Aktuell: Hanauer Sektenfall | Widerstand gegen Pegida in Frankfurt | Blockupy Frankfurt | Polizeimeldungen

Frankfurt
Berichte und Bilder von allen wichtigen Ereignissen in Frankfurt

20. März 2011

Einsatz beendet: Helfer aus Japan zurück

 Von Timur Tinç
THW-Chef Albrecht Broemme (links) am Flughafen.  Foto: Arnold

Die 41 Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks haben ihren Einsatz wegen Tsunamiwarnungen, Erdbebengefahren und Dunkelheit abgebrochen und sind nach Deutschland zurückgekehrt. Deprimierend war für den THW, dass niemand gerettet werden konnte.

Drucken per Mail

Das Einsatzteam des Technischen Hilfswerks (THW) ist aus Japan zurückgekehrt. Die 41 Einsatzkräfte des THW aus der Schnelleinsatzeinheit Bergung Ausland (SEEBA) landeten nach 15 Stunden Flugzeit und Zwischenstopps in Manchester und Zürich, am Samstag um 21.30 Uhr am Frankfurter Flughafen. Losgeflogen waren sie am Freitagabend aus Misawa im Norden Japans, gemeinsam mit Rettungskräften aus der Schweiz und Großbritannien, 20 Zivilisten aus sechs Nationen sowie zwölf Rettungshunden. Radioaktive Belastung wies nach Messungen keiner der Helfer bei der Rückkehr auf.

Ihren Einsatz hatte das SEEBA-Team bereits am Dienstag abgebrochen, da es aufgrund von Tsunamiwarnungen, Erdbebengefahren und Dunkelheit nicht in das Krisengebiet hineingelangte. „100 Stunden nach Schadenseintritt wurde die Rescue-Phase abgebrochen“, erklärte Einsatzleiter Ulf Langmeier am späten Samstagabend bei einer Pressekonferenz im Feuerwehr-Training-Center auf der Südseite des Flughafens. Er war mit seinem Team, 15 Tonnen Material sowie drei Hunden, am 13. März in die Nähe des Katastrophengebiets geflogen und 400 Kilometer vor der Stadt Tome in einem Hotel in der Nähe der Airbase Misawa, einem Luftwaffenstützpunkt der US-Luftwaffe, stationiert. Die Sorge um die Entwicklung bei den Atomkraftwerken war natürlich da, gab Langmeier zu. „Wir hatten aber nur die halbe natürliche Umgebungsstrahlung wie in Bayern“, sagte Langmeier.

Die Angehörigen in Deutschland hatten größere Ängste als die Helfer vor Ort, weiß Ronny Bier zu berichten. „Diese Ängste musste ich dann abends per Skype bei der Familie ausräumen“, erklärt das THW-Mitglied. Auch bei den zahlreichen Nachbeben hatte Bier keine Bedenken. An Klebebandstreifen an der Zimmerdecke sei zu erkennen gewesen wie stark das Beben war und ob eine Gefahr besteht. „Wenn ein Band gerissen wäre, hätten wir aus dem Zimmer raus gemusst“, erzählt der 43-Jährige – was aber nicht vorkam.

Kaum Diesel für Fahrzeuge

Ein Problem war, dass die Infrastruktur im gesamten Gebiet zum Erliegen kam. „Es gab kaum Diesel für die Fahrzeuge zu kaufen “, erzählt der Zivilangestellte der Bundeswehr. Bilder von der Katastrophe haben die Helfer selbst nur in den Medien gesehen und von japanischen Feuerwehrleuten gezeigt bekommen. Diese waren es auch, die den Helfern aus Deutschland die Einfahrt in das Krisengebiet aufgrund der Tsunamiwarnungen verweigerte. Der Informationsaustausch mit den japanischen Behörden und den Helfern aus den anderen Ländern habe reibungslos geklappt, bestätigte THW-Strahlenschutzexperte Mario König.

