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11. März 2014

Bierkönig Schubert: Zweieinhalb Jahre Haft für Geliebte

 Von 
Swetlana M. war einst eine der vielen Geliebten des Frankfurter Bierkönigs Bruno H. Schubert.  Foto: dpa

Die Geliebte des Frankfurter "Bierkönigs" Bruno H. Schubert, Swetlana M., wurde zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt, weil sie keine Steuern für die zahlreichen Geschenke des Millionärs zahlte. Sie soll dem Fiskus noch über eine halbe Million Euro Schulden.

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Die Geliebte des Frankfurter "Bierkönigs" Bruno H. Schubert, Swetlana M., wurde zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt, weil sie keine Steuern für die zahlreichen Geschenke des Millionärs zahlte. Sie soll dem Fiskus noch über eine halbe Million Euro Schulden.

Frankfurt –  

Zum Plädoyer ihres Anwalts, der eine Bewährungsstrafe gefordert hatte, fließen am frühen Morgen die Tränen – ein barmherziger Reporter reicht der Angeklagten ein Taschentuch. Dem Landgericht geht die Szene nicht zu Herzen. Kurz darauf wird die 32 Jahre alte Swetlana M. wegen Steuerhinterziehung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt.

Das Gericht hält dem ehemaligen Playmate zugute, dass es „im Tatzeitraum in einem relativ jugendlichen Alter war“. Das allerdings war bei Bruno H. Schubert, dem greisen Ehrenbürger und millionenschweren „Bier-König“, gleichsam Einstellungsvoraussetzung. Von März 2004 bis Januar 2008 hat Swetlana M. nach Überzeugung des Gerichts insgesamt Geld und andere Geschenke im Wert von etwa 2,5 Millionen Euro erhalten, ohne dafür Schenkungssteuer zu bezahlen. Die Steuerschuld hatte die Staatsanwaltschaft auf rund 770.000 Euro beziffert, von denen etwas mehr als eine halbe Million noch nicht zurückgezahlt wurde.

Bloß Versace

Strafmildernd rechnete das Gericht an, dass Swetlana M. nicht vorbestraft ist. Und dass sie bereits ein knappes dreiviertel Jahr in U-Haft gesessen hat. Und dass sie größtenteils geständig ist. Und dass ihr das legere Finanzgebaren „von einem honorigen Frankfurter Ehrenbürger vorgelebt“ worden sei. So viel zum Positiven. „Sie sind im Geld geschwommen“, wirft der Vorsitzende Richter der Angeklagten vor. Es sei ja nicht bloß „der Einkauf bei Versace“ gewesen, der in den Augen eines naiven jungen Mädchens ja noch als Geschenk des Himmels durchgehen könne – und nicht als steuerpflichtige Liebesgabe eines in mancherlei Hinsicht noch äußerst aktiven Seniors. Aber bei ganzen Häusern – in Deutschland und Österreich – sowie einem stattlichen Fuhrpark an Edelkarossen, „da liegt die Idee schon nahe, dass das zu versteuern ist“...

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Die zumindest teilweise erfolgte Schadenswiedergutmachung war zumindest nach Meinung des Gerichts „mit einer gewissen Taktik verbunden“. Zwar habe es ehrliche, wenn auch letztlich erfolglose Versuche gegeben, zumindest das Haus in Deutschland zu verkaufen. Doch da hatte der Fiskus ohnehin schon den Daumen drauf. Ein ähnliches Verkaufsinteresse bezüglich der Schweizer Immobilie oder eines Autos vermochte das Gericht nicht zu erkennen. Leicht verärgert zeigte sich das Gericht auch über den Nachweis ihrer neuen Arbeit, die Swetlana M. an einem der vergangenen Prozesstage vorgelegt hatte. Denn der angebliche Arbeitgeber befand sich zu dem Zeitpunkt, aus dem der neue Arbeitsvertrag datierte, längst in Liquidation. Im Nachhinein kam es dem Gericht dann doch etwas seltsam vor, dass Swetlana M. in einem Unternehmen als Empfangsdame und Dolmetscherin arbeiten sollte, dessen Personalzahl sich durch ihre Einstellung verdoppelt hätte.

Kistenschleppen im Supermarkt

All dies führte letztlich dazu, dass die Strafe aus Sicht des Gerichts nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden könne. Schließlich landeten auch Steuerbetrüger, die aus echter wirtschaftlicher Not handelten, schon bei geringeren Summen oft im Gefängnis. Gerne hätte es das Gericht gesehen, wenn Swetlana M. in Sachen Wiedergutmachung noch aktiver gewesen wäre. Wenn sie etwa „40 Stunden die Woche in einem Supermarkt Kisten schleppen“ würde, auch wenn das eher symbolischen Charakter hätte.

Um ehrlich zu sein sieht Swetlana M. nicht so aus, als würde sie sich diese Berufsempfehlung zu Herzen nehmen. Der Haftbefehl gegen sie wird aufrechterhalten, bleibt aber außer Vollzug. Ohne Einwilligung des Gerichts darf Swetlana M. nicht in die Schweiz. Ihr Anwalt hat angekündigt, Revision einzulegen.

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