Gemeinsam demonstrieren die Occupy-Bewegung und das Netzwerk „Wem gehört die Stadt“ gegen steigende Mieten und die Verknappung des Wohnraums in Frankfurt. Die Occupier kündigen unterdessen weitere Aktionen an - ihr Camp ist mittlerweile winterfest.
eben und günstig wohnen in der Stadt: Demonstranten sammeln sich auf dem Rathenauplatz.
Foto: Michael Schick
eben und günstig wohnen in der Stadt: Demonstranten sammeln sich auf dem Rathenauplatz.
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Es ist eine kleine Gruppe, die sich am Samstagmittag bei kaltem Wind am Rathenauplatz versammelt. „Da müssen aber noch ein paar mehr kommen, das ist doch ein wichtiges Thema“, sagt Anette Mönich von der Initiative Zukunft Bockenheim. Es kamen auch noch mehr. Rund 350 Leute demonstrierten für „Wohnen und Stadt für alle“.
Die Occupy-Bewegung hat sich mit dem Netzwerk „Wem gehört die Stadt“ zusammengeschlossen, um auf steigende Mieten und Verknappung des Wohnraums aufmerksam zu machen. „Wenn die Leute sehen, dass andere dafür auf die Straße gehen, nimmt das vielleicht die eigenen Ängste“, sagt Mönich, die sich seit Jahren für bezahlbare Mieten im Stadtteil engagiert. „Es ist ein Thema, das sich durch alle Altersgruppen zieht und immer wichtiger wird“, weiß Rita Schladt von der Aktionsgemeinschaft Böhmerstraße/Auf der Körnerwiese/Lerbachstraße. Nicht nur Studenten oder Rentner, auch immer mehr Normalverdiener hätten unter den steigenden Mieten zu leiden, sagt auch Occupier Axel.
„Weg mit dem Lagenzuschlag“ und „Stoppt Mieterhöhungen. Wir Bockenheimer bleiben hier“, steht auf den Plakaten von Mönich und ihren Mitstreitern. „Ohne Engagement passiert nichts“, sagt sie und geht daher am Samstag vom Rathenauplatz durch das Bahnhofsviertel, ins Gallus, nach Bockenheim und durchs Westend zum Camp der Occupier. Der Trupp hält ab und zu an, etwa vor dem Büro der ABG Holding in der Elbestraße. Die orientiere sich mittlerweile fast ausschließlich an möglichen Profiten, betreibe derzeit mehrere hundert Räumungsklagen, sagt Autor Wolf Wetzel, der vor dem Gebäude eine Rede hält. Die ABG sei nicht mehr das, was sie einmal war: sozial nämlich.
Demo gegen Wohnungsnot in Frankfurt
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Demo gegen Wohnungsnot in Frankfurt
Rund 350 Menschen demonstrieren am Samstagnachmittag (17.12.2011) gegen steigende Mieten und die Verknappung des Wohnraums in Frankfurt. Zu der Demonstration hatten die Occupy-Bewegung und das Netzwerk "Wem gehört die Stadt" aufgerufen. Gemeinsam zogen die Demonstranten vom Rathenauplatz durch das Bahnhofsviertel, ins Gallus, nach Bockenheim und durchs Westend zum Camp der Occupier.
Foto: Michael Schick
Rund 350 Menschen demonstrieren am Samstagnachmittag (17.12.2011) gegen steigende Mieten und die Verknappung des Wohnraums in Frankfurt. Zu der Demonstration hatten die Occupy-Bewegung und das Netzwerk "Wem gehört die Stadt" aufgerufen. Gemeinsam zogen die Demonstranten vom Rathenauplatz durch das Bahnhofsviertel, ins Gallus, nach Bockenheim und durchs Westend zum Camp der Occupier.
