Die Einrichtung der Baustelle liege in den letzten Zügen, sagt Heide Günther von den Städtischen Bühnen: „Und am Montag geht dann das Baggern los.“ Die Bauarbeiten am Bockenheimer Depot sind nötig, weil die ABG Frankfurt Holding auf dem Areal, das nördlich an das ehemalige Straßenbahndepot angrenzt, in diesem Jahr mit dem Bau von Wohnungen beginnen wird.
Mit etwas Pathos könnte man das den ersten kleinen Schritt auf dem Weg zum Kulturcampus in Bockenheim nennen. Aber das wäre vielleicht doch etwas übertrieben. Zum einen wird nämlich bei den Arbeiten nichts Neues gebaut, sondern etwas weggenommen: Die Lagerräume auf der Wiese hinter dem Depot werden entfernt und außerdem die Lüftungsanlage, „die auch nach außen steht“, berichtet Günther. Allerdings kommen sie nicht einfach „weg“, sondern werden nur verlegt. Und zwar in den Keller, den das Depot im Zuge der Bauarbeiten bekommen wird. Das einzige, was neu dazukomme, sei eine Klimaanlage, sagt Günther.
Zum anderen gehört der Bauabschnitt im nördlichsten Teil des Campus, wo die ABG Wohnungen bauen wird, nicht wirklich zu dem, was „Kulturcampus“ genannt wird. Er ist weder als Teil des Gesamtkonzepts geplant worden noch mit Bürgerbeteiligung. Für die neuen Wohnhäuser wird der Parkplatz des „Kfz-Referats“ weichen müssen. Aber auch das Bockenheimer Depot muss Zugeständnisse machen: „Die neuen Gebäude werden sehr nah an das Depot heranreichen und wahrscheinlich will man den Bewohnern nicht den Anblick unschöner technischer Gerätschaften zumuten“, sagt Bruni Marx, Referentin des geschäftsführenden Intendanten der Städtischen Bühnen. „Unser Grundstück ist Eigentum des Landes Hessen, wir selbst können da gar nicht groß mitreden.“ Ursprünglich war geplant, die Arbeiten an den Neubauten und die am Depot parallel zu beginnen, um die gesamte Bauzeit zu verkürzen. „Aber bei der ABG hat es sich verzögert und deswegen fangen wir jetzt eben früher an.“ Die 3,2 Millionen Euro, die für die Arbeiten veranschlagt sind, trägt die Stadt Frankfurt.
Ein Jahr werden diese voraussichtlich dauern, so lange wird es keine Vorstellungen im Depot geben. „Weil die Entscheidung für den Umbau ziemlich kurzfristig getroffen wurde, war es eine Herausforderung, uns mit dem Spielplan darauf einzustellen“, sagt Marx. Gelungen ist es trotzdem.
Bis auf eine Ausnahme wurden alle geplanten Premieren an andere Spielstätten untergebracht. Nur eine Produktion der Oper Frankfurt im Rahmen von „Oper Finale“ soll in diesem Jahr im Depot aufgeführt werden: ein Stück von Igor Strawinsky. Proben können die Künstler aber erst nach 17 Uhr. Länger darf auf der Baustelle nicht gearbeitet werden.

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