Aktuell: FR-Recherche: Medikamententests an Heimkindern | Zuwanderung Rhein-Main | Fotostrecken | Polizeimeldungen
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Frankfurt
Berichte und Bilder von allen wichtigen Ereignissen in Frankfurt

15. August 2014

Ebola: Ebola-Verdacht in Frankfurt

 Von 
"Station 68" am Uniklinikum - die Spezialisten der Isolierstation sind auf den möglichen Kontakt mit Ebola-Patienten vorbereitet.  Foto: dpa

Entwarnung in Frankfurt: Ein Flugpassagier, der mit hohem Fieber am Frankfurter Flughafen gelandet war, ist nicht an Ebola erkrankt. Doch eins hat der Fall gezeigt. Die Rettungsaktion läuft wie ein Uhrwerk ab.

Drucken per Mail

Frankfurt ist gut vorbereitet: Als am Freitag die Nachricht die Runde macht, dass an Bord eines Flugzeugs aus Äthiopien ein junger Mann sitzt, der in Sierra Leone dem Vernehmen nach Kontakt zu Ebola-Patienten hatte und sich möglicherweise infiziert haben soll, läuft die wie ein Uhrwerk eingespielte Rettungsaktion an. Der Passagier, angeblich ein deutschen Medizinstudent, wurde bereits in Ruanda auf Ebola getestet. Der Test verlief negativ, doch die Richtlinien des Robert-Koch-Instituts sehen für Verdachts-Patienten einen zweiten Test vor.

Der Leiter des Stadtgesundheitsamts und des „Kompetenzzentrums für hochansteckende lebensbedrohliche Krankheiten“, René Gottschalk, erklärt gegenüber der Frankfurter Rundschau, es gebe „keinen Verdachtsfall“, aber es müsse „eine zweite Probe gemacht werden“.

Planmäßig werden die Isolierstation des Universitätsklinikums und die Branddirektion informiert. In der Feuerwache 3, in Nied, steht der 350.000 Euro teure Rettungswagen, der mit allen erdenklichen Sicherheitseinrichtungen ausgestattet ist. Schnell laufen in der Isolierstation die Vorbereitungen auf Hochtouren. Eine Anlage wird dafür sorgen, dass Unterdruck entsteht, der die gefährlichen Keime absaugt. Ärzte und Pflegekräfte arbeiten in der Station mit ihren vier High-Tech-Betten in Schutzanzügen, die an Astronauten erinnern.

Gegen 16 Uhr soll das Flugzeug aus Äthiopien landen. Es wird, so sehen es die vom Kompetenzzentrum erarbeiteten Abläufe vor, auf einer besonderen Parkposition abgestellt. Wie Fraport-Sprecher Dieter Hulick bestätigt, gehen dann die Ärzte des Kompetenzzentrums an Bord und sehen sich mögliche Patienten an. Verdächtige Personen würden rot, sogenannte Kontaktpersonen gelb markiert. Für sie gebe es spezielle Räumlichkeiten auf dem Flughafengelände. Allen Fluggästen werde eine ärztliche Beratung angeboten. Das letzte Mal sei dieses Verfahren im Jahr 2009 beim Ausbruch der Schweinegrippe angewandt worden.

Weiter kein Fall in Europa

Wie ein Arzt des Kompetenzzentrums im Gespräch mit der FR erläutert, erschwert die lange Inkubationszeit von Ebola eine sachgerechte Einschätzung. Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit können drei Wochen vergehen. Jemand, der in Westafrika gesund ins Flugzeug steigt, könnte es in einem anderen Kontinent auch wieder gesund, aber infiziert, verlassen.

In dem Gespräch, das am Freitag vor dem Ebola-Alarm geführt wurde, sagt Götsch, dass in Übereinstimmung mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf deutschen Flughäfen Passagiere aus Nigeria oder auch Fluggäste, die in Istanbul umgestiegen sind, nicht kontrolliert werden. Anders als in Liberia, Guinea und Sierra Leone habe sich die Krankheit in Nigeria nicht ausgebreitet. Das Auswärtige Amt habe nicht nur vor Reisen nach Guinea, Sierra Leone und Liberia gewarnt, sondern deutsche Staatsbürger zur Rückreise aufgefordert. In Europa habe es bislang keinen Ebola-Fall gegeben. Die Wahrscheinlichkeit, dass in Frankfurt ein Ebola-Patient landet, sei „nicht groß“. Aber „man muss vorbereitet sein“.

Götsch sollte Recht behalten. Frankfurt wird nicht die erste Stadt in Europa mit Ebola sein. Noch am Nachmittag gibt das Universitätsklinikum Entwarnung: Ärzte des Kompetenzzentrums hätten nach der Landung klären können, dass eine Ebola-Infektion bei dem fraglichen Passagier ausgeschlossen werden kann. Das Aufatmen aller Beteiligten dürfte groß gewesen sein.

[ Hat Ihnen der Artikel gefallen? Dann bestellen Sie gleich hier 4 Wochen lang die neue digitale FR für nur 5,90€. ]

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Ressort

Nachrichten und Reportagen aus dem Herzen des Rhein-Main-Gebiets - alles über Frankfurt und seine Stadtteile.


Auch unterwegs auf dem Laufenden:
„FR News“ –
die App für Ihr Smartphone.

Für iPhone und Android-Handys.
Jetzt downloaden!

In eigener Sache

FR erweitert den Regionalteil

Aus der Produktion unseres neuen Regionalteils.

Darf’s ein bisschen mehr sein? Kein Scherz, vom Wochenende an bekommen Sie in Ihrem Lokal- und Regionalteil mehr Frankfurter Rundschau als bisher. Und etwas anders wird sie auch, ihre FR.  Mehr...

Twitter
Südliche Stadtteile
Östliche Stadtteile
Nördliche Stadtteile
Westliche Stadtteile
Bahn-Verkehr

Die Lage im Bahnverkehr live:

- Frankfurt a.M. (Hbf) aktuelle Abfahrt und Ankunft,
- An- und Abfahrt für alle Stationen,
- Reiseverbindungen als Live-Auskunft (Prognosen).

Anzeige

Premium-Fotostrecke
Frankfurt von oben

Mit dem Hubschrauber unterwegs über der Mainmetropole: Fliegen Sie mit!
Zur Premium-Fotostrecke Frankfurt von oben.

Eintracht: Berichte | Spielplan | Team | FR-Videos

ANZEIGE
- Partner