Am Freitagnachmittag hat der DFB-Präsident Wolfgang Niersbach persönlich als Chauffeur dafür gesorgt, dass Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff nach der Präsidiumssitzung pünktlich seinen Flieger nach München bekam. Es gab auf der kurzen Strecke aus dem DFB-Hauptsitz in der Otto-Fleck-Schneise noch einiges zu besprechen. Denn das Präsidium hatte zuvor entschieden, dass ein von Bierhoff seit vier Jahren vorangetriebenes Projekt eines zentralen Sportkompetenz-Zentrums in Frankfurt auf dem Gelände an der Arena entstehen soll. Damit bestätigte es einen FR-Bericht vom 12. Januar. „Frankfurt wäre eine realistische und pragmatische Lösung“, sagte Niersbach der Frankfurter Rundschau, „dann würden wir in unmittelbarer Nähe der DFB-Zentrale nicht bei null anfangen. Es würde die Abläufe nur komplizierter machen, wenn wir in einer anderen Stadt eine zweite Verwaltung aufbauen müssten.“
In dem Komplex will der Verband nicht nur für die Elite seiner fast sieben Millionen Mitglieder Wissen bündeln und innovative Konzepte für den Fußball entwickeln. Frankfurt hatte sich, genau wie Köln, Duisburg-Wedau, München und Hamburg, als Standort beworben. Der DFB hat nun Generalsekretär Helmut Sandrock damit beauftragt, eine Projektgruppe aufzustellen und zu leiten, die sich mit Fragen zum Bau befasst. „Wir haben bewusst dieses Zeichen für Frankfurt gesetzt, um konkret in die Umsetzung zu kommen“, so Niersbach, „Voraussetzung ist, dass die Stadt Frankfurt die formalen Beschlüsse fasst, uns das Gelände in Erbpacht zur Verfügung zu stellen.“
Sandrock ergänzte, der Verband werde „jetzt einen Projektplan erstellen, der alle inhaltlichen und wirtschaftlichen Parameter zusammenfasst. Auf Basis dieser Konzeption kann das Präsidium dann eine Grundsatzentscheidung über die Baumaßnahme treffen.“ Parallel dazu würden „Gespräche mit der Stadt Frankfurt“ geführt. Sollten diese scheitern, wären die anderen Bewerber wieder im Rennen.
Nur symbolischer Betrag
Danach sieht es allerdings nicht aus. „Wir werden dem DFB ein Angebot machen, das er nicht ablehnen kann“, sagte Sportdezernent Markus Frank (CDU). Offenbar wird die Stadt für das Gelände nur einen symbolischen Betrag verlangen. Schließlich sei es „eine Ehre“, den DFB zu beherbergen.
Die Kosten des Projekts sind unklar, dürften sich aber auf rund 30 Millionen Euro belaufen. Einige Vertreter der Landesverbände hegen Zweifel, ob die Investition zielführend ist, zumal sie fürchten, dass ihre regionalen Sportschulen deshalb künftig weniger ausgelastet sind. Als ständiges Quartier für die Nationalteams ist der Campus aber nicht gedacht, sondern, so Bierhoff, vor allem als Kommunikationszentrum für den „aktiven Austausch zwischen DFB-Jugendtrainern, Scouts, Fitnessexperten, Ausbildern, Physiotherapeuten, Schiedsrichtern und Verbandstrainern“.
Das "größte Cabrio der Welt": Nach drei Jahren Bauzeit ist die Commerzbank-Arena fertig.
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