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Rund 350 Menschen demonstrieren am Samstagnachmittag (17.12.2011) gegen steigende Mieten und die Verknappung des Wohnraums in Frankfurt. Zu der Demonstration hatten die Occupy-Bewegung und das Netzwerk "Wem gehört die Stadt" aufgerufen. Gemeinsam zogen die Demonstranten vom Rathenauplatz durch das Bahnhofsviertel, ins Gallus, nach Bockenheim und durchs Westend zum Camp der Occupier.
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Rund 350 Menschen demonstrieren am Samstagnachmittag (17.12.2011) gegen steigende Mieten und die Verknappung des Wohnraums in Frankfurt. Zu der Demonstration hatten die Occupy-Bewegung und das Netzwerk "Wem gehört die Stadt" aufgerufen. Gemeinsam zogen die Demonstranten vom Rathenauplatz durch das Bahnhofsviertel, ins Gallus, nach Bockenheim und durchs Westend zum Camp der Occupier.
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Rund 350 Menschen demonstrieren am Samstagnachmittag (17.12.2011) gegen steigende Mieten und die Verknappung des Wohnraums in Frankfurt. Zu der Demonstration hatten die Occupy-Bewegung und das Netzwerk "Wem gehört die Stadt" aufgerufen. Gemeinsam zogen die Demonstranten vom Rathenauplatz durch das Bahnhofsviertel, ins Gallus, nach Bockenheim und durchs Westend zum Camp der Occupier.
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Rund 350 Menschen demonstrieren am Samstagnachmittag (17.12.2011) gegen steigende Mieten und die Verknappung des Wohnraums in Frankfurt. Zu der Demonstration hatten die Occupy-Bewegung und das Netzwerk "Wem gehört die Stadt" aufgerufen. Gemeinsam zogen die Demonstranten vom Rathenauplatz durch das Bahnhofsviertel, ins Gallus, nach Bockenheim und durchs Westend zum Camp der Occupier.
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Rund 350 Menschen demonstrieren am Samstagnachmittag (17.12.2011) gegen steigende Mieten und die Verknappung des Wohnraums in Frankfurt. Zu der Demonstration hatten die Occupy-Bewegung und das Netzwerk "Wem gehört die Stadt" aufgerufen. Gemeinsam zogen die Demonstranten vom Rathenauplatz durch das Bahnhofsviertel, ins Gallus, nach Bockenheim und durchs Westend zum Camp der Occupier.
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Rund 350 Menschen demonstrieren am Samstagnachmittag (17.12.2011) gegen steigende Mieten und die Verknappung des Wohnraums in Frankfurt. Zu der Demonstration hatten die Occupy-Bewegung und das Netzwerk "Wem gehört die Stadt" aufgerufen. Gemeinsam zogen die Demonstranten vom Rathenauplatz durch das Bahnhofsviertel, ins Gallus, nach Bockenheim und durchs Westend zum Camp der Occupier.
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Occupy Frankfurt: Gesichter des Protests
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Occupy Frankfurt: Gesichter des Protests
Bianca Palaganas-Jones besucht die Besetzer mit ihrer Berufsschulklasse. "Müsst Ihr hier nicht ewig aushalten, bis sich wirklich was ändert?", frägt die 24jährige skeptisch. Die Ideen der Besetzer findet sie gut, sagt sie, aber sie würde anders für ihre Ziele kämpfen. In die Liste der Unterstützer trägt sie sich trotzdem ein.
Foto: Jonas Nonnenmann
Peter hat schon gegen die neue Frankfurter Landebahn protestiert, jetzt hat er eine neue Mission. "Diese Nahrungsmittelkonzerne, das sind alles Lügner", sagt er und kann schon mal lauter werden, wenn jemand bezweifelt, dass Fluorid in der Zahnpasta absolut gefährlich ist. Für das Camp hat er viel Zeit; wegen einer Armoperation ist er von der Arbeit freigestellt.
