Peter Gorschlüter war auch auf dem Museumsuferfest. Am Sonntag, mit Frau und beiden Kindern. „Im Museum für Kommunikation – das ist ja so kinderfreundlich.“ Der Vizedirektor des Museums für Moderne Kunst (MMK) muss dabei lachen. „Kinderfreundlich.“ Das ist eben so ein Wort, das kein Museum heutzutage ignorieren kann.
Aber der MMK-Vize kann gut mit dem etwas Lockeren. In seiner Zeit an der Tate in Liverpool „legte man unheimlich viel Wert darauf, sich zu öffnen für Menschen, die sonst nicht ins Museum gehen, die man sonst nicht erreicht“.
Und so kann er, der gerade erst vor zwei Monaten von der Merseyside an den Main gewechselt ist, gut mit dem Museumsuferfest. „Wir hatten extrem viele solcher Aktionen.“ Und Erfolg: eine Million Besucher bei 440000 Einwohnern im Jahr.
Aber beim Museumsuferfest will Gorschlüter den MMK-Besuchern „ein qualitatives Erlebnis bieten“, nicht bloß irgendwas „im Sog der Masse“. Das hat auch prima geklappt, wie zahlreiche Fotos an einer Wand des „Tortenstücks“ an der Domstraße bezeugen. Quasi als Appetithappen für die kommende 90er-Jahre-Ausstellung „Not in fashion“ konnten sich Besucher an diesem Wochenende frei ablichten lassen und als Titel eines „MMK-Modemagazins“ ausdrucken lassen. Außerdem durfte man alte Nineties-Klamotten zum Bedrucken mit „Not in fashion“ mitbringen. Frankfurt wird die bald wiedersehen…
Gorschlüter grinst sich da eins: Museum, das soll für ihn „nicht nur ein Ort des Betrachtens sondern auch ein Ort der Produktion sein“. Da passen die Mode-Aktionen gerade gut, auch weil das MMK sich auf die nächste Schau vorbereitet und just an diesem Wochenende nicht viel zu sehen ist. Aber das MMK hat daraus etwas gemacht, was selten in Frankfurt passiert und sogar das Museumsuferfest in bester Manier wiedergibt: Zusammen mit dem eigentlich geschlossenen Architekturmuseum dribbdebach wurde das Tortenstück selbst zum Ausstellungsobjekt. Pädagogen beider Häuser organisierten „Dialogführungen“. Und die Besucher kamen und durften staunen.
Kamen mehr? „Die meisten auf jeden Fall mit den Buttons der Museumsufercard“, schätzt MMK-Sprecherin Christina Hennecke. Das MMK war also nicht zu weit weg vom Museumsufer. Ist es sowieso nicht: „Die Dichte an Häusern hier in der Stadt schon toll“, sagt Gorschlüter. „Da reichen die Wochenenden eines Jahres gar nicht aus, um alles zu sehen.“ Aber noch ein zweites Museumsuferfest für mehr museale Konzentration „muss nicht sein“.

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