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03. September 2014

Eintracht Franfurt: Lotto spielen fürs Waldstadion

 Von 
Ein Bild aus dem Jahr 2005 – damals hieß diese S-Bahnstation auch noch „Sportfeld“. Heute heißt sie „Stadion“.  Foto: Georg Kumpfmüller

Waldstadion statt Commerzbank-Arena: Eintracht-Fans wollen den wahren Namen der Sportstätte zurück. Johannes Rapp, Sprecher des Vereins Nordwestkurve, spricht im FR-Interview darüber, wie die Fans die Namensrechte zurückkaufen wollen.

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Herr Rapp, haben Sie Glück im Spiel?

Hab’ ich wirklich. Ich spiele selten, habe aber relativ oft Glück.

Dann sind die Aussichten ja bestens. Sie wollen Lotto spielen – zusammen mit ganz vielen Eintracht-Fans. Was haben Sie vor?

Wir wollen uns mit dem Lottogewinn die Namensrechte am Waldstadion sichern.

Der Plan

Johannes Rapp ist einer der Sprecher des Vereins Nordwestkurve, einer Eintracht-Fanvertretung.

Am Samstag, 13. September, 16 Uhr, sind die Fans aufgerufen, massenhaft zur Bockenheimer Warte zu kommen und Lotto zu spielen. Mit dem erhofften Millionengewinn sollen die Namensrechte am Waldstadion erworben werden. Im Jahr 2005 zahlte die Commerzbank dafür 30 Millionen Euro für zehn Jahre – nicht an die Eintracht, sondern an die Stadion Frankfurt Management GmbH. ill

Wie kommen Sie denn darauf?

Das Thema bewegt die Leute. Für Eintracht-Fans ist das Waldstadion einfach nicht die Commerzbank-Arena, wird es auch nie werden. Wenn ein neuer Namenssponsor kommt, wird es trotzdem das Waldstadion bleiben.

Und warum ausgerechnet jetzt?

Weil 2015 die Namensrechte neu verhandelt werden. Wir haben uns in der Fanvereinigung Nordwestkurve zusammengesetzt und überlegt: Was können wir tun, um den Namen Waldstadion wieder zurückzuholen? Da wir keine 30 Millionen auf der hohen Kante haben, müssen wir was anderes machen – spielen wir halt Lotto, gewinnen wir halt das Geld.

Warum darf das Stadion nicht Commerzbank-Arena heißen, Google-Arena oder Ikea-Arena – wenn’s doch Geld bringt?

Das mag Geld bringen – es nimmt aber Identität. Das ist, als würde die Straße, in der Sie Ihr Leben lang wohnen, plötzlich Deutsche-Bank-Straße heißen. Oder als würde Ihr Stadtteil umbenannt. Die Identifikation ist nicht ganz so stark wie mit dem Vereinsnamen, aber gerade beim Waldstadion, das eine gewisse Tradition hat, das eine Art Wohnzimmer für die Fans ist – da wirkt ein Sponsorenname wie ