Das Einsatzteam des Technischen Hilfswerks (THW) ist aus Japan zurückgekehrt. Die 41 Einsatzkräfte des THW aus der Schnelleinsatzeinheit Bergung Ausland (SEEBA) landeten nach 15 Stunden Flugzeit und Zwischenstopps in Manchester und Zürich, am Samstag um 21.30 Uhr am Frankfurter Flughafen. Losgeflogen waren sie am Freitagabend aus Misawa im Norden Japans, gemeinsam mit Rettungskräften aus der Schweiz und Großbritannien, 20 Zivilisten aus sechs Nationen sowie zwölf Rettungshunden. Radioaktive Belastung wies nach Messungen keiner der Helfer bei der Rückkehr auf.
Ihren Einsatz hatte das SEEBA-Team bereits am Dienstag abgebrochen, da es aufgrund von Tsunamiwarnungen, Erdbebengefahren und Dunkelheit nicht in das Krisengebiet hineingelangte. „100 Stunden nach Schadenseintritt wurde die Rescue-Phase abgebrochen“, erklärte Einsatzleiter Ulf Langmeier am späten Samstagabend bei einer Pressekonferenz im Feuerwehr-Training-Center auf der Südseite des Flughafens. Er war mit seinem Team, 15 Tonnen Material sowie drei Hunden, am 13. März in die Nähe des Katastrophengebiets geflogen und 400 Kilometer vor der Stadt Tome in einem Hotel in der Nähe der Airbase Misawa, einem Luftwaffenstützpunkt der US-Luftwaffe, stationiert. Die Sorge um die Entwicklung bei den Atomkraftwerken war natürlich da, gab Langmeier zu. „Wir hatten aber nur die halbe natürliche Umgebungsstrahlung wie in Bayern“, sagte Langmeier.
Die Angehörigen in Deutschland hatten größere Ängste als die Helfer vor Ort, weiß Ronny Bier zu berichten. „Diese Ängste musste ich dann abends per Skype bei der Familie ausräumen“, erklärt das THW-Mitglied. Auch bei den zahlreichen Nachbeben hatte Bier keine Bedenken. An Klebebandstreifen an der Zimmerdecke sei zu erkennen gewesen wie stark das Beben war und ob eine Gefahr besteht. „Wenn ein Band gerissen wäre, hätten wir aus dem Zimmer raus gemusst“, erzählt der 43-Jährige – was aber nicht vorkam.
Kaum Diesel für Fahrzeuge
Ein Problem war, dass die Infrastruktur im gesamten Gebiet zum Erliegen kam. „Es gab kaum Diesel für die Fahrzeuge zu kaufen “, erzählt der Zivilangestellte der Bundeswehr. Bilder von der Katastrophe haben die Helfer selbst nur in den Medien gesehen und von japanischen Feuerwehrleuten gezeigt bekommen. Diese waren es auch, die den Helfern aus Deutschland die Einfahrt in das Krisengebiet aufgrund der Tsunamiwarnungen verweigerte. Der Informationsaustausch mit den japanischen Behörden und den Helfern aus den anderen Ländern habe reibungslos geklappt, bestätigte THW-Strahlenschutzexperte Mario König.
Ein Verbindungsmann aus dem japanischen Außenministerium hatte die Einsatzkräfte immer mit neuen Informationen versorgt. „Wir hatten ein gutes Lagebild“, sagte König, der ständig Kontakt nach Deutschland hielt und sich dort über die meteorologische Situation in Japan informierte. Radioaktive Messungen wurden ebenfalls ständig durchgeführt und mit den Schweizer Kollegen abgeglichen.
Dass der THW niemanden retten konnte, war schon ein wenig deprimierend, gesteht THW-Präsident Albrecht Broemme ein. „Für uns zählt aber das Gefühl, dass sich Japan auf Europa verlassen kann“, so Broemme. „Es wäre ein Armutszeugnis, wenn wir es nicht wenigstens versucht hätten.“ Ein anderes Einsatzgebiet sei den Helfern nicht zugeteilt worden. Auch zu den anstehenden Versorgungsproblemen mit Trinkwasser, sei keine Anfrage gekommen. „Wir rechnen auch eher nicht damit“, sagte Broemme. Erfreut zeigte sich der THW-Präsident, dass sein Team zumindest 20 in Japan lebenden Zivilisten, darunter fünf Deutsche, mit Hilfeder deutschen Botschaft die Ausreise ermöglichen konnte. Die Menschen hatten in der Nähe des Epizentrums gelebt und „wollten einfach nur raus“, so Broemme.
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