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16. Januar 2013

Bahnhof Höchst: Der Umbau verzögert sich - zum zigsten Mal

 Von Timur Tinç
Seit Jahren sanierungsbedürftig: der Höchster Bahnhof.  Foto: Rolf Oeser

Im April 2014 sollte es mit der Modernisierung des maroden Höchster Bahnhofs gehen. Diese Zeitangabe nennt die Bahn AG inzwischen „sportlich“ - was bedeuten kann: Man wird ihn nicht einhalten. Oder vielleicht doch? Der Ortsbeirat fordert Klarheit.

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Ein Brief der Deutschen Bahn an den Ortsbeirat 6 sorgt für Verwirrung im Frankfurter Westen. Der barrierefreie Umbau des Höchster Bahnhofs soll nach dem Fahrplan, den die Deutsche Bahn in einer Bürgerversammlung mit der Bürgerinitiative Bahnhof Höchst im Februar 2011 vorgestellt hatte, im April 2014 beginnen. In dem Brief heißt es nun, „dass der Zeitplan, in dem ein Baubeginn in 2014 vorgesehen ist“, eingehalten wird. Von April ist keine Rede mehr. Auf Nachfrage der FR sagte ein Bahnsprecher, dass das Ziel April „sportlich, aber machbar ist.“

Bahn-Unterlagen fehlerhaft

Thomas Schlimme, der Fraktionsvorsitzende der Grünen, befürchtet aufgrund der neuesten Entwicklungen eine Verzögerung von rund einem halben Jahr. Denn die für März und auf ein Jahr ausgelegte europaweite Ausschreibung und Vergabe wird sich definitiv verzögern. Der Grund: Zuvor muss die Finanzierung zwischen der Stadt Frankfurt, dem Land Hessen, der DB Station und Service AG und dem Rhein-Main-Verkehrsbund (RMV) geklärt werden. „Das wird Mitte des Jahres erfolgen“, erklärt der Bahnsprecher. Geplant war dies für Januar. Der Auftrag zur Ausführungsplanung und die europaweite Ausschreibung kann erst danach und nicht parallel erfolgen.

Die Ursache der Verzögerung ist die fehlende Genehmigung der Planung und der notwendigen Gleisverlegungen durch das Eisenbahnbundesamt (EBA). Die Unterlagen hatte die Deutsche Bahn zwar im September an das EBA geschickt, aber „inhaltliche und formale Fehler gemacht“, wie ein Sprecher des EBA der FR mitteilt. „Wir haben die Unterlagen im November an die Deutsche Bahn zurückgeschickt“, sagt der Sprecher. „Von der Bahn haben wir seitdem nichts mehr gehört.“

Der Sprecher der Deutschen Bahn wollte sich zu dieser Aussage nicht näher äußern. Er verwies darauf, dass dies ein „ganz normales Prozedere ist“. Er gehe davon aus, dass der Bescheid bis Ende des ersten Quartals, also spätestens im März, vorliegt.

Zweifel bei BI und Ortsbeirat

Thomas Schlimme glaubt, dass der Fahrplan mit Baubeginn April 2014 „so nie und nimmer“ einzuhalten ist. Ursprünglich sollte im Dezember 2015 alles fertig sein, nun läuft es also auf Mitte 2016 hinaus“, rechnet Schlimme vor. In einem Eilantrag für die kommende Ortsbeiratssitzung am Dienstag will Schlimme eine konkrete Antwort von der Deutschen Bahn fordern: Wie ist der Termin April 2014 einzuhalten, wenn sich die Ausschreibung verzögert?

Ortsvorsteher Manfred Lipp (CDU) will den Glauben an die Deutsche Bahn zwar nicht verlieren, „ich warne aber ernsthaft, bei einer weiteren Verzögerung Verständnis der Höchster Bürger zu erwarten“. Die Bürgerinitiative ist bereits alarmiert. „Wir sind am Überlegen, ob wir reagieren sollen“, sagt Edgar Weick. Ende Januar trifft sich die BI und will sich beraten. „Wir werden das weitere Vorgehen der Bahn sehr sorgfältig beobachten“, erklärt Weick.

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