Für Thomas Heimer steht fest: Das Projekt „Basketball macht Schule“, das die Skyliners seit mehr als sechs Jahren anbieten, hat sich bewährt. Einzig das Vorhaben des Basketball-Bundesligisten, Kinder auf dem Weg zu einer gesünderen Ernährung zu unterstützen, sei noch nicht sonderlich erfolgreich.
Heimer, Professor am Standort Rüsselsheim der Hochschule Rhein-Main, hat das Angebot der Skyliners wissenschaftlich untersucht. Der Bundesligist schickt professionelle Trainer in 60 Schulen in Frankfurt und Umgebung. In Arbeitsgemeinschaften Basketball betreuen sie derzeit mehr als 1300 Kinder von der dritten bis zur sechsten Klasse. Ihre Aufgabe ist es, die Jungen und Mädchen für den Sport zu begeistern.
Das klappe auch gut, sagte Heimer bei der Präsentation seiner Ergebnisse am Mittwoch im Römer. Für seine Studie befragte er 191 Jungen und Mädchen und knapp 150 Eltern. Fast 60 Prozent der Kinder wollten nach Besuch der AG fortan mehr Sport treiben, 22 Prozent sogar in einen Basketball-Verein eintreten. Und fast 75 Prozent erklärten, dass sie demnächst ein Spiel der Basketball-Bundesliga ansehen möchten. Abschließend sollten die Kinder der Basketball AG eine Schulnote geben. Der Durchschnitt lag bei 1,7.
Was Heimer nicht gefiel: Rund 20 Prozent der Schüler hatten vor der nachmittags angebotenen AG kein Mittagessen bekommen. In den meisten Fällen bietet die Schule, die sie besuchen, kein Essen an. Da die Kinder aber Hunger hätten, „holen sie sich eben Naschereien – und die gibt es an jeder Schule zu kaufen“, sagte der Wissenschaftler.
Für Skyliners-Geschäftsführer Gunnar Wöbke steht daher fest, dass das Thema Ernährung im Projekt „Basketball macht Schule“ eine größere Rolle spielen müsse. Er will Ernährungsberater und Profisportler wie Skyliners-Kapitän Pascal Roller zur Aufklärung an die Schulen schicken. „Wenn jemand wie Pascal den Kindern erzählt, dass er keine Cola trinkt, sondern Apfelsaft und Wasser, hat das einen Wert.“ Zugleich sollen Kinder und Eltern ein Ernährungsprotokoll führen und darin ihre Mahlzeiten auflisten, schlug Wöbke vor.
Dass sich Kinder gesünder ernähren, wünscht sich auch Oberbürgermeisterin Petra Roth. Sie hält allerdings nur wenig davon, auf Schulen einzuwirken, keine Süßigkeiten mehr zu verkaufen. Sie regte an, das Curriculum an den Schulen zu ändern und das Fach „Leben“ einzuführen. Dort soll es unter anderem um Ernährung gehen. Nur so lasse sich der „Unkultur des Essens“ begegnen, sagte Roth.
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