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12. Mai 2014

Einkaufsmeile: Die Zeil schwächelt

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Man sieht es nicht auf den ersten Blick - aber auf der Zeil ist mehr Platz.  Foto: peter-juelich.com

Binnen zwei Jahren ist Frankfurts Einkaufsmeile Zeil bundesweit in der Beliebtheit von Platz eins auf Platz zehn gerutscht, rangiert in einer Erhebung zu Passantenzahlen noch hinter der Kirchgasse in Wiesbaden. Kein Grund zur Sorge, sagen Experten.

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Die Zeil liegt aktuell nur noch auf Rang zehn unter Deutschlands meistbesuchten Einkaufsmeilen. In der aktuellen Erhebung landete die Einkaufsstraße etwa hinter den Shoppingmeilen von Dortmund, Wiesbaden oder Hannover. Dort waren am 29. März zwischen 13 und 14 Uhr teils deutlich mehr Menschen unterwegs als in Frankfurt.

„Es ist nur eine Momentaufnahme“, beruhigt Christopher Wunderlich vom Immobilienunternehmen Jones Lang LaSalle all jene, die schon den Niedergang der Zeil heraufbeschwören. Gleichwohl ist es das zweite Jahr in Folge, dass die Zeil an Boden verliert. 2012 war der Jubel noch groß, als Frankfurt nach der millionenschweren Sanierung der Zeil wieder mal auf Platz eins in Sachen Passantenfrequenz gelandet war. 2013 sprang mit 10 965 Passanten nur noch Platz sechs raus, in diesem Jahr waren es nochmal gut 600 potenzielle Einkäufer weniger.

Wetter nicht schuld

„Wir sind von der Zeil eigentlich eine Top-5-Platzierung gewohnt“, gesteht Magnus Danneck von Jones Lang LaSalle in Köln, der die Studie begleitet. Seit der ersten Erhebung dieser Art im Jahr 1999 lag die Zeil bis zum vergangenen Jahr nie schlechter als Platz fünf. Schlechtes Wetter könne nicht der ausschlaggebende Grund sein – das sei an dem Samstag Ende März sehr gut gewesen. „Wir hatten sogar Glück mit dem Wetter, weswegen die Passantenzahlen in den meisten Städten höher lagen als 2013“, so Danneck.

Gegenüber dem Vorjahr haben die Macher der Studie auch den Zählpunkt geändert. Bislang hatten die Statistiker sich immer vor die Zeilgalerie gesetzt und gezählt. „Wir zählen immer dort, wo wir den frequenzstärksten Punkt vermuten“, erklärt Danneck. Mit der Etablierung des Klamottendiscounters Primark, so vermuten die Fachleute, habe sich dieser Punkt von der Zeilgalerie hin Richtung Zeil 94 verschoben. Vor allem junges Publikum pilgere auch von weit her auf die Zeil, um sich bei dem irischen Textildiscounter einzudecken.

Die Frage, ob sich der Wandel des Geschäftemixes auf der Einkaufsstraße im Laufe der Jahre negativ auf die Passantenzahlen ausgewirkt habe, verneint Frank Diergardt von der „Initiative Neue Zeil“. Der Verbraucher gebe mit seinem Kaufverhalten selbst vor, welche Geschäfte auf die Zeil kommen. Das seien ohnehin nur die, die sich die Mieten von rund 300 Euro pro Quadratmeter leisten könnten. So dürfe es auch nicht verwundern, wenn es mittlerweile eine Vielzahl von Mobilfunkläden auf der Zeil gebe. „Der gesellschaftliche Wandel gibt das vor“, glaubt Diergardt.

Unabhängig von den gerade etwas durchhängenden Passantenzahlen sehen die Immobilienexperten von Jones Lang LaSalle die Frankfurter Einkaufsmeile aber gut aufgestellt. „Die Nachfrage nach Grundstücken auf der Zeil ist ungebrochen hoch“, sagt Wunderlich, der auch gewisse „Überschwappeffekte von A-Lagen zu B-Lagen“ ausgemacht hat. So würden viele Unternehmen, die sich die Mietpreise auf der Zeil nicht leisten könnten, zum Beispiel an den Rossmarkt oder in die Kaiserstraße ausweichen. „Das sind Entwicklungen neuer Lagen, die einer Stadt gut tun“, so Wunderlich.

Wirtschaftsdezernent gelassen

Rückschlüsse auf die Umsätze einer Einkaufsstraße lassen die Passantenzählungen ohnehin nicht zu. Als Beispiel führt Wunderlich etwa die Goethestraße an. Die landete in der Erhebung mit 1355 Passanten pro Stunde bundesweit nur auf Rang 163 und damit noch hinter Biebergasse, Freßgass, Schillerstraße oder Steinweg. Vom Umsatz her dürfte die exklusive Einkaufsstraße aber sicherlich deutlich weiter vorne liegen.

Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) bleibt nach den neuesten Zahlen daher auch gelassen. „Das ist nur eine Stichprobe, die uns nicht mit Sorge erfüllt.“ Gleichwohl müsse etwas getan werden, um die Zeil auf ihrem hohen Niveau zu halten. Daher würden im kommenden Jahr auch drei Millionen Euro investiert, um die Seitenstraße Großer und Kleiner Hirschgraben attraktiver zu machen.

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Hinsichtlich der viele Passanten störenden Musik zeigt sich Frank gesprächsbereit: „Wir müssen darüber nachdenken, wie wir die Qualität musikalischer Darbietungen auf der Zeil erhöhen können.“ Denkbar sei, Musik nur noch an dafür ausgewiesenen Plätzen auf der Zeil zu erlauben.

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