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05. November 2010

Clublife in Frankfurt: Mit Federboa und Zigarettenspitze

 Von Melanie Luke
Lässige Eleganz: die Swing-Chiefs Malte Stüttgen, Stefan Winter, Stefan Grötzschel (von links). Foto: FR/Schick

Drei Studenten bringen einen neuen Sound an den Main. Mit ihrem "Swingers Club" im Sachsenhäuser Ponyhof wollen sie Electro-Swing etablieren. Und ein bisschen positiveres Lebensgefühl verbreiten. Mit den richtigen Schwingungen.

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Der Sound ist wild, atemberaubend rasant. Die Gliedmaßen zucken, die Kontrolle über Arme und Beine haben die Gäste scheinbar an der Garderobe abgegeben. Eine Frau im kurzen schwarzen Kleid, mit Federboa und Perlenkette wirft die Unterschenkel in die Höhe, der junge Mann mit Hemd und Hosenträgern legt eine Art Steptanz hin, während er mit den Armen wedelt. Sie tanzen zu Electro-Swing, einer neuen Musikrichtung, die aus Paris und London kommt und den Swing der 20er und 30er Jahre mit treibenden Beats, moderner Elektronik sowie Elementen des NuFunk und Balkan mischt.

„Das ist die derzeit wohl tanzbarste Musik in Europas Clubs“, sagt Stefan Grötzschel. Gemeinsam mit Stefan Winter und Malte Stüttgen will er den Electro-Swing nach Deutschland bringen, nach Frankfurt. Im Mai dieses Jahres haben die drei Studenten als DJ-Trio angefangen, diese Musikrichtung in verschiedenen Locations wie dem Clubkeller und dem Silbergold in unregelmäßigen Abständen auf den Plattenteller zu bringen. Der neue Sound kam an und so wurden die Betreiber des Ponyhofs auf den „Swingers Club“ aufmerksam. Jetzt haben sie eine feste Partyreihe, an jedem ersten Samstag im Monat bringen die Drei den noch unbekannten Beat in die Stadt.

Der Electro-Swing entstand um die Jahrtausendwende, als sich in Chicago eine „Swing-House-Szene“ bildete, die alsbald nach Frankreich schwappte. Auf diese Musik stießen die drei Freunde, als sie gemeinsam in einer Band spielten. „Wir haben die Fühler nach neuer Musik ausgestreckt“, sagt der in Bonn geborene Stüttgen, der in Frankfurt Soziologie studiert. Mit der Band haben sie viel ausprobiert, aber nie ein klares Ziel gehabt. Ans Auflegen dachten sie zu dem Zeitpunkt nicht. Der Anstoß kam von außen. „Wir wollten gar nicht unbedingt DJs werden“, gibt der gebürtige Magdeburger und Politikstudent Grötzschel zu und lacht.

"Es geht um Stil"

Dass es ihnen aber nicht nur darum geht, Electro-Swing zu etablieren, sondern ein Lebensgefühl, sieht man ihnen an. Sie fläzen sich bequem im Sessel, tragen Hosenträger, spitze Schuhe und Hut mit einer lässigen Eleganz. „Es geht um Stil“, erklärt Grötzschel zwischen zwei entspannten Zigarettenzügen. Der Club sei keine Motto-Party. Darauf bestehen sie. Vielmehr wollen sie einen Lifestyle vermitteln. Die „Roaring Twenties“ lägen schon ein bisschen in der Luft, man müsse den Leuten „nur einen Schubs geben“.

Deshalb wollen sie auch Frankfurter Modedesigner animieren, Mode für ihre Partys zu entwerfen. Und an den Abenden werden Tanzfilme der 20er Jahre an die Wand projiziert. Was den Electro-Swing sonst noch ausmacht? „Er ist positiv und fröhlich, so dass man einfach gute Laune bekommt“, meint Grötzschel. Jetzt legen sie noch auf, was sie zusammentragen konnten. Langfristig wollen sie auch selbst produzieren. Aber im Moment zählt: „Wir wollen, dass die Leute tanzen und glücklich nach Hause gehen.“

Am Samstag, 6. November, 22 Uhr, findet die große Eröffnungsparty des Swinger Clubs im Ponyhof, Klappergasse 16 (Alt-Sachsenhausen) statt. Wer gekleidet im 20er-Jahre-Stil erscheint, bekommt freien Eintritt.

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