Foto: Jonas Nonnenmann
Roman kommt aus Marokko. Weil ihm das Wort für "Dreißig" gerade nicht einfällt, spreizt er drei Finger. So alt bin ich, sagt er und lächelt. Roman lächelt überhaupt viel, aber nicht alle freuen sich über ihn. Mal ärgert sich ein Ordner, dass er wieder Zigaretten schnorrt, mal sagt ein anderer hinter vorgehaltener Hand, der komme doch nur, weil es im Occupy-Camp kostenloses Essen gibt. Dabei hat auch Roman ein Anliegen: Europa solle Afrikaner endlich behandeln wie Menschen, sagt er.
Foto: Jonas Nonnenmann
Simon Bis, 35, hat vor kurzem erst erfahren, dass da in Frankfurt jemand demonstriert. Mit seiner Gitarre auf dem Rücken war er auf dem Weg nach München, wo er normalerweise wohnt. Einmal im Camp, findet er die Ideen der Besetzer überzeugend. "Zu viele haben zu viel Geld", sagt er. Dass Einzelne Milliarden besitzen, zerstöre die Demokratie.
Foto: Jonas Nonnenmann
"Nenn mich Roberto", sagt der Mann auf dem Bild; normalerweise arbeitet in der freien Wirtschaft, trägt Anzug und Krawatte. Roberto will keinen Ärger, weil er seinen Urlaub in einem der Zelte verbringt. Im Camp ist er einer von denen, die etwas zu sagen haben - obwohl formal alle gleich sind. "Wir haben hier ja keine Chefs", sagt er, das klingt etwas bedauernd. Zu den Versammlungen geht er selten: Zu viele Diskussionen über belangloses, da sind ihm Geschäftskonferenzen lieber. Trotzdem ist ihm der Protest sehr wichtig - er will nicht, dass seine Kinder einmal die Schulden seiner Generation ausbaden.
Foto: Jonas Nonnenmann
Maimouna Jah (21) findet: „Das Protestcamp ist eine gute Plattform für den Dialog verschiedener Ideologien. Wir sind eine heterogene Bewegung, aber wir kommen gut miteinander aus. Wenn die Leute hier vorbeilaufen, wollen sie teilhaben. Selbst die Banker finden den Protest gut." Maimouna fürchtet, dass sich auch in Deutschland die wirtschaftliche Situation verschlimmern könnte. Deshalb glaubt sie, dass der Protest an Größe gewinnen wird.
Foto: Andreas Arnold
Peter Stöber kommt eigentlich aus Bayern. Er ist 28 und hat vor einem Jahr seinen Job als IT-Consultant für große deutsche Banken an den Nagel gehängt und ist seither selbstständig. "Burnout", erklärt er. Seine Arbeit habe ihm Einblicke in das Bankenwesen verschafft und er verstehe den Fachjargon. Das möchte er im Camp einbringen. Seine Meinung durchsetzen oder Lösungsvorschläge erarbeiten, ist nicht sein primäres Anliegen. "Keiner versteht den Geldwertschöpfungsprozess", erklärt Peter. Deshalb ist es gut, dass hier endlich einmal wieder geredet werde. Bald tritt er einen neuen Job im Allgäu an. Dann wird die Zeit für ihn im Camp vorbei sein. "Aber an den Wochenenden komme ich wieder", versichert er.
Foto: Verena Hölzl
Eigentlich sind die Menschen, die wir hier vorstellen, alle gleich interessant. Bei Piotr haben wir dann aber doch etwas mehr gestaunt. Der 22-jährige gebürtige Pole ist von Madrid über Brüssel nach Frankfurt gelaufen. 2400 Kilometer hat er auf dem Buckel. Eigentlich lebt er im spanischen Santander. "Out of work?" wiederholt er unsere Frage grinsend. Nein, arbeitslos sei er nicht. Er habe schließlich teil an Occupy. Seine Geschichte begann am 15. Mai. Damals schloss er sich der Occupy-Bewegung in Madrid an. Im Juni seien dann Menschen aus verschiedenen spanischen Städten in die Hauptstadt gekommen. "Indignados", die "Empörten" nennen sich die Occupy-Aktivisten in Spanien. Wie unterscheidet die Protest-Kultur in Deutschland sich von der in Madrid oder in Brüssel? Die Deutschen brauchen mehr Zeit, findet der Protest-Globetrotter. Dafür sei die Energie im Frankfurter Camp außergewöhnlich stark. Aus seiner Umhängetasche spitzt eine Zahnbürste hervor. Wenn es hier zu kalt wird, hat Piotr übrigens auch eine Lösung parat: Er wird sich auf den Weg nach Griechenland machen.
