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10. Februar 2016

Batschkapp-Chef: Spielen, was die Leute gut finden

 Von Alina Leimbach
Scheffler will Musik bieten, die den Leuten gefällt.  Foto: Christoph Boeckheler

Die Batschkapp hat sich nicht nur räumlich sehr verändert. Dass sie heute kein Ort der linken Alternativkultur ist, stört den Chef Ralf Scheffler nicht. Wer erfolgreich sein will, muss machen, was die Leute gut finden, sagt Scheffler im FR-Interview.

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Herr Scheffler, müssen Sie sich heute, zwei Jahre nach dem Umzug der Batschkapp, eigentlich noch oft anhören: „Der alte, überhitzte, volle Laden damals, der war so viel schöner als der neue“?

Relativ selten.

Haben Sie die Kritiker inzwischen überzeugt?

Nein. Ein Großteil der Skeptiker waren Menschen, die ihre Jugend in den 80er-Jahren in der Batschkapp verbracht haben. Eine Gruppe die heute, wenn überhaupt, nur selten kommen würde. Von denen, die die neue Kapp besuchen, bekomme ich viele, positive Rückmeldungen.

Inzwischen stehen 90er-Partys mit „Sekt für die Mädels“ und sogar ein Faschingsabend mit Partyhits und Schlager auf dem Programm. Mit solchen Ideen hätte man früher bei Ihnen doch Hausverbot bekommen, oder?

Das ist ein Irrtum. Manche Parties wie die Ü30-Party hätte man früher nicht machen können, weil diese Altersgruppe schlichtweg nicht in die nasse, enge Location gekommen wäre. Ich habe schon früher immer kämpfen müssen und gesagt: „Wenn wir Disco machen wollen, müssen wir spielen, was die Leute gut finden.“ Ich will nicht musikalischer Erziehungsberater der Leute sein. Die DJs haben das oft nicht verstanden. Solange, bis das Publikum weggeblieben ist.

Zur Person

Ralf Scheffler leitet die wohl bekannteste Frankfurter Konzerthalle seit deren Eröffnung vor fast genau 40 Jahren. Der 67-Jährige kommt gebürtig aus Hochheim am Main, hat nun aber seinen Lebensmittelpunkt im Frankfurter Nordend gefunden.

Vor etwas mehr als zwei Jahren zog die „Kapp“, wie sie von ihren Fans genannt wird, von Eschersheim nach Seckbach in die Gwinnerstraße. Beinahe täglich finden Konzerte und Partys statt. http://batschkapp.tickets.de

FR vor Ort ist in der fünften Runde. Eine Woche lang rückt die Lokalredaktion einen Stadtteil in den Mittelpunkt, berichtet über die Menschen, Probleme und Besonderheiten eines Viertels.

In dieser Woche widmen wir uns Seckbach. Morgen erörtern wir die Geschichte der Heinz-Herbert-Karry-Straße, am Freitag lesen sie Tipps zur Freizeitgestaltung. alei

Gerne nehmen wir entgegen, was Sie zu Ihrem Stadtteil zu sagen haben. Sie erreichen uns unter Tel.: 21 99-34 66, -36 67, -37 08 und stadtteile@fr.de.

Wo ist denn die Batschkapp, der Ort der linken Alternativkultur, geblieben?

Den gibt es nicht mehr.

Das sagen Sie ziemlich ungerührt. Finden Sie das gut?

Ja, super. Die alte Kapp wurde in den 70ern gegründet. Mit Vorstellungen, die ich rückblickend als naiv bezeichnen würde. Und das ist noch freundlich ausgedrückt. Den Club als Zentrum einer linken Kultur zu betreiben, hätte bedeutet, dass wir auf Subventionen angewiesen wären. Denn wir hätten kein Geld verdient und nicht auf eigenen Beinen stehen können. Aber ich war noch nie Fan davon, an Vater Staat andocken zu müssen. Von daher war klar, dass das so nicht geht.

In diesem Jahr feiert die Kapp 40-Jähriges. Sie haben wahrscheinlich genug Liebesgeschichten beginnen lassen, Musikerkarrieren befeuert und Mythen gestrickt, dass es schon jetzt für ein Leben lang reichen würde. Warum nicht einfach aufhören?

Gegenfrage: Warum einfach aufhören? Mir läuft es jedes Mal eiskalt den Rücken herunter, wenn ich ans Schlussmachen denke. Ich bin nicht alt und klapprig und geistig noch da. Mein Job macht mir Spaß, es gibt jeden Tag Überraschungen, man erlebt immer etwas anderes. Ich wüsste sonst auch nichts mit mir anzufangen.

Hat es Sie denn nie abgeschreckt, dass die Musik so gar nicht mehr die gleiche ist wie früher? Oder können Sie einfach gut mit der Zeit gehen?

Ich sehe das auch mit dem Auge des Geschäftsmannes und da ist klar, alles wandelt sich. Wenn man hautnah mit der Musik zu tun hat, dann geht auch der Geschmack mit, wobei ich nicht alles gut finde, aber das war auch in den 70er nicht so.

Sie sitzen im Seckbacher Industriegebiet. Hat es Sie nach Feierabend schon mal in die Seckbacher Altstadt verschlagen? Da gibt es einige sehr nette Apfelweinkneipen.

Durch Seckbach fahre ich oft durch, aber mehr nicht. Ich lebe im Nordend und meistens bleibt man dort, wo man lebt, oder geht in die Innenstadt. Allerdings, das etwas Wilde hier im Industriegebiet, finde ich super. Ein Schrottplatz gegenüber, da vorne ist das pakistanische Kulturzentrum, drüben an der Borsigallee ist der Hindu-Sikh Kulturverein. Das ist eine sehr durchmischte Gegend, das mag ich.

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