Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) will offenbar Verkehrsblockaden durch die Blockupy-Proteste zuvorkommen. Sie plant, während der Aktionstage vom 16. bis 19. Mai mehrere S- und U-Bahn-Stationen zu sperren. Das berichtet die Frankfurter Ausgabe der Bild-Zeitung.
Schon vier Tage vor dem ursprünglich geplanten Beginn der Blockupy-Aktionstage wird in Frankfurt protestiert: Aktivisten werben auf und um den Eisernen Steg in Booten für die Demonstrationen gegen Banken und den Kapitalismus. Dabei performt ein Demonstrant um eine Bullenstatue mit roter Farbe, die das Blut einer Schlachtung darstellen soll.
Foto: Alex KrausDemnach sollen die S-Bahn-Station Taunusanlage und die U-Bahnstation Willy-Brandt-Platz während der Protesttage komplett geschlossen werden. Ebenso sollen die Straßenbahnlinien 11 und 12 unterbrochen werden, heißt es unter Berufung auf VGF-Sprecher Bernd Conrad. Weiterhin sei möglich, dass auch die zentralen Verkehrsknotenpunkte Hauptwache, Konstablerwache und Alte Oper während der Proteste immer wieder geschlossen würden.
Hintergrund sind angebliche Ankündigungen im Internet, wonach Blockupy-Aktivisten planten, Bahnhöfe mit Menschenmassen "zu fluten" und so den Nahverkehr lahmzulegen. Damit solle erreicht werden, dass Bankmitarbeiter ihre Arbeitsplätze nicht erreichen können.
Tausende Menschen demonstrieren am Samstag, 31 März 2012, in der Frankfurter Innenstadt gegen den Kapitalismus und die Krisenpolitik der EU.
Foto: dapdDerweil spitzt sich auch der Streit um das Occupy-Camp weiter zu. Die Stadt hatte die Aktivisten, die seit mehr als einem halben Jahr vor der Europäischen Zentralbank campieren, aufgefordert, ihr Camp während der Protesttage vorübergehend zu räumen. Dadurch solle es der Stadt ermöglicht werden, eine Sicherheitszone rund um das Gebäude einzurichten.
Die Organisatoren des Camps haben allerdings angekündigt, ihren Stützpunkt nicht freiwillig räumen zu wollen.
„Wir werden passiven Widerstand leisten“, sagte ein Aktivist am Sonntagabend der FR. Es werde aber keine Eskalation vom Camp ausgehen.
Wir informieren Sie aus der ganzen Region. Nachrichten aus Ihrer Stadt können Sie als Newsfeed abonnieren - klicken Sie dazu bitte auf das orange Symbol.
Ein Schwarzer gerät in der U-Bahn in Konflikt mit Fahrkarten-Kontrolleuren und der Polizei Frankfurt. Am Ende liegt er im Krankenhaus. Die Polizei sieht sich Rassismus-Vorwürfen ausgesetzt. Das Spezial.
Derege Wevelsiep steigt Mitte Oktober mit gültigem Fahrausweis in eine Frankfurter U-Bahn - und wird nach einem Wortgefecht mit Kontrolleuren von herbeigerufenen Polizisten verprügelt.
Wegen seiner Verletzungen muss er drei Tage im Krankenhaus bleiben.
Die Frankfurter Polizei ermittelt intern gegen vier Beamte des 6. Reviers, die der äthiopischstämmige Diplom-Ingenieur beschuldigt, ihn geschlagen zu haben. Sein Anwalt wirft den Beamten Hausfriedensbruch, Beleidigung und Körperverletzung vor.
Im Internet bricht ein Sturm der Entrüstung los, über soziale Netzwerke wird eine Solidaritäts-Demo organisiert.
Auch der Landtag befasst sich mit dem Fall.
Frankfurt Flughafen - Rhein-Main leidet und profitiert von dem Verkehrsknoten gleichermaßen: kurze Wege, aber viel Lärm für die Anwohner. Der Ausbau ist seit Jahrzehnten umstritten. Das Spezial.
Frankfurt unter Peter Feldmann - ein Oberbürgermeister sucht seinen eigenen Stil. Das Spezial.