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15. Dezember 2012

Bouldern bis zum Muskelkater: Schwerstarbeit für die Arme

 Von Marek Fritzen
Klettern zwischen bunten Knubbeln an den Wänden. Foto: Michael Schick

Bouldern: Ohne Netz, Seil oder doppelten Boden versuchen sich Mutige an künstlichen Steilwänden in Kletterhallen. Das geht jetzt auch in Frankfurt.

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Da liegt er nun auf der Schaumstoffmatte. Kurze Hose, Achselshirt und an den Armen überall Magnesiumpulver. Glenn Moncrieff kann nicht mehr, er ist fertig - oder wie er es nennt: „Total k.o.“ Die Beine hat er weit von sich gestreckt. Den Oberkörper noch gerade so auf die Unterarme gestützt. Er braucht jetzt erst mal eine Pause. „Ein bis zwei Stunden“, schnauft er, „dann geht’s weiter.“ Mit weiter meint der 26-Jährige zurück an die Wand, genauer gesagt an die Boulder-Wand. Denn Moncrieff ist begeisterter Boulderer. Am Samstagvormittag ist er daher zur Neueröffnung der „Boulderwelt Frankfurt“ in die August-Schanz-Straße nach Preungesheim gekommen.

Bouldern ist eine Form des Kletterns: Ohne Seil und ohne Klettergurt erklimmt man dabei Felsblöcke und Felswände – oder künstliche Steilwände wie in der neuen 1000 Quadratmeter großen „Boulderwelt“-Halle. Über unterschiedlich gefärbte Klettergriffe an den Holzwänden führt der Weg nach oben zum letzten Griff, dem Topgriff. Die Farben der Griffe beschreiben dabei die verschiedenen Boulderrouten – von der Einsteigerroute bis zur Profiroute. Für egal welche Route man sich entscheidet, eins ist sicher: Bei maximal viereinhalb Metern ist Schluss. Dicke Schaumstoffmatten auf dem Boden sorgen zudem dafür, dass sich niemand verletzt. Auf genau so einer Matte sitzt nun Glenn Moncrieff und beobachtet seine Freunde an der Wettkampfwand für Fortgeschrittene. Moncrieff bouldert seit zwei Jahren. Er kennt sich aus: „Der Sport besteht zu 50 Prozent aus Technik und zu 50 Prozent aus Kraft.“ Außerdem, so erzählt er weiter, kommt es auch auf den Kopf an. „Es ist jedes Mal ein neues Rätsel, wie man die Wand am besten erklimmen kann.“ Vor allen Dingen aber sei Bouldern sehr anstrengend. „Auch wenn es maximal eine Minute dauert, bis ich eine Route erklommen habe, muss ich mich danach lange ausruhen. Man merkt es in den Armen.“

Wie sehr der Sport in die Arme geht, weiß auch Markus Grünebach. Er gehört zum „Boulderwelt“-Team und sagt: „Muskelkater gehört am Anfang auf jeden Fall dazu, das wird mit der Zeit aber immer weniger.“ Bouldern beanspruche nahezu alle Muskelgruppen, zudem verbessere die Sportart Geschmeidigkeit, Körperspannung, Motorik und Augen-Hand-Koordination. „Und ganz wichtig ist: Jeder kann Bouldern, Vorkenntnisse braucht man nicht. Wer möchte kann natürlich einen Einsteigerkurs bei uns buchen, verpflichtend ist das aber nicht“, so Grünebach.

Seit Pfingsten haben Grünebach und seine Kollegen die ehemalige Fabrikhalle zur „Boulderwelt Frankfurt“ umgerüstet. Neben Hallen in München und Regensburg ist die Preungesheimer Halle nun die dritte Halle des Betreibers „Boulderwelt GmbH“. Als Konkurrenz zu der derzeit im Bau befindlichen Kletterhalle des Deutschen Alpen Vereins (DAV) nur wenige hundert Meter entfernt, sehen sich die Betreiber der neuen Boulderhalle allerdings nicht - im Gegenteil: „Wir stehen in Kontakt mit dem DAV und sind davon überzeugt, dass sich unsere Halle und die des DAV sehr gut ergänzen. Preungesheim wird so zum Kletter- und Boulderzentrum Frankfurts“, prognostiziert Grünebach. Wie sein Kollege Achim Ritzmann berichtet, ist geplant, in Zukunft DAV-Wettkämpfe in der Boulderwelt-Halle zu organisieren.

Von einem solchen Wettkampf ist Laura Pfadenhauer allerdings noch weit entfernt. Ein „blutiger Anfänger“ sei sie an der Boulder-Wand, gibt sie zu. Bevor sie sich die erste Boulder-Route aussucht, steht erst einmal Dehnen auf dem Programm. „ Ich weiß zwar nicht ob das wirklich was bringt, aber bevor ich mich verletze, dehne ich mich lieber ein wenig.“ Sie habe sich vorgenommen nicht nur die leichten Routen auszuprobieren, betont sie. „Allerdings werde ich es auch nicht übertreiben, denn ich muss heute Abend noch sechs Stunden arbeiten und mit Muskelkater wäre das nicht so einfach.“   

 

Die „Boulderwelt Frankfurt“ befindet sich in der August Schanz Straße 50 in Preungesheim. Sie hat montags bis sonntags von 10 bis 23 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet für Erwachsene 9,90 Euro, und für Schüler, Studenten und Senioren 8,90 Euro. Kinder bis 13 Jahre zahlen 6,90 Euro. Für Kinder gibt es eine separate Kinderwelt, in der auch Kindergeburtstage gefeiert werden können.

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