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Demonstration gegen Wohnungsnot: Wohnen für alle bleibt das Ziel

Gemeinsam demonstrieren die Occupy-Bewegung und das Netzwerk „Wem gehört die Stadt“ gegen steigende Mieten und die Verknappung des Wohnraums in Frankfurt. Die Occupier kündigen unterdessen weitere Aktionen an - ihr Camp ist mittlerweile winterfest.

eben und günstig wohnen in der Stadt: Demonstranten sammeln sich auf dem Rathenauplatz.
eben und günstig wohnen in der Stadt: Demonstranten sammeln sich auf dem Rathenauplatz.
Foto: Michael Schick

Es ist eine kleine Gruppe, die sich am Samstagmittag bei kaltem Wind am Rathenauplatz versammelt. „Da müssen aber noch ein paar mehr kommen, das ist doch ein wichtiges Thema“, sagt Anette Mönich von der Initiative Zukunft Bockenheim. Es kamen auch noch mehr. Rund 350 Leute demonstrierten für „Wohnen und Stadt für alle“.

Die Occupy-Bewegung hat sich mit dem Netzwerk „Wem gehört die Stadt“ zusammengeschlossen, um auf steigende Mieten und Verknappung des Wohnraums aufmerksam zu machen. „Wenn die Leute sehen, dass andere dafür auf die Straße gehen, nimmt das vielleicht die eigenen Ängste“, sagt Mönich, die sich seit Jahren für bezahlbare Mieten im Stadtteil engagiert. „Es ist ein Thema, das sich durch alle Altersgruppen zieht und immer wichtiger wird“, weiß Rita Schladt von der Aktionsgemeinschaft Böhmerstraße/Auf der Körnerwiese/Lerbachstraße. Nicht nur Studenten oder Rentner, auch immer mehr Normalverdiener hätten unter den steigenden Mieten zu leiden, sagt auch Occupier Axel.

„Weg mit dem Lagenzuschlag“ und „Stoppt Mieterhöhungen. Wir Bockenheimer bleiben hier“, steht auf den Plakaten von Mönich und ihren Mitstreitern. „Ohne Engagement passiert nichts“, sagt sie und geht daher am Samstag vom Rathenauplatz durch das Bahnhofsviertel, ins Gallus, nach Bockenheim und durchs Westend zum Camp der Occupier. Der Trupp hält ab und zu an, etwa vor dem Büro der ABG Holding in der Elbestraße. Die orientiere sich mittlerweile fast ausschließlich an möglichen Profiten, betreibe derzeit mehrere hundert Räumungsklagen, sagt Autor Wolf Wetzel, der vor dem Gebäude eine Rede hält. Die ABG sei nicht mehr das, was sie einmal war: sozial nämlich.

Demo gegen Wohnungsnot in Frankfurt

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Occupy Frankfurt: Gesichter des Protests

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Occupy in Frankfurt

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Der Wohnraum wird gerade auch in den Stadtteilen um die Universität, in Bockenheim und im Westend teurer. „Das darf nicht sein.“ Das sieht auch Mönich so, die sich für Wohnen im Philosophicum einsetzt. „Die gesunde Durchmischung der Leute im Stadtteil muss erhalten werden.“

Wie schwer es ist, bezahlbaren Wohnraum zu finden, haben auch die vier Clowns gemerkt, die sich unter die Demonstranten gemischt haben. „Ich habe immer meinen Koffer dabei, dann kann ich gleich irgendwo einziehen, falls ich mal was nicht zu Teures und Schönes finde.“

Camp ist mittlerweile winterfest

Bis es so weit ist, malt er mit Kreide ein paar Herzchen und Blumen um Polizisten, die die Demonstranten im Auge behalten. „Wohnen ist so teuer. Das ist ungerecht, wie soll ein einfacher Clown sich das denn leisten?“, fragt ein zweiter. Bis man etwas gefunden habe, könne man ja ins Camp ziehen, schlägt ein dritter vor.

Das ist mittlerweile winterfest. Unter die Zelte haben die Bewohner Paletten und Matten gelegt. „Seitdem ist es deutlich angenehmer“, sagt Reiner, der seit zwei Monaten im Camp schläft. Vor Eis und Schnee hat er keine Angst. „Wir passen aufeinander auf.“ Es seien noch etwa 70 Leute, die regelmäßig im Camp schlafen. Reiner hofft, dass es auch bei noch kälteren Temperaturen so bleibt.

Die Occupier haben noch viel vor. „Im Frühjahr geht es erst richtig los“, sagt Axel, der dann auch wieder mit mehr Demonstranten rechnet. Derzeit diskutiert man im Camp über eine mögliche Rechtsform für die Bewegung. „Personen sollen nicht mehr privat haftbar gemacht werden können“, sagt Axel, „und wir wollen Spendenquittungen ausstellen können und somit an größere Spender heran kommen.“

Das Camp ist noch bis zum 27. Dezember genehmigt, Axel geht davon aus, dass die Genehmigung wie üblich um zwei Wochen verlängert wird. Die Occupier wollen gemeinsam Silvester im Camp feiern. Nach der letzten Demo in diesem Jahr, die an Silvester ab 16 Uhr stattfindet.

Autor:  Laura Wagner
Datum:  19 | 12 | 2011
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