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Jule ist 21 und studiert in Frankfurt Pädagogik. Deshalb gibt es ein Anliegen, dass ihr besonders am Herzen liegt: die Bildungspolitik. Dass Occupy unterschiedliche Anliegen unter einen Hut bringen will, ist für sie kein Hindernis. "Ganz im Gegenteil! Wir müssen endlich verstehen, dass in unserer Gesellschaft viele Dinge miteinander vermischt sind." Das Schauspiel zum Beispiel könne Occupy nicht stärker unterstützen, weil der Kulturbetrieb von Banken gesponsored ist. Auch Universitäten seien zwischenzeitlich in der Hand der Wirtschaft. "Die Gewalten müssem wieder mehr getrennt werden", fordert Jule. Mit ihrem Engagement will sie beweisen: Die Jugend lässt nicht alles mit sich machen. Und Jule schon gleich gar nicht. Sie spricht viel von Zahlen, die ihre Thesen belegen - und davon, dass sie schon während ihrer Schulzeit kritisches Denken vermisst habe. Parteien sind für die junge Frau zu sehr von Lobbyismus geprägt und Organisationen, in denen sie sich engagieren könnte, "gibt es schon immer". Occupy hingegen sei etwas Neues, etwas Weltweites - eine neue Chance, findet Jule.
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"Wenn nicht jetzt, wann dann?" Thomas gibt die Frage, warum er hier sei, postwendend zurück. Eigentlich lebt er als Hartz-IV-Empfänger in Trier. Er hat im Internet eine Gleichgesinnte kennengelernt. Zusammen sei man wegen der Occupy-Demo nach Frankfurt gekommen. "Das System ist marode, die Politiker haben uns belogen und betrogen", schimpft Thomas. Er ist in der Dynamik- und der Demo-Gruppe der Bewegung engagiert. Was er sich wünscht: "Dass mehr Leute hierher kommen und andere Städte sich dem Protest anschließen."
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Eigentlich interessieren wir uns nur für die Menschen, die auch mit ihrem Namen und Gesicht für die Protestbewegung stehen. Bei diesem jungen Mann haben wir eine Ausnahme gemacht. Stellvertretend für die "Anons" in der Bewegung - so nennen sich die Internetaktivisten von "Anonymous" - soll er hier präsentiert werden. Man trägt dieselbe einheitliche Maske und hat keinen Namen. So ist das bei "Anonymous". Ihr Gesicht verdecken die Anons im Camp allerdings zwischenzeitlich nur noch sporadisch. Unser Kandidat hier ist im Zeltdorf als Ordner unterwegs. Er bringt dabei vor allem seine Sanitäter-Kenntnisse ein.
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Wir haben auch mit "Fritz" gesprochen. Eigentlich heißt "Fritz" Christian und mit Nachnamen Fritz. "Aber Christians gibt´s hier schon so viele", erklärt er. Er ist verrenteter Handwerker und wenn er sich nicht im Zeltdorf aufhält, dann lebt er in Sachsenhausen. Zu Zeiten des ersten Golfkriegs engagierte er sich bei der Initiative "Kein Blut für Öl". Die New Yorker Bewegung "Occupy Wall Street" hat den bekennenden Kapitalismuskritiker inspiriert, auch in Frankfurt zu protestieren. Er spricht von einer "Aura" am Willy-Brandt-Platz, die ihn beeindrucke. "Hier kommen Menschen aus allen Schichten zusammen", freut er sich. Es sei nicht einfach eine linke Struktur, die sich zu stark auf ein Anliegen einschießt und daran zugrunde geht.
