Die Imbiss-Gäste, die sich vor dem Laden um das kleine Fest-Zelt geschart haben, blicken sich fragend an. „Das ist ihr Naturell“, beschwichtigt Ehemann Martin Michel. Zuerst kämen bei ihr immer die Kunden. Dann, nach etwa einer Minute, kann sich seine Frau Fatma doch von ihrem Tagesgeschäft trennen und drängt sich durch die Menge nach draußen, um den Gastro-Award 2011 entgegenzunehmen. Ihr „Kultimbiss“ in Niederrad ist damit offiziell „Deutschlands bester Imbiss“.
„Ich bin tierisch stolz auf diesen Preis“, so die 47-Jährige, die den „Kultimbiss“ in der Melibocusstraße seit sechs Jahren betreibt. Berta Nowak hatte den kleinen Burger-Laden, der damit wirbt, der erste Imbiss in Frankfurt gewesen zu sein, 2005 nach 34 Jahren an Fatma Michel übergeben. Die neue Inhaberin führt die Tradition fort, kauft das Fleisch beim gleichen Metzger, das Brot beim gleichen Bäcker. Auch deswegen erhielt sie diese Auszeichnung, wie Antonia Constantinidou vom Vorstand der Gastro-Award Deutschland AG erklärt: „Frau Michel hat die Tradition mit großem Erfolg weitergeführt und die Qualität und Leistung über Jahre hinweg aufrechterhalten.“ Nach einer deutschlandweiten Vorauswahl durch die Gäste, der Kür zum Landesbesten durch anonymen Tester und dem finalen Bundesentscheid einer Jury schaffte es der „Kultimbiss“ in diesem Jahr in der Kategorie „Schnelle Küche“ nach ganz oben. Ein besonderes Plus, so Constantinidou, sei auch Michels Kundenfreundlichkeit gewesen.
Fast nur Stammkunden
Das kann Gerrit Knippschild nur bestätigen: „Die Besitzerin ist saucool“, so der 30-Jährige. Auf seinen Burger musste er eine Viertelstunde warten, jedoch nicht, weil wegen der Preisverleihung besonders viele kamen. „Um die Mittagszeit ist hier immer so viel los“, sagt der Finanzberater, „ich bin heute nur zu spät da.“ Sonst komme er vor dem Andrang, im Durchschnitt einmal die Woche. Überhaupt kämen beinahe nur Gäste, die schon einmal da waren, betont die Inhaberin. „Es sind fast alles Stammkunden, die hier zu Mittag essen.“
Einige wenige Neukunden sind am Tag der Preisverleihung allerdings doch zugegen. Marcel Del Arbol ist mit seinem Bruder zum ersten Mal im Kultimbiss. Ihr Vater hat sie überredet. „Ich wollte ihnen mal bessere Hamburger zeigen, als sie sonst gewohnt sind“, erklärt Manuel Del Arbol. Das Ziel hat er offenbar erreicht: „Die Burger sind einfach, ohne Schnickschnack, aber fantastisch“, schwärmt Marcel.
Was das Geheimnis ihres Erfolges ist, will Fatma Michel nicht vollends aufklären, betont aber die gute Qualität ihrer Zutaten. „Wenn die Qualität nicht gut ist, bringt auch die Gastfreundlichkeit nichts.“ Wieso genau die Burger so gut ankommen, will sie nicht verraten. „Das ist Betriebsgeheimnis“, sagt sie.
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