Der geplante Moscheebau an der Enkheimer Edisonstraße erregt nach wie vor die Gemüter. Zwar hat sich der Bauträger, der Afghanische Kulturverein Frankfurt, Mitte Juni von seinem umstrittenen Imam Said Khobaib Sadat getrennt, doch die Diskussion um das Für und Wider eines muslimischen Gotteshauses in Enkheim hält im zuständigen Ortsbeirat 16 weiter an. Im Zentrum der Kritik steht die Informationspolitik des Frankfurter Magistrats. „Ich halte es für verwerflich, dass der Magistrat nicht in der Lage ist, uns zu informieren“, empörte sich in der Ortsbeiratssitzung am Dienstag der Vorsitzender der Fraktion „Wir Bergen-Enkheimer“ (WBE), Reinhard Müller. Nur durch Anfragen von Anwohnern sei man überhaupt auf das Projekt aufmerksam geworden. Weiterführende Anfragen des Ortsbeirats seien vom Magistrat bislang nicht beantwortet worden.
Mitte Mai hatte war bekannt geworden, dass der Afghanische Kulturverein beabsichtigte, ein leerstehende Firmengebäude an der Edisonstraße zum Gemeindezentrum umzubauen. Zugleich war bekannt geworden, dass es sich der Iman der Gemeinde Said Khobaib Sadat war, der vom Landesverfassungsschutz als „Hassprediger“ eingestuft wird.
Edisonstraße 10 lautet die Anschrift des Gebäudes, welches der Afghanische Kulturverein Frankfurt in ein Gemeindezentrum inklusive Moschee umbauen möchte. Nach eigenen Angaben zählt der Verein rund 60 Mitglieder.
FR-Recherchen im Mai 2010 hatten ergeben, dass es sich beim Imam der künftigen Gemeinde um Said Khobaib Sadat handelt, der vom Landesverfassungsschutz beobachtet und als „Hassprediger“ eingestuft wird. Nach öffentlicher Kritik gab der Verein Mitte Juni bekannt, sich von Sadat zu trennen. dmj
Einige Ortsbeiräte sehen hinter der schleppenden Informationspolitik des Magistrats Kalkül. Ziel sei es „das Problem auszusitzen“. „Dahinter steckt politische Wirrwarr-Absicht“, meint Müller. Über den aktuellen Stand des Nutzungsänderungsantrags sei der Ortsbeirat beispielsweise nicht informiert.
„Diese Art kulturell-religiöser Nutzung ist in fast allen Baugebieten zulässig“
Tatsächlich hat die Frankfurter Bauaufsicht den Antrag am 5.August genehmigt. „Diese Art kulturell-religiöser Nutzung ist in fast allen Baugebieten zulässig“, erklärt der Leiter der Bauaufsicht Michael Kummer, „wir hatten da keine Gestaltungsmöglichkeit.“ Eine Nachricht, die den Nachbarn der künftigen Moschee nicht freuen dürfte. „Wir haben Bedenken aufgrund vieler Aspekte“, erklärte Michael Demmerle, Leiter der nahen Frankfurter Musikwerkstatt. Er befürchte eine Beeinträchtigung des Musikunterrichts durch den zu erwartenden Lärm. Einen Vorgeschmack hätten bereits die Feierlichkeiten zum islamischen Zuckerfest im September 2009 geboten, bei der etwa 150 Menschen auf dem Grundstück der Moschee waren. Auch hätte es lärmintensive Bauarbeiten während der Unterrichtszeiten gegeben. Versuche mit den künftigen Nachbarn in Kontakt zu treten, hätten diese abgeblockt.
Derweil bemüht sich der Ortsbeirat um den Dialog mit allen Betroffenen. „Wir suchen nach Wegen, um die unterschiedlichen Interessen unter einen Hut zu bringen“, versicherte Ortsvorsteher Helmut Ulshöfer (Grüne). Erste Ergebnisse gebe es schon. Bei einem Gesprächstermin mit Vertretern des Ortsbeirats hätten Verantwortliche des Kulturvereins zugesagt, Kontakt zu den Anwohnern und den Kirchen im Ortsbezirk aufzunehmen. Die Moschee selbst solle mit „Tagen der offenen Tür“ eröffnet werden.

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