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22. Oktober 2014

Ebola : Gut gegen Ebola gerüstet

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Mit Masken und Spezialanzügen schützen sich Pflegekräfte auf der Isolierstation der Frankfurter Uniklinik.  Foto: dpa

Das Personal in den Kliniken trainiert für den Ernstfall, die Gesundheitsämter sind informiert. „Wir sind optimal geschützt“, ist die Botschaft des bundesweiten Ebola-Symposiums in Frankfurt.

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Im Notfall kommt die Anfrage von ganz oben. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkundigt sich, ob eine der sieben deutschen Spezialkliniken einen Ebola-Patienten aufnehmen kann. Bei positiver Antwort verstreichen ein paar Tage, bis der Transport des Schwerkranken organisiert ist. Dann ist genug Zeit, um den Ernstfall vorzubereiten, für den die Spezialisten teils jahrelang trainiert haben.

Drei Mal trat dieser Fall bislang in Deutschland ein. Der erste, in Hamburg-Eppendorf behandelte Patient ist gesundet. Der zweite kämpft an der Uniklinik Frankfurt seit knapp drei Wochen gegen seine Krankheit. Der 56-jährige UN-Mitarbeiter, der im Leipziger Klinikum St. Georg lag, ist gestorben. Anders als etwa in den USA oder Spanien blieben Pfleger und Ärzte gesund.

„Wir sind optimal geschützt“, sagt Bernhard Ruf, Chefarzt aus St. Georg. Das ist auch die Botschaft des bundesweiten Ebola-Symposiums in Frankfurt am Mittwoch. In kaum einem anderen Land seien Expertise und Infrastruktur besser, sagt auch Infektiologe Timo Wolf, der den Frankfurter Patienten behandelt. Die Uniklinik ist eines von bundesweit sieben Kompetenz- und Behandlungszentren mit insgesamt 47 Betten, in denen unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen hochinfektiöse Patienten versorgt werden können.

In Leipzig waren pro Tag bis zu 30 Personen im Einsatz

Ob Sars, Lassa-Fieber oder jetzt Ebola: Das Personal ist für Einsätze wie diese geschult. Fehler beim Auskleiden des Schutzanzugs seien hier sehr unwahrscheinlich. Für die Betreuung des einzigen Patienten in Leipzig etwa waren pro Tag 30 Leute in Schichten von drei bis vier Stunden im Einsatz. Beim Ausziehen des Schutzanzugs assistierten allein schon zwei Leute. Eine personalaufwändige und teure Behandlung. Die Frankfurter Station hält sechs Betten vor. Theoretisch. Sechs Schwerstkranke – da hätte die Uniklinik ihre personellen Kapazitäts-Grenzen längst überschritten.

Was nicht heißt, dass Patienten abgewiesen werden würden. „Wir würden keinen ablehnen“, sagt der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Reinhard Burger. Im Moment gebe es aber auch keine Anfragen.

Die Behandlung eines Ebola-Patienten gilt als kompliziert. Die Medikamente gibt es nicht in der Krankenhausapotheke. Ihre Wirksamkeit ist bislang nicht erwiesen. Der „Einsatz moderner Intensivmedizin“ habe sich bislang am besten bewährt, so Stefan Schmiedel, der als Oberarzt den Patienten am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf betreut hatte. Zufuhr von Ernährung, Flüssigkeit, Antibiotika – das habe die Sterblichkeit in Afrika abgesenkt. Das könne den Menschen auf dem schwarzen Kontinent am besten helfen.

Experten kritisieren Hysterie im Westen

Auf deren Leid müsse der Fokus liegen, betonten die Experten. „Im Westen finde ich mitunter eine Hysterie vor, die ich nicht verstehen kann“, kritisierte der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts, René Gottschalk. In Nigeria sei die Ansteckungsgefahr weitaus größer – dort gebe es keine Panik. „Es kann nicht sein, dass Ärzte einen vermeintlichen Infektions- oder Ebolapatienten nicht behandeln.“

Seine Behörde sei derzeit dabei, die Kliniken in Frankfurt über Ebola und den Umgang damit aufzuklären. Er stehe in Kontakt mit anderen hessischen Gesundheitsämtern. „Vielleicht können wir demnächst den Umgang mit Schutzkleidung trainieren“, hofft Gottschalk.

Wie Esther Walter vom hessischen Sozialministerium auf Anfrage mitteilt, wurden bereits im August Informationen für medizinisches Personal und Rettungsdienste an die Gesundheitsämter verteilt. Die Gesundheitsämter der Städte und Landkreise könnten sich rund um die Uhr mit Fragen an das Kompetenzzentrum in der Frankfurter Universitätsklinik wenden.

Für die Gesundheitsämter habe es im September eine Veranstaltung zu Ebola gegeben. Die Ärzte würden über die Kassenärztlichen Vereinigung aufgeklärt. „Das Ministerium hat bereits frühzeitig in Hessen über die Ebola-Epidemie in Westafrika informiert“, versichert Walther.

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