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14. Dezember 2012

Café Laumer: Torten-Alarm im Café Laumer

 Von 
Teures Café im teuren Frankfurt: das Laumer in der Bockenheimer Landstraße.  Foto: Michael Schick

Statt 4,30 Euro kostet die Kombination Herrentorte und Käsemohnkuchen im Frankfurter Traditionscafé Laumer nun 8 Euro. Damit nicht genug: Mehrere Cremeschichten der Torte sind auch entfallen, stellt ein langjähriger Kunde fest und wendet sich hilfesuchend an OB Feldmann. Und der handelt sofort.

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Statt 4,30 Euro kostet die Kombination Herrentorte und Käsemohnkuchen im Frankfurter Traditionscafé Laumer nun 8 Euro. Damit nicht genug: Mehrere Cremeschichten der Torte sind auch entfallen, stellt ein langjähriger Kunde fest und wendet sich hilfesuchend an OB Feldmann. Und der handelt sofort.

Torten haben im Café Laumer schon immer eine zentrale Rolle gespielt. Obwohl vom Philosophen Theodor W. Adorno eher überliefert ist, dass er in den 60er Jahren hier vor allem gerne sein Rührei aß. Torten-Liebhaber waren dafür der spätere Bundeskanzler Helmut Kohl (er kam während seines Frankfurter Jura-Studiums in den 50ern) und der 68er-Aktivist Fritz Teufel (er warf sie gegen die Café-Tür).

Doch jetzt ist der Torten-Frieden massiv gestört. Ein langjähriger Laumer-Besucher hat in einem Brandbrief an Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) Alarm geschlagen. Seit der neue Pächter Jorge Hubermann („Ich bezeichne ihn als Heuschrecke“) den Betrieb im städtischen Haus Bockenheimer Landstraße 67 übernommen habe, sei der Kuchenpreis massiv gestiegen. Zum Beispiel die beliebte Kombination Herrentorte und Käsemohnkuchen – vorher für 4,30 Euro zu haben, jetzt bei 8 Euro angelangt. „Eine Steigerung von satten 86 Prozent innerhalb weniger Monate.“ Im Übrigen beobachtete der Kuchenliebhaber bei der Herrentorte „den Entfall von mehreren Creme-Schichten“.

Der alarmierte Oberbürgermeister handelte sofort. „Ich habe umgehend veranlasst, dass eine Prüfung Ihres Anliegens durch das zuständige Dezernat erfolgt“, versprach das Stadtoberhaupt in einem Antwortbrief. Alfred Gangel, der Leiter des Liegenschaftsamts, wurde ins Laumer zum Ortstermin entsandt.
Und siehe da: Der Beamte bestätigt den Preis für die Kombi Herrentorte und Käsemohnkuchen. „Ja, das ist richtig.“ Und auch Pächter Hubermann gibt Preissteigerungen zu: „Wir haben um 20 Prozent erhöht.“

Allerdings verweist der 52-Jährige auf seine „Herstellungsphilosophie“, die auch als Faltblatt im Café erhältlich ist. Für Kuchen, Torten und Gebäck werden „ausschließlich Valrhona-Schokoladen aus Frankreich“ verwendet. Die guten Stücke werden „jede Nacht“ in der eigenen Konditorei im Keller „handgefertigt“. Alles Naschwerk entsteht ohne künstliche Farb- und Konservierungsstoffe. Die Konditoren, so der Café-Inhaber, bezahle er gut.

Es gibt auch günstigen Kuchen

So geht alles ins Geld. Den Beschwerdeführer beruhigt das nicht: „Da das Café eine Institution der Stadt ist, kann sie nicht die Augen vor der Preisentwicklung verschließen.“ Andernfalls werde die Kommune am Ende selbst „zur Heuschrecke“.

Das lässt Amtsleiter Gangel nicht ruhen. Sorgt er also durch eine hohe Pacht dafür, dass arme Rentner mittels steigender Kuchenpreise vertrieben werden? Der Beamte versichert nach seinem Ortstermin: „Diese Stadt ist teuer, aber es gibt im Laumer auch Torten für 3,50 Euro!“ Die Kommune wolle bewusst „ausreichend Angebote für den schmalen Geldbeutel“. Der Deutsch-Argentinier Hubermann beteuert, dass er von seinen argentinischen Eltern „mit der Achtung vor älteren Menschen erzogen“ worden sei.

Seine beiden Vorpächter haben Insolvenz angemeldet. Deshalb sagt Amtsleiter Gangel heute: „Pächter und Stadt teilen sich Chancen und Risiken.“ Er verlange von Hubermann als Monatspacht zehn Prozent des Umsatzes, das sei fair. Der Pächter: „Das ist nicht überzogen.“ Die Stadt sei „ein fairer Vertragspartner“.

Lässt sich also nichts tun an den Kuchenpreisen im Laumer? Schon Adorno wusste: „Keine Verbesserung ist zu klein oder geringfügig, als dass man sie nicht durchführen sollte.“

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