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Wolfgang Nethöfel hat eine Ausbildung als Mediator. Als solcher trainiert der Sozialethiker Studenten an der Universität Marburg. Auf eigene Faust möchte er in der Frankfurter Matthäus-Kirche jeweils einen Bänker und ein Occupy-Mitglied an einen Tisch bringen. "So viel Offenheit wäre 1968 nicht möglich gewesen", weiß Nethöfel. Er war damals bei den Studentenprotesten aktiv.
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Daniel Fryns zum Beispiel. Er scheint zu wissen, wovon er spricht. Der 23-Jährige studiert Volkswirtschaftslehre und glaubt: "Das Investmentbanking muss von der Realwirtschaft getrennt werden." Seine heimliche Hoffnung: Wenn der Druck der Bevölkerung wächst, hat die Politik ein "Alibi" dafür, die Finanzwelt an die Kandarre nehmen zu müssen. Welchem politischen Lager er angehört, kann er nicht beantworten: "Es gibt doch keine politischen Stände mehr." Ab und an schaut auch seine Mama im Camp vorbei und bringt ihrem Sohnemann beispielsweise seinen Beamer - der zwischenzeitlich geklaut wurde. Daniel lässt sich nicht entmutigen und macht weiter. Er organisierte mit seinen Mitstreitern einen kleinen Flashmob, um vor der Deutschen Bank auf Lebensmittelspekulation aufmerksam zu machen.
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Frank Stegmaier hat in seinem Zeltlager am Samstag noch davon gesprochen, Occupy EZB anzugehören. Denn er hat vor allem etwas gegen den Euro-Rettungsschirm. Letztlich hat er dann doch gemeinsame Sache mit Occupy Frankfurt gemacht und betreut inzwischen einen Video-Channel. Deshalb ist der 42-jährige freiberufliche Promoter überall mit seiner Kamera unterwegs. Dass er oft als Informationsquelle angezapft wird, schmeichelt ihm. Zuhause unterstützen ihn seine Frau und seine Tochter.
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Im Camp steht nicht nur Diskussion auf dem Plan. Zumindest gilt das für Wanja. Der 27-jährige Student ist ganztags im Zeltdorf und schreibt dort seine Abschlussarbeit in Sportpsychologie. "Statt dass ich mich zuhause auf Youtube ablenke, tue ich lieber hier etwas Sinnvolles", gibt er zu und grinst.
Foto: Verena Hölzl
Auch Nele kann nicht am Willy-Brandt-Platz übernachten: Sie hat eine kleine Tochter, die sie auch schon mal mitnimmt. Die 26-Jährige ist erst vor kurzem für ihren Master in Soziologie nach Frankfurt gekommen und meint: "Das ist ein super Start für mich!" Wenn sie erzählt, warum sie hier ist, betont sie wie viele andere: "Ich kann aber nur für mich sprechen!" Ihre Sorge gilt vor allem dem Raubbau an Mensch und Natur. Ihr Motto: "Fragend schreiten wir voran." Sie findet es gut, dass bei Occupy verschiedene Bewegungen erstmals zusammengeführt werden. Wie es weitergeht, werde sich zeigen. Nele ist sich bewusst: "Der Weg der Institution ist auch immer der Weg der Macht."
Foto: Verena Hölzl
Das ist Eike. Er ist zwanzig und hat in diesem Jahr sein Abi gemacht. Seine Zeit im Camp wird begrenzt sein, denn bald geht er nach Südamerika. Warum er hier ist? "Die Folgen des fehlerhaften Finanzsystems betreffen uns alle konkret." Investmentbanking? "Nicht mit meinem Geld!", meint er entschlossen. Auch Eikes Vater sitzt in der Parkanlage. Er schwärmt davon, wie er in den 70ern die Straßenbahngleise auf der Zeil zubetonierte. "Das ist keine Generation, der alles gleichgültig ist. Ich unterstütze das aus voller Überzeugung."
