Golden verzierte Anstecker, Kostüme in allen Farben und Hüte, Glitzerschminke und edle Gewänder warten am Sonntag in einem versteckt liegenden Hinterhof im Industriegebiet südlich der Hanauer Landstraße. Die Schielestraße 30 mit dem grauen Betonboden wirkt auf den ersten Blick unbelebt. Doch an diesem Wochenende findet hier die Fastnachtsmesse des Großen Rates statt, die „Konfetti 2010“.
„Wir hatten seit gestern etwa 2000 Besucher“, sagt Peter Ruhr, Sprecher und Veranstalter der Messe. „Fasching ist heute nicht mehr der Clown mit der roten Pappnase, sondern auch sportliche Hochleistung der Garde-Tänzerinnen“, sagt Thomas Piotrowski, Leiter der Frankfurter Firma „Topi Design“ für Karnevalskleidung.
„Es gibt klare Trends. Wie zum Beispiel den Avatar-Look, das Animalische, die 70er, der Vampir“, sagt Cosima Pistor, Mitarbeiterin beim Kosmetik-Hersteller „Eulenspiegel“. „Auf jeden Fall beeinflusst die Filmindustrie Trends“, sagt die Fastnachts-Anhängerin.
Den Effekt spürt auch Lucia Widmann aus Hattersheim, die ihr Familienunternehmen „Tuch und Stoff“ präsentiert und die Frankfurter Fassenacht als Markt für sich entdeckt hat. Stickereien aller Art gibt es dann bei „Monikas Atelier“ aus Maintal. „Wir sind ein Familienunternehmen. Mein Frau macht die Handarbeit, ich mache alles, was nicht mit Stoff zu tun hat“, sagt Michael Storm. Er ist hocherfreut, denn „wir konnten hier viele Kontakte knüpfen.“
Unterdessen lässt Klaus Fischer, Präsident des Großen Rates der Frankfurter Karnevalvereine, der Öffentlichkeit mitteilen, er könne „vor Freude quasi in die Luft gehen“. Fischer wählt seine Worte mit Bedacht, denn die Flughafenbetreibergesellschaft wird das neue Prinzenpaar stellen und ihre Tollitäten am, man glaubt es kaum, 11.11. um 11.11 Uhr, im Terminal II der schmunzelnden Öffentlichkeit präsentieren.
Luftig leicht kommt auch das heurige Fastnachtsmotto einher, welches da lautet: „Follow me mit viel Helau, in Frankfurts bunte Fastnachtsschau“. Freuen wir uns also auf eine närrische Kampagne mit köstlichen Büttenversen wie „Ich brauch’ doch kein Nachtflugverbot / Lieber schlag’ ich mei’ Alte tot / denn die schnarcht nächtens gar so sehr / dass ich den Airboss net mehr hör’“. Und den verstärkten Einsatz von Nacktscannern auf den beliebten Frankfurter Motivwagen.

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