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Frankfurt
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24. Januar 2013

Bahnhofsviertel: Keine Fusion der Druckräume

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Die Drogennothilfe in der Niddastraße wird betrieben vom Verein Jugendberatung und Jugendhilfe. Foto: Peter Jülich

Die Drogenkonsumräume im Bahnhofsviertel werden nicht zusammengelegt. Der Ortsbeirat lehnt den FDP-Antrag ab. Die Grünen nannten den Vorstoß der FDP einen "Haufen Blödsinn“

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Die Drogenkonsumräume im Bahnhofsviertel werden nicht zusammengelegt. Der Ortsbeirat lehnt den FDP-Antrag ab. Die Grünen nannten den Vorstoß der FDP einen "Haufen Blödsinn“

Der Antrag der FDP im Ortsbeirat 1, die Drogenkonsumräume im Bahnhofsviertel zusammenzulegen, ist in der Sitzung am Dienstagabend gescheitert. Bereits die ausführliche Debatte zeigte, dass die meisten Fraktionen nichts von dieser Idee halten. Konstantinos Holzer hatte vorgeschlagen, der Magistrat solle prüfen und berichten, ob sich die Einrichtungen der Integrativen Drogenhilfe, der AIDS-Hilfe und des Drogennotdienstes in einer zentralen städtischen Liegenschaft unterbringen lassen könnten.

Davon versprach er sich nicht nur eine verbesserte Koordination der Hilfsdienste und eine bessere Betreuung der Drogenkranken, sondern auch, dass die Anwohner weniger belastet werden. Viele Bürger hätten ein „erhöhtes Unsicherheitsgefühl“, weil sie sich von den Abhängigen bedroht fühlten. Holzer begründet seinen Antrag auch damit, dass eine gemeinsame Anlaufstelle von den Einrichtungen für sinnvoll erachtet werde und gewünscht sei.

Alleingang der FDP

Doch auf Anfrage der FR bei der AIDS-Hilfe und dem Drogennotdienst stellte sich heraus, dass zumindest diese beiden Betreiber die Auffassung der FDP nicht teilen. Jürgen Klee von der AIDS-Hilfe, der sich mit der FDP-Ortsgruppe vor der Antragstellung getroffen hatte, sprach von einem Missverständnis. Dennoch ließ sich Holzer nicht dazu bringen, den Antrag zurückzuziehen. Auch nicht von der Kritik im Ortsbeirat.

Es sei nicht gut, ein solches „Mammutprojekt“ in die Welt zu setzen, sagte Ortsvorsteherin Evanthia Triantafillidou (Grüne). Eine bessere Hilfe für die Abhängigen böten die bestehenden kleinen Einrichtungen. Nachdem im vergangenen März ein offener Brief von Bürgern zur Drogenszene für Furore gesorgt habe, hätten sich die Dezernenten intensiv mit den Bürgern auseinandergesetzt, man sei auf einem guten Weg.

Überforderte Einrichtungen

Oliver Strank (SPD) nannte den Antrag naiv, scheinheilig und auf Klientelpolitik ausgerichtet. „Drogenprobleme sind nicht schick, aber man kann die Augen vor den Problemen nicht verschließen“, sagte er. Die Einrichtungen wären überfordert, wenn man sie zusammenlegte. Man solle den bisher beschrittenen Frankfurter Weg fortsetzen.

Auf die Fragen der beiden Sozialdemokraten Helgo Müller und Tobias Möller, wo sich Holzer diesen neuen Standort denn vorstelle, konnte dieser zwar keine konkrete Liegenschaft nennen, meinte aber, dass diese in der Nähe des Bahnhofs und nicht direkt an einer Straße liegen solle. Möller gab zu Bedenken, dass sich ein großer Teil der Drogenkonsumenten nicht in der Innenstadt aufhalte, ein neuer Standort möglicherweise zu weit vom gewohnten Umfeld entfernt sein könnte und nicht genutzt werden würde.

Ein Haufen Blödsinn

Andreas Laeuen (Grüne) bezeichnete den Antrag als einen Aprilscherz: „Wie man so daneben liegen kann, ist mir ein Rätsel“, sagte der Fraktionsvorsitzende. „So einen Haufen Blödsinn in einem Antrag habe ich nie gesehen. Da hat jemand sein Hörgerät nicht angestellt.“ Zu schreiben, dass die Betreiber der Drogenkonsumräume selbst so eine Zusammenlegung forderten, führe die Leute hinters Licht und verspiele ihr Vertrauen.

Holzer verteidigte sich. Jürgen Klee habe den Antragsentwurf 25 Tage vorher zugeschickt bekommen, sich aber nicht dazu geäußert, um das entstandene Missverständnis aufzuklären. Hätte er dies getan, hätte er auch in Erwägung gezogen, den Antrag zurückzuziehen.

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