Glasmosaikfliesen in unterschiedlichen Grüntönen schmücken die Fassade, die Fenster werden mit ebenfalls grünen Gitterrosten eingerahmt. Dazu das Dach, das dem Bauwerk die Wucht des Containerhaften nimmt. Mit seinem Pixi-Häuschen hat das Architektenbüro Just Burgeff einen Wettbewerb des städtischen Liegenschaftsamtes gewonnen. „Eine leicht auf- und abbaubare Verkleidung für Container und Kabinen zu entwerfen“, lautete die Aufgabenstellung, die das Büro nach Auffassung der interdisziplinär besetzten Jury mit Bravour gelöst hat.
Rund 40 öffentliche Toiletten gibt es in der Stadt. Viele sind ein Ort des Grauens. Aber es gibt auch eine Anlage, die sich sehen lassen kann – das sind die WCs am Paulsplatz.
Seit 2008 wird an einem Zukunftskonzept „Öffentliche WC-Anlagen der Stadt Frankfurt“ gearbeitet. Ähnlich wie die Stabsstelle „Sauberes Frankfurt“ wurde die Stabsstelle „Öffentliches Toilettenwesen des Liegenschaftsamtes“ eingerichtet.
Das Liegenschaftsamt hat das Konzept jetzt fertiggestellt. Es enthält eine Bestandsaufnahme und Vorschläge für die Sanierung. Die Anlagen an der Hauptwache, an der Konstabler Wache und am Südbahnhof müssen komplett ausgetauscht werden.
Die Toiletten-Landschaft der Stadt soll auch digital erfasst werden. Derzeit wird an einem Programm gearbeitet, damit Passanten das nächste stille Örtchen demnächst übers Handy finden.
Der Jury gehörten unter anderem auch Vertreter des Grünflächen- und des Umweltamtes an. Doch beide Ämter wollten sich am Dienstag nicht äußern. Der Leiter des Umweltamtes, Klaus Wichert, schien immer noch erleichtert zu sein darüber, dass die Zuständigkeit für die Toiletten-Frage schon vor Jahren von seinem Amt ins Liegenschaftsamt verlagert wurde. Claudia Kranz von der „Stabsstelle Öffentliches Toilettenwesen des Liegenschaftsamtes“ ist jetzt der Dreh- und Angelpunkt einer bürgernahen WC-Politik. Weil immer mehr Frankfurter und Frankfurterinnen ihre Freizeit in öffentlichen Grünanlagen verbringen, ist auch die Nachfrage nach stillen Örtchen gestiegen.
An fünf Standorten, zum Beispiel an der Wörthspitze in Höchst, hat die Stadt bereits die Klassiker unter den mobilen Klos, die Dixis, aufgestellt, erzählte Claudia Kranz. Die sind zwar funktionell und auch immer mit einer etwas größeren „Komfortkabine“ für ältere Leute, Mütter mit Babywagen oder Rollstuhlfahrer ausgestattet. Doch sie sehen nun mal nur nach Plastik aus. Der Entwurf von Just Burgeff macht aus dem Dixi-Container nun das ansehnliche Pixi-Häuschen. Das Büro von Drexler Guinand Jauslin Architects wurde von der Jury mit einem Sonderpreis ausgezeichnet. Hier verschwindet das Dixi hinter einem Weidengeflecht und fügt sich prächtig in die Landschaft ein. Von beiden Konstruktionen wurden Prototypen erstellt – auch, um die Stabilität zu testen. Nur in der warmen Jahreszeit sollen die Pixi-Dixis draußen stehen. Danach gehen sie in die Winterpause.
Für die mobile Lösung spricht, „dass keine teuren Anschlüsse gegraben oder weite Leitungen verlegt werden müssen“, erklärte Planungsdezernent Edwin Schwarz (CDU). Was die mobilen Häuschen selber kosten werden, steht noch nicht fest.

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