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15. März 2013

Bundespräsident Gauck: Gauck spricht nicht mit Fluglärmgegnern

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Bundespräsident Joachim Gauck (Mitte) besucht in Frankfurt das deutsche Architekturmuseum.  Foto: Christoph Boeckheler

Bundespräsident Joachim Gauck besucht Hessen und macht dabei auch in Frankfurt Station. Fluglärmgegner begrüßen ihn mit lautem Protest. Auf die Frage, warum er sich nicht mit den Aktivisten unterhält, bleibt Gauck diplomatisch.

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Bundespräsident Joachim Gauck besucht Hessen und macht dabei auch in Frankfurt Station. Fluglärmgegner begrüßen ihn mit lautem Protest. Auf die Frage, warum er sich nicht mit den Aktivisten unterhält, bleibt Gauck diplomatisch.

„Das war doch mal was!“ Ein Passant strahlt seine Frau an, die sich bei ihm einhängt. Die beiden setzen ihren Spaziergang entlang des Schaumainkai fort. Auf ihrem Weg waren sie vor dem Deutschen Architekturmuseum von einer Polizeisperre aufgehalten worden.

Bundespräsident Joachim Gauck verließ da gerade mit seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt und dem hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) samt Gattin das Museum, um in die bereitgestellte Limousine einzusteigen. Vor dem Einsteigen winkte er den Frankfurtern, die auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Abreise des obersten Mannes Deutschlands zusahen.

Die Begegnung mit den Bürgern sei ihm besonders wichtig, hatte Gauck auf seiner Tour durch das Museum betont. In Frankfurt, der dritten Stadt, in der er am Freitag bei seinem Antrittsbesuch in Hessen Station machte, gab es für ihn außer dem Winken auf dem Bürgersteig jedoch keine Möglichkeit, mit den Bürgern in direkten Kontakt zu treten. Für den Passanten und seine Frau war das kurze Intermezzo an der Absperrung wohl ausreichend Volksnähe – den Fluglärmgegnern, die sich vor dem Eingang zu einer Mahnwache eingefunden hatten, dürfte einmal Winken nicht genug gewesen sein.

In Wiesbaden, wo Gauck am Morgen seine Hessen-Rundreise startete, wurde sogar das Ablaufprotokoll geändert, um Gauck nicht direkt an einer Mahnwache der Fluglärmgegner vorbeizuführen. Darauf angesprochen, warum er sich nicht näher mit den Aktivisten unterhalten hatte, blieb Gauck diplomatisch: „Die Menschen haben gute Gründe, um für ihr Anliegen zu demonstrieren.“ Doch auch Politik und Wirtschaft hätten gute Gründe, sich für ihre Sache durchzusetzen. Er habe als Bundespräsident jedoch wenige Möglichkeiten, das konkrete Anliegen der Fluglärmgegner zu befördern. Dennoch appellierte der ehemalige Pfarrer immer wieder an die Bürger: „Die Menschen sollen sich zusammenschließen.“

Der Bundespräsident mag Grüne Soße

Nachdem er sich morgens in Wiesbaden in das Goldene Buch der Stadt eingetragen hatte, ging es für Gauck, Bouffier und deren Entourage weiter nach Darmstadt. Dort besuchte der Bundespräsident das Lichtenberg-Gymnasium, wo er mit Schülern des Leistungskurses Politik- und Wirtschaft diskutierte und in der Schulmensa mit den Jugendlichen Grüne Soße aß. Die Begegnung mit den Schülern habe ihm besonders gut gefallen, so der 73-Jährige. „Ich schlage nie eine Begegnung mit der jungen Generation aus.“ Ihm habe die Freude und Neugier der jungen Leute in Darmstadt sehr gut gefallen. Und auch die Grüne Soße habe ihm geschmeckt, verkündet Gauck lächelnd.

Nach den Stationen in der Landeshauptstadt, Darmstadt und Frankfurt, bringen die schwarzen Limousinen den hohen Besuch abschließend zu einem Bürgerempfang nach Wilhelmsbad in Hanau. Gaucks Lebensgefährtin Schadt ist dort geboren; die Journalistin hat beim Hanauer Anzeiger ihren beruflichen Werdegang begonnen.

Im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt wurde Gauck die Landesstiftung „Miteinander in Hessen“ vorgestellt. Die Stiftung unterstützt und vernetzt Projekte, die sich für ein besseres Zusammenleben einsetzen und ehrenamtliche Arbeit fördern. Der Bundespräsident zeigte sich erfreut über das hohe soziale Engagement der Hessen – jeder dritte Hesse bekleidet ein Ehrenamt – mahnte aber auch: „Wenn alles gut läuft, gibt es den Zwang nicht, etwas Neues zu lernen.“ Es sei wichtig, dass die Bürger aktiv an der Verbesserung der Gesellschaft mitarbeiteten. In Hessen sei dafür jedoch bereits eine gute Grundlage gelegt, so Gauck. Er forderte das Kuratorium der Stiftung auf: „Schaffen Sie sich neue Verbündete und ich werde für Sie Werbung machen!“

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