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E-Mobilität: Stadt will mehr Elektrofahrzeuge

Jedes zehnte Auto fährt mit Elektroantrieb, der Strom dafür kommt aus erneuerbaren Energien. So sieht die Vision der Stadt Frankfurt für das Jahr 2025 aus. Elektromobilität ist aber auch in anderen Regionen Hessens auf dem Vormarsch.

Bundeskanzlerin Angela Merkel lädt ein E-Taxi. Auch in Hessen fördert der Bund Forschung zu Elektromobilität.
Bundeskanzlerin Angela Merkel lädt ein E-Taxi. Auch in Hessen fördert der Bund Forschung zu Elektromobilität.
Foto: dpa
Frankfurt/Main –  

Mit dem Leih-E-Bike auf den Feldberg und dem Segway auf Streife: Elektromobilität ist in Hessen längst im Alltag angekommen. Elektroautos für die Massen und Netze von Ladestationen sind jedoch noch Zukunftsmusik. „An Elektromobilität geht aber kein Weg mehr vorbei. In neuen Mobilitätskonzepten ist das ein entscheidender Mosaikstein“, sagt der Forscher Christian Rauch, der am Zukunftsinstitut von Matthias Horx in Kelkheim (Main-Taunus-Kreis) arbeitet.

Auch der Frankfurter Magistrat hat ein Strategiepapier mit sieben Zielen zur Elektromobilität bis 2025 beschlossen. Danach sollen E-Busse alle Dieselbusse ablösen, jedes zehnte Auto soll mit Elektroantrieb fahren und die Fahrer sollen ein flächendeckendes System von Ladesäulen nutzen können. Diese werden mit Parkscheinautomaten gekoppelt und die erlaubte Parkdauer für die Aufladezeit verlängert. Telematiksysteme leiten die Fahrer zu freien Säulen. Aber auch an die E-Bikes ist gedacht: In gesicherten Boxen können sie - so die Vision - über Nacht aufbewahrt und aufgeladen werden. Zugleich ermöglichen breitere Radwege schnelleren und langsameren Drahteseln ein unfallfreies Nebeneinander.

Der öffentliche Nahverkehr, Mietwagen und Lieferwagen haben nach Einschätzung von Zukunftsforscher Rauch das größte Potenzial, um die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen zu steigern. So setze etwa das Logistikunternehmen UPS immer stärker auf Lieferfahrzeuge mit Elektroantrieb, eines davon ist in Frankfurt unterwegs. Elektrobusse werden derzeit auch im Rhein-Main-Gebiet getestet, eine Linie soll Frankfurt, Mühlheim und Offenbach verbinden. Pendler können an einer öffentlichen Ausleihstation in Offenbach von der S-Bahn und dem Bus auf gemietete E-Autos und -Räder umsteigen.

Bund unterstützt Forschung in Hessen

Die Bundesregierung peilt bis 2020 eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen an. Um dieses Ziel zu erreichen, fördert der Bund acht Modellregionen. Eine unter ihnen ist die Region Rhein-Main/Nordhessen. In mehreren Projekten in Hessen entwickeln und erproben Forscher Elektromobilität.

Das Volkswagen-Werk Kassel etwa bereitet derzeit die Fertigung des VW-Elektromotors vor, der von 2013 an ausgeliefert werden soll. Mit dem Stromos produziert E-Cars bei Kassel schon einen Elektrokleinwagen, und im nordhessischen Rosenthal wird das Twike hergestellt, ein dreirädriges Leichtelektromobil.

Die Wissenschaftler von Opel forschen im Wiesbadener Stadtteil Mainz-Kastel intensiv, um alternative Antriebe in den Autos von General Motors kleiner, günstiger und effizienter zu machen. Noch in diesem Jahr bringt der Rüsselsheimer Autobauer den Ampera auf den Markt - ein Elektroauto mit verlängerter Reichweite.

Merck in Darmstadt hat mit seiner Entwicklung einer neuen Generation der Lithium-Ionen-Batterien nach eigenen Angaben in Europa die Nase vorn. Und Akasol arbeitet unter anderem an einem Leichtelektro-Stadtauto, einem Zweisitzer. Ebenfalls in Darmstadt hat mit Riese und Müller ein Anbieter hochwertiger E-Bikes seinen Sitz.

In der sozialwissenschaftlichen Studie ZEBRA wird die Akzeptanz der umweltfreundlichen Antriebe bei den Bürgern am Beispiel von 14 Vorzeige-Projekten untersucht. ZEBRA steht für „Zukunft Elektromobilität Beispielhafte regionale Anwendungen“. Die Ergebnisse sollen Ende Juli der Landesregierung vorgelegt werden sollen, wie Prof. Petra Schäfer von der Frankfurter Fachhochschule sagt.

Rauch sieht im E-Bikes einen großen Wachstumsmarkt, zumindest für Großstädte. Seiner Ansicht nach werden die Räder nicht mehr lange vor allem als „Vehikel zur Überbrückung eines gewissen Handicaps“ gesehen. Auch im Car-Sharing von E-Autos liege Zukunft. Das lange belächelte Konzept habe sich inzwischen durchgesetzt, nach dem Motto „Autos nutzen statt benutzen“. Als Statussymbol habe das Auto gerade bei jungen Leuten längst verloren, zugunsten von Smartphones und anderen technischen Geräten. Segways gehören aber nicht dazu. Die seien zwar für Polizisten, Postboten und Touristen geeignet, aber kein Massenfortbewegungsmittel. Schon allein, weil sie nicht handlich genug seien, um im Keller oder auf dem Dachboden abgestellt zu werden.(dpa)

Datum:  12 | 7 | 2011
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