Foto: Verena Hölzl
Das hier ist Erik Holst. Erik ist 25 Jahre alt und der Anzug ist keine Verkleidung. Der BWL-Student hat als Praktikant in dieser Kluft selbst schon mal in einer Bank mitgearbeitet. "Das hat mich entsetzt", meint er. Über Facebook habe er sich freiwillig gemeldet und unterstützt die Bewegung, wo immer er kann - auch wenn er die Nächte nicht in einem der Zelte verbringt. Erik findet seine Vorstellungen in den Programmen unterschiedlicher Parteien wieder und hat auch gegen die Startbahn am Flughafen demonstriert. "Aber demonstrieren alleine reicht nicht. Deshalb bin ich in einer studentischen Gruppe, die Elektromobilitäts-Konzepte für den Frankfurter Flughafen entwickelt."
Foto: Verena Hölzl
Als "Facebook auf der Straße" betrachtet Lorenzo Horvat (54) die Occupy-Bewegung. „Das ist viel mehr als eine Demo, es ist eine Keimzelle für die Veränderung der Gesellschaft wie Ende der 1960er Jahre. Ich mache mit, weil ich ein Teil dieser Gesellschaft bin. Es handelt sich um eine natürliche Bewegung, die nicht gegen, sondern für etwas ist." Horvat glaubt, dass jeder von der Bewegung mitgetragen wird, weil jeder von der Krise betroffen ist.
Foto: Andreas Arnold
Das ist "Hermes". Er war auch schon mal bei der Piraten-Partei aktiv. Als IT-Fachmann kennt er sich bestens mit Computertechnik aus und bastelt momentan an einer stabilen Internetverbindung. Da er Freiberufler ist, kann er sich seine Zeit frei einteilen und seine Überzeugungen in der Taunus-Anlage vertreten.
Foto: Verena Hölzl
Matthias (25) kommt aus Wiesbaden. Er ist für eine Zeitarbeitsfirma tätig und hat momentan keinen Einsatz. Deshalb ist es kein Problem für ihn, Tag und Nacht bei Occupy dabei zu sein.
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Dieser junge Mann ist 27 Jahre alt und macht eine Bäckerlehre. Deshalb kann er jeden Tag Brot spenden. "Im Kreis sitzen und diskutieren, das ist nicht meins", erklärt er. Er ist seit Sonntag am Willy-Brandt-Platz und hat bis Dienstag frei. Ab Mittwoch möchte er auf alle Fälle nach Dienstschluss um 18 Uhr aus Wiesbaden kommen, um weiterhin dabei zu sein.
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Jolly, so sein Künstlername, kommt untertags ins Camp. Er ist Künstler und verbindet die Arbeit mit dem Vergnügen: "Wenn ich hier jongliere, mache ich mein Training und nebenbei den Menschen hier Freude." Er überlegt, ob er im großen Stil eine Showeinlage präsentieren will.
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Dieses junge Paar sieht sich besonders interessiert im Zelt-Dorf um. Sascha (22) und Kim (21) überlegen, ob sie sich den Besetzern anschließen wollen. Im normalen Leben studiert der Blogger Informatik, seine Freundin Rechtswissenschaften. Sie kommt direkt aus der Vorlesung.
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Pia studiert eigentlich in Freiburg. Sie wollte ihre Eltern in Frankfurt besuchen und ist wegen der Demonstration am Samstag früher angereist. Sie erzählt: "Ich wollte helfen, aber es gibt einfach schon so viele Leute hier." Ihr konkreter Grund, teilzunehmen: Als Studentin empört sie sich darüber, dass der Staat Gelder für die Bildung verzockt hat."