Ein Verbindungsmann aus dem japanischen Außenministerium hatte die Einsatzkräfte immer mit neuen Informationen versorgt. „Wir hatten ein gutes Lagebild“, sagte König, der ständig Kontakt nach Deutschland hielt und sich dort über die meteorologische Situation in Japan informierte. Radioaktive Messungen wurden ebenfalls ständig durchgeführt und mit den Schweizer Kollegen abgeglichen.

Dass der THW niemanden retten konnte, war schon ein wenig deprimierend, gesteht THW-Präsident Albrecht Broemme ein. „Für uns zählt aber das Gefühl, dass sich Japan auf Europa verlassen kann“, so Broemme. „Es wäre ein Armutszeugnis, wenn wir es nicht wenigstens versucht hätten.“ Ein anderes Einsatzgebiet sei den Helfern nicht zugeteilt worden. Auch zu den anstehenden Versorgungsproblemen mit Trinkwasser, sei keine Anfrage gekommen. „Wir rechnen auch eher nicht damit“, sagte Broemme. Erfreut zeigte sich der THW-Präsident, dass sein Team zumindest 20 in Japan lebenden Zivilisten, darunter fünf Deutsche, mit Hilfeder deutschen Botschaft die Ausreise ermöglichen konnte. Die Menschen hatten in der Nähe des Epizentrums gelebt und „wollten einfach nur raus“, so Broemme.

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Ressort

Nachrichten und Reportagen aus dem Herzen des Rhein-Main-Gebiets - alles über Frankfurt und seine Stadtteile.

FR-Online

Mit unserem neuen Umschalter im Seitenkopf oben rechts können Sie das Geschehen in Frankfurt und Rhein-Main höher gewichten. Probieren Sie's aus!

Umfrage

Die Frankfurter Rundschau und die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände wollen wissen, was die Menschen an der Region mögen, warum sie hier leben und welche Veränderungen sie für die nächste Zeit erwarten.

Twitter
Top Stellenangebote

Anzeige

Südliche Stadtteile
Östliche Stadtteile
Nördliche Stadtteile
Westliche Stadtteile
Bahn-Verkehr

Sehen Sie hier die aktuellen Bahnhofstafeln:

Frankfurt a.M. Hauptbahnhof Abfahrt und Ankunft
Alle anderen Stationen.

Protest gegen EZB-Eröffnung

Blockupy muss sich widersetzen

Von  |
Das andere Gesicht des  Blockupy-Protests.

Blockupy muss sich widersetzen – nicht nur der folgenschweren Krisenpolitik der EU, sondern auch der Gewalt als Mittel der Auseinandersetzung. Sonst riskiert die Bewegung ihre Existenz. Der Leitartikel. Mehr...

Kommentar Blockupy

Verbrannte Werte

Von  |
Die Rauchschwaden über Frankfurt haben die Werte einer kapitalismuskritischen Bewegung nicht nur vernebelt – sondern erstmal verschluckt.

Bei den Protesten gegen die EZB erlebt Frankfurt beispiellose Gewalt. Doch so berechtigt die Wut gegen die europäische Finanzpolitik auch sein mag – jeder Demonstrant, der sie in Gewalt münden ließ, hat sein politisches Anliegen gezielt verraten. Mehr...

Blockupy EZB

Der Protest muss sein

Der Tag vor den Protesten: Polizisten verstärken die Absperrungen vor der Europäischen Zentralbank (EZB).

Drei Gründe, warum es wichtig ist, das Nein zur Erpressungsspirale aus immer neuen Schulden und immer neuen Einsparungen im Süden Europas vor den Frankfurter EZB-Turm zu tragen.  Mehr...

Premium-Fotostrecke
Frankfurt von oben

Mit dem Hubschrauber unterwegs über der Mainmetropole: Fliegen Sie mit!
Zur Premium-Fotostrecke Frankfurt von oben.

Eintracht: Berichte | Spielplan | Team | FR-Videos

ANZEIGE
- Partner