Ein schwarzer Kaschmirpullover, eine dreiviertellange schwarz-weiß karierte Hose. Es ist nichts Besonderes an diesen Textilien, außer dass Marilyn Monroe sie trug und der Betrachter deswegen nach etwas Besonderem an diesen Kleidungsstücken sucht. Diverse Textilien, vom Morgenrock bis zum Chiffonschal, sind die herausragenden Exponate der Ausstellung, die das Frankfurter Ikonen-Museum zum 85. Geburtstag des tragischen Stars im nächsten Jahr konzipiert hat.
Und ausgerechnet diese Exponate strahlen kaum das Ikonografische aus, das mit der Schauspielerin verknüpft ist. Bis auf ein Paar goldener Lederschuhe von Ferragamo sind die meisten Kleidungsstücke nicht glamourös, ja geradezu schlicht, obwohl sie für Fotosessions benutzt wurden. Wodurch mal wieder klar wird: Nur ein Star und Sexsymbol wie Monroe vermag gewöhnliche Textilien in einen Fetisch zu verwandeln, für den Sammler bei Auktionen viel Geld hinlegen.
Großteil der Leihgaben stammen vom Sammler Ted Stampfer
Sammler wie Ted Stampfer, der seit 1999 Etliches aus dem Nachlass ersteigerte. Manches werde „nun erstmals in Europa gezeigt“, wie Stampfer versichert. Es sind Alltagsgegenstände, die nur wegen ihrer Besitzerin Beachtung finden. Etwa ein handschriftliches Telefonnummernverzeichnis, ein Bakelit-Telefon, Lockenwickler, an denen sich, nein, keine goldenen, sondern nur blondierte Haare befinden. Es sind banale Gegenstände, geadelt dadurch, dass Monroe sie in Händen hielt. Aber sie sagen natürlich wenig über ihre Persönlichkeit, viel weniger jedenfalls als die Notizen Monroes, die im Herbst in dem Buch „Tapfer lieben“ veröffentlicht wurden. Für glühende Verehrer des Stars sind Lockenwickler natürlich trotzdem ein Faszinosum.
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Die übrigen Ausstellungsstücke sind oft gesehene mediale Vermittlungen der Monroe-Glorifizierung, von Warhols rosa-grünen Siebdrucken über Fotos von Bert Sterns Serie „Last sitting“ bis zu Merchandising-Artikeln wie Tassen, einer Bonbondose und einer Sonderbriefmarke. Arg gedrängt und ohne zwingende Ordnung sind die 300 Exponate in zwei Räumen verteilt. Am Eingang sieht man einmal mehr, wie schnell ein Gegenstand zur Devotionalie wird: Die Einladungskarte zur Ausstellungseröffnung liegt schon in einer Vitrine.

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