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15. Dezember 2012

Café Laumer: „Bürgertorte“ für alle

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Im Café Laumer. Foto: Michael Schick

Im Frankfurter Traditionscafé Laumer haben sich die Preise für manche Kuchenangebote fast verdoppelt. Nun will die Stadt neuen, preiswerten Kuchen anbieten.

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Im Frankfurter Traditionscafé Laumer haben sich die Preise für manche Kuchenangebote fast verdoppelt. Nun will die Stadt neuen, preiswerten Kuchen anbieten.

Sage keiner mehr, dass die Stadt Frankfurt ihre Kulturgüter nicht achte. Kaum hat die Frankfurter Rundschau aufgedeckt, dass im traditionsreichen „Café Laumer“ die Preise für Kuchen steigen, schon handelt die Kommune. Alfred Gangel, der Leiter des Liegenschaftsamtes und bereits qua Amt passionierter „Laumer“-Besucher, kündigte am Freitag an: „Wir werden künftig eine Bürgertorte anbieten im Laumer – zu akzeptablen Preisen.“

Denn das Westend-Café ist in einem städtischen Gebäude angesiedelt, die Stadt hatte es einst einem Spekulanten abgekauft, der das Eckhaus zum Bau eines Büroturms abreißen wollte. Schon deshalb kann es ihr nicht egal sein, wenn ein Stück Käsemohnkuchen und ein Stück Herrentorte zusammen inzwischen acht Euro kosten. Und außerdem bei der Herrentorte noch einige Creme-Schichten entfallen sein sollen, wie ein Gast nachgemessen hatte.

Ist denn kein Halten mehr? Gangel setzte sich am Freitag mit „Laumer“-Pächter Jorge Hubermann zusammen. Und die beiden Kuchen-Afficionados sind sich einig: Abhilfe wird geschaffen, es wird ein Sonderangebot geben.

Die emsigen Konditoren prüfen bereits Zutaten und Zuschnitt. In der nächsten Woche soll in der Bockenheimer Landstraße die „Bürgertorte“ präsentiert werden. Man darf gespannt sein. Gangel, Herr über die städtischen Liegenschaften, verspricht: „Es wird ordentliche Qualität zu einem akzeptablen Preis für alle sein.“
Auf keinen Fall wolle die Stadt, dass Senioren mit kleinem Geldbeutel künftig das „Laumer“ meiden. Das 1919 gegründete Café blickt auf eine lange Tradition zurück. Doch Amtsleiter Gangel muss noch viele andere Cafés in städtischen Gebäuden im Auge behalten: „Ich schaue vorbei und verschaffe mir einen Eindruck.“ Das gilt etwa für das „Café Hauptwache“, das „Libretto“ in der städtischen Zentralbibliothek an der Hasengasse, aber auch das Café „Emma Metzler“ im Museum für Angewandte Kunst (MAK) am Museumsufer. Am Angebot dieser Läden, behauptet der Beamte, gebe es „nichts zu beanstanden“.

Auch manchen FR-Leser hat der „Torten-Alarm im Laumer“ (FR vom Freitag) beschäftigt. „Ich befürchte, dass (. . .) ich mir leider eine neue Konditorei suchen muss“, äußerte sich Charles Kimmerlin in einem Leserbrief – ein Gast, der Jahrzehnte seinen Kuchen an Wochenenden dort kaufte. „Aus und vorbei mit der Trüffeltorte, der Walnuss-Marzipan, der Schweizer Nuss, der hellen Punschtorte oder dem Elsässer Apfelkuchen“, trauert er. Aus den online-Kommentaren sei „kleinerhobbit“ erwähnt, der urteilt: „In der Tat sind die Preise im Café Laumer mit dem neuen Pächter unverschämt hoch.“

Das Café Laumer, Bockenheimer Landstraße 67, bietet am Sonntag, 20 Uhr, eine Szenische Lesung aus Russischer Romantik und „Liebesbriefen der Weltliteratur“ an. Valery Tscheplinowa singt Lieder aus ihrer Heimat.

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