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Frankfurt
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25. Juli 2015

Eckenheim/Seckbach: Ehrung für Stadtteilaktivisten

 Von Philip Dingeldey
Der Fußweg am Hufeland-Haus hat nun einen Namen.  Foto: peter-juelich.com

Die Martin-Zahn-Straße und der Siegfried-Gößling-Weg werden feierlich benannt. Es ist eine Ehrung für zwei engagierte Stadtteilaktivisten.

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Zwei wichtige Stadtteilaktivisten werden für ihr Sozialengagement gewürdigt, in dem Straßen nach ihnen benannt werden. In Eckenheim wurde gestern die Martin-Zahn-Straße, bei der Kindertagesstätte Nazarethstern, eröffnet, in Seckbach der Siegfried-Gößling-Weg beim Seniorenzentrum Hufelandhaus.

Martin Zahn, geboren 1924, gilt als Urgestein Eckenheims. Er war langjähriger Sozialbezirksvorsteher, Vorsitzender der AWO Frankfurt und der SPD Eckenheim. Er war Träger des Bundesverdienstkreuzes, Stadtbezirksvorsteher, Leiter der Buchhaltung und Vizechef der Stadtkasse der Stadt Frankfurt. Zudem gründete er den Heimat- und Geschichtsverein Eckenheim.

„Zahn war für den Stadtteil und für die Stadt wichtig“, sagt Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) bei der Eröffnung, „er arbeitete für und mit den Menschen“. Er stehe für ein weltoffenes Frankfurt. Auch habe er in der Zeit des Wiederaufbaus das dringend nötige Engagement geleistet. Ansgar Dittmar, Vorsitzender der AWO Frankfurt, bezeichnete Zahn als „Multitalent mit vielen Ehrenämtern“.

Lange hat sich die Ehrung Zahns, der 2007 verstarb, hinausgezögert. Bereits 2009 hatte der Heimatverein die Idee einer Straßenbenennung im Ortsbeirat 10 eingebracht. „Wir waren peinlich betroffen, als der Ortsbeirat dies zunächst verweigerte“, sagt Werner Pfeiffer, Vorsitzender des Heimatvereins.

Nazi-Vorwurf gegen Zahn

Ein Ortsbeiratsmitglied erhielt einen anonymen Anruf, in dem Zahns Mitgliedschaft in der NSDAP thematisiert wurde. Zahn sei, so der Anrufer, im Dritten Reich ein Nazi gewesen. „Manche Dinge müssen überprüft und aus dem Weg geräumt werden“, sagt Ortsvorsteher Robert Lange (CDU). Der Vorwurf ließ sich nicht weiter erhärten, Zahn sei nur Mitläufer gewesen, heißt es. Das Gremium beschloss im März die Straßenbennennung.

Im Vorfeld der Feierlichkeiten gab es ebenfalls Querelen: Denn nicht der Orstbeirat, sondern die AWO lud zum Fest. „Wir haben den Ortsvorsteher gefragt, aber er hat sich nicht konkret geäußert“, sagt der stellvertretende Vorsitzende der AWO Eckenheim, Kurt Schomburg (SPD), der auch im Ortsbeirat sitzt. Oskar Pfreundschuh, Ehrenvorsitzender des Heimatvereins, blieb der Veranstaltung fern, weil sie von der AWO ausgerichtet wurde. „Zahn war in vielen Vereinen aktiv, und es ist normal, dass alle Seiten Input geben wollen“, sagt Lange.

In Seckbach weihte beim Sommerfest des Hufeland-Hauses Bürgermeister Olaf Cunitz (Grüne) den Siegfried-Gößling-Weg ein – zusammen mit Werner Skrypalle (SPD), Vorsitzender des Ortsbeirats 11 und Markus Förner, dem Geschäftsführer des Hufeland-Hauses. Der Gerontologe Gößling (1931-2010) war von 1971 bis 1990 Leiter des Hufelandhauses und prägte dort das Konzept der „aktivierenden Pflege“. Senioren sollen damit gefördert, nicht verwahrt werden. Noch heute ist das Konzept in den Bereichen Geriatrie und Rehabilitation ausschlaggebend. Die Idee setze er mit Ergo- und Physiotherapien, Tagespflege und Essen auf Rädern um.

Außerdem gründete er 1976 ein ambulantes Hilfezentrum zur Tagespflege. Damit war das Hufelandhaus die erste Tagespflegeeinrichtung in Deutschland. Ein Jahr später gründete er außerdem eine Altenpflegeschule.

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