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15. März 2012

Bauvorhaben über dem Main: Ein Turm für die Alte Brücke

 Von Brendan Berk
Visualisierung zum Bauvorhaben an der Alten Brücke. 

Der Portikus bekommt ein Gegenüber mit Restaurant und "ganz normalen Wohnungen“. Der Ruderverein ist nicht begeistert.

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Fünfundzwanzig Meter hoch soll sich ein Turm aus roten Ziegeln künftig über das Niveau der Alten Brücke erheben. Mitte Juni wird dazu der erste Spatenstich getan. Mit der ebenfalls von Christoph Mäckler entworfenen Ausstellungshalle Portikus, welche sich schon seit Jahren von der Maininsel aus an die Brücke lehnt, soll der Turm diese Mainquerung, Keimzelle der Handelsstadt, aufwerten. Doch der Ruderverein von 1865 sieht sich durch das Projekt in seiner Existenz bedroht.

Ohne den durch die Alte Brücke gewährleisteten Verkehr von Nord nach Süd hätte sich die Messe in Frankfurt kaum angesiedelt. Die Messe GmbH sei daher auch der „ideale Mieter“ für den Turmsockel aus Mainsandstein, sagt Mischa Bosch vom Architektur-Büro Mäckler. Zwar sei der Vertrag noch nicht unterzeichnet, aller Voraussicht nach werde das Unternehmen aber den Turmsockel als Konferenz- und Veranstaltungsraum nutzen. Ein kleines Brückenmuseum war auch mal im Gespräch. Drei Stockwerke mit je einer Mietwohnung, ein Restaurant und eine Aussichtsplattform sind außerdem geplant. Bauherrin des rund vier Millionen Euro teuren Projekts ist die Stiftung Giersch. Angeblich soll der Bau auch unabhängig von der Sanierung und Verbreiterung der Alten Brücke möglich sein, den die Stadt aus finanziellen Gründen aufgeschoben hat.

Mieter für die 120-Quadratmeter-Wohnungen zu finden, sei in dieser „einzigartigen Lage“ sicher nicht schwer, vermutet Bosch. Zumal es sich um „ganz normale Wohnungen“ handle. Für das Restaurant gebe es bereits einen Interessenten. Geplant sei eine bodenständige bis gehobene Küche, „tagsüber mit Holztischen und Apfelwein und am Abend mit weißen Tischdecken und Kerzen“.

Den Ruderbetrieb sichern

Auch der Ruderverein auf der Insel werde vom neuen Leben an der Alten Brücke profitieren, versprechen die Architekten. Der Verein sieht das ganz anders, er fürchtet, seine Boote nicht mehr zu Wasser lassen zu können: „Der Brückenturm würde den Ruderern und ihren Booten den Weg aus dem im Brückenbogen gelegenen Bootshaus versperren.“ Christoph Mäckler informiert, beim jüngsten Treffen mit dem Verein sei deutlich geworden, dass auch nach dem Bau des Turms genug Platz sei, um die Boote aus der Halle zu bugsieren. Max Spangenberg vom Ruderverein hat das Treffen dagegen anders in Erinnerung. Man sei ohne eine einvernehmliche Lösung auseinandergegangen. Auch die Frage, wer die Kosten für den provisorischen Bootssteg zur Überbrückung der rund 15-monatigen Turmbauzeit übernimmt, sei ungeklärt.

Verein und Architekten wollen sich bald wieder zusammensetzen. Unterstützung erhält der Ruderverein derweil vom Ortsbeirat 5. Das Stadtteilparlament hat die „Sicherung“ des Ruderbetriebs auf seine Tagesordnung gesetzt.

Der Ortsbeirat 5 tagt am Freitag, 16. März, ab 19 Uhr in der Altengaststätte Riedhof, Mörfelder Landstraße 212.

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