlebte und ging nach Israel. Ich wollte als israelischer Soldat meinen eigenen Beitrag für das Land leisten.“

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