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28. Oktober 2014

Deutscher Olympischer Sportbund: Das Sportmekka im Wald

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Eine Visualisierungen des DOSB-Neubaus in der Otto-Fleck-Schneise 12.  Foto: nesseler grünzig bau gmbh_HPP A

Hinter dem Waldstadion beginnt die Welt der Sportverbände. Wie viele Institutionen dort ihren Sitz haben, weiß nicht einmal der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB). Und es könnten noch mehr werden, denn der DOSB expandiert.

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Wie viele Sportverbände und Institutionen in der Otto-Fleck-Schneise im Stadtwald aktuell ihren Sitz haben, weiß nicht mal der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB). Fest steht, dass allein der Dachverband in seinem Domizil in der Otto-Fleck-Schneise 12 neun Untermieter hat, vom American-Football-Verband Deutschland bis zum Deutschen Verband für Garde- und Schautanzsport. „Wir profitieren sehr von dem Kontakt zu anderen Verbänden, man trifft sich auf dem kleinen Dienstweg in der Kantine oder beim Joggen“, verrät Thomas Arnold, Direktor Finanzen beim DOSB.

Etwa 30 Verbände firmieren derzeit zwischen Mörfelder Landstraße und Flughafenstraße, direkt hinterm Waldstadion. Demnächst könnten noch ein paar Verbände hinzukommen. Denn der DOSB baut im großen Stil: Für 25 Millionen Euro soll ein neues Domizil entstehen. Dieser Tage beginnen die Abbrucharbeiten in der Otto-Fleck-Schneise 12. Das in den 70er Jahren entstandene Haus 1 wird zurückgebaut, wie es neudeutsch heißt. In dem Neubau hat der DOSB dann auch wieder mehr Platz und will weiteren Verbänden und Institutionen Unterschlupf gewähren. „Wir können dann 1,5 Stockwerke zusätzlich vermieten“, so Arnold.

Derzeit ist es sehr ruhig in dem Abschnitt der Otto-Fleck-Schneise 12. Die 170 Mitarbeiter des DOSB sind schon vor ein paar Wochen in ihr Ausweichquartier nach Neu-Isenburg umgezogen. Wobei, richtig ruhig ist es hier nicht, denn bei entsprechender Wetterlage dröhnen im Minutentakt die Flieger über den Stadtwald. Der Fluglärm ist einer der Gründe, warum sich die DOSB-Mitarbeiter auf ihr neues Domizil freuen. „Der energetische Zustand des alten Hauses und der Fluglärm passen nicht zusammen“, sagt Finanzchef Arnold.

Umzug des DOSB war nie ein Thema

Das neue Gebäude soll nicht nur zeitgemäßer gedämmt werden, es wird auch einen großen Sitzungssaal haben, der den Sportfunktionären derzeit fehlt. Zuletzt mussten sich die Olympioniken daher immer im großen Sitzungssaal des DFB in der Otto-Fleck-Schneise 6 einmieten. Bis Juni 2016 soll nun ein „identitätsstiftendes Gesamtwerk“ gebaut werden. Das in den 90er Jahren gebaute Haus 2 soll dabei in die U-Form integriert und umfassend energetisch saniert werden. Nachdem bekanntwurde, dass der DFB die Otto-Fleck-Schneise in absehbarer Zeit in Richtung Galopprennbahn verlässt, hatte der DOSB kurzzeitig überlegt, ob er die Räume der Fußballer vielleicht übernehmen könnte. „Es hat für uns von der Aufteilung aber nicht gepasst“, sagt Arnold.

Ein Umzug des DOSB aus Frankfurt fort war laut Arnold „nicht wirklich ein Thema“. In dem Waldstück zwischen Autobahnen, Bahngleisen und Flughafen mag vielleicht niemand wohnen wollen, aber zum Arbeiten sei die Otto-Fleck-Schneise eine „logistisch gute Stadtrandlage“. Der Verbleib in Frankfurt wurde dem DOSB auch durch das Land Hessen und die Stadt Frankfurt schmackhaft gemacht. Das Land gibt acht, die Stadt vier Millionen Euro zum Neubau dazu. Sportdezernent Markus Frank (CDU) freut sich, dass der DOSB weiterhin in Frankfurt bleibt. „Die bauliche Konzentration in der Otto-Fleck-Schneise ist für uns alle eine Bereicherung und bietet dem Leistungssport und der Sportentwicklung eine hervorragende Grundlage“, so Frank.

Es ist allerdings nicht so, dass in der Otto-Fleck-Schneise nur Funktionäre ihre Arbeit versehen. Hier wird auch täglich Sport auf höchstem Niveau betrieben. Die hessischen Landesverbände bieten hier ihr Kadertraining von Badminton bis zu Volleyball an; auch Kunstradfahren, Tischtennis, Trampolin, Leichtathletik und Handball werden geübt. Zudem hat der Deutsche Turner-Bund hier sein Stützpunkttraining in drei eigenen Hallen. Auch die Schüler der Carl-von-Weinberg-Schule, der Frankfurter Eliteschule des Sports, nutzen die hervorragende Infrastruktur der einzelnen Verbände im Stadtwald.

Landessportbund braucht Platz

Die Otto-Fleck-Schneise wurde 1927 nach dem gerade verstorbenen Oberforstmeister Otto Fleck benannt. Zuvor hieß sie Mörfelder Schneise, war aber nicht mehr als ein Waldweg. 1937 wurde das Verbindungsstück zwischen Flughafenstraße und Mörfelder Landstraße, das bis dahin „Hinterm Kugelfang“ hieß, zusätzlich der Otto-Fleck-Schneise zugeschlagen.

Es dauerte aber weitere gut 20 Jahre, bis zum August 1958, ehe die Schneise im Wald mit dem Bau der Sportschule des Landessportbundes erstmals belebt wurde. Bis dahin hatte der damalige Oberbürgermeister Walter Kolb, ein begeisterter Schwimmer mit großer Affinität zum Sport, schon den Deutschen Turnerbund, den DFB und den Deutschen Sportbund nach Frankfurt gelockt. Das schlagkräftigste Argument damals wie heute: die zentrale Lage Frankfurts in der Republik. Zudem lockte die Stadt mit günstigen Mieten und Baupreisen.

Die Deutsche Sporthilfe war die erste Institution, die sich von der Konzentration anderer großer Verbände nach Frankfurt locken ließ. Kolbs Nachfolger Werner Bockelmann stellte dann die Weichen dafür, dass die Verbände ab Anfang der 70er Jahre in den Stadtwald umzogen.

Heute arbeiten mehr als 1000 Menschen in der Otto-Fleck-Schneise. Neben den vielen Sportfunktionären sind das auch die Mitarbeiter der Nike-Niederlassung und des Lindner-Hotels. Nur die Parkplatzsituation lässt erahnen, wie viele Menschen hier täglich ein und aus gehen. Denn die drei Parkhäuser und Tiefgaragen von DFB, DOSB und Landessportbund sind noch zu wenig.

Daran wird auch der Neubau nichts ändern. „Wir werden weiter Parkplätze in der Tiefgarage des Stadions anmieten“, kündigt Direktor Arnold an. Genauso viele Untermieter wie der DOSB hat übrigens auch der Landessportbund. Auch der platzt aus allen Nähten. Gut möglich, dass die Otto-Fleck-Schneise weiter wächst.

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