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Andreas (24) erklärt: „Ich beteilige mich seit Samstag an den Protesten, weil es nicht sein kann, dass sich Politiker vom Finanzmarkt beherrschen lassen." Die Veranstaltung ist für ihn nicht irgendeine Demo, sondern der Anfang einer globalen Bewegung. "Leute bringen uns Essen und Getränke, stellen sich dazu und diskutieren mit. Niemand wird ausgeschlossen. Das ist es mir wert, bei diesen Temperaturen draußen im Zelt zu schlafen.“
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Thomas, 51, steht am Infostand. Sieben Jahre lang hat er am Telefon so ziemlich alles verkauft, "es musste nur teuer sein und gut". Thomas kennt sich mit chinesischen Teppichen aus, mit Vasen aus der Ming-Dynastie und damit, wie man Leute dazu bringt, etwas zu kaufen, was sie nicht brauchen. Bis er 2001 beschloss, dass es wichtigeres gibt als Geld. Jetzt hält führt er Schulklassen über das Gelände, oder er hält Vorträge über Die Verkaufsmethoden der Kapitalanlagebetrüger.
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Occupy in Frankfurt
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Der Protest gegen die Banken ist zuweilen lautstark.
Die Faust wird zum Kampf allerdings nur symbolisch erhoben. Die Demonstranten sind friedlich.
Auch die obligatorischen Guy-Fawkes-Masken sind zu sehen.
Von Gleichgesinnten umzingelt: Zwei Freunde treffen sich.
Die Teilnehmer sind mit Fantasie dabei.
Und jetzt haben sie es geschafft: Die Banken sind umzingelt.
Tausende Demonstranten ziehen am Samstag Nachmittag (12. November 2011) durch das Frankfurter Bankenviertel.
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Der Wohnraum wird gerade auch in den Stadtteilen um die Universität, in Bockenheim und im Westend teurer. „Das darf nicht sein.“ Das sieht auch Mönich so, die sich für Wohnen im Philosophicum einsetzt. „Die gesunde Durchmischung der Leute im Stadtteil muss erhalten werden.“
Wie schwer es ist, bezahlbaren Wohnraum zu finden, haben auch die vier Clowns gemerkt, die sich unter die Demonstranten gemischt haben. „Ich habe immer meinen Koffer dabei, dann kann ich gleich irgendwo einziehen, falls ich mal was nicht zu Teures und Schönes finde.“
Camp ist mittlerweile winterfest
Bis es so weit ist, malt er mit Kreide ein paar Herzchen und Blumen um Polizisten, die die Demonstranten im Auge behalten. „Wohnen ist so teuer. Das ist ungerecht, wie soll ein einfacher Clown sich das denn leisten?“, fragt ein zweiter. Bis man etwas gefunden habe, könne man ja ins Camp ziehen, schlägt ein dritter vor.
Das ist mittlerweile winterfest. Unter die Zelte haben die Bewohner Paletten und Matten gelegt. „Seitdem ist es deutlich angenehmer“, sagt Reiner, der seit zwei Monaten im Camp schläft. Vor Eis und Schnee hat er keine Angst. „Wir passen aufeinander auf.“ Es seien noch etwa 70 Leute, die regelmäßig im Camp schlafen. Reiner hofft, dass es auch bei noch kälteren Temperaturen so bleibt.
Die Occupier haben noch viel vor. „Im Frühjahr geht es erst richtig los“, sagt Axel, der dann auch wieder mit mehr Demonstranten rechnet. Derzeit diskutiert man im Camp über eine mögliche Rechtsform für die Bewegung. „Personen sollen nicht mehr privat haftbar gemacht werden können“, sagt Axel, „und wir wollen Spendenquittungen ausstellen können und somit an größere Spender heran kommen.“
Das Camp ist noch bis zum 27. Dezember genehmigt, Axel geht davon aus, dass die Genehmigung wie üblich um zwei Wochen verlängert wird. Die Occupier wollen gemeinsam Silvester im Camp feiern. Nach der letzten Demo in diesem Jahr, die an Silvester ab 16 Uhr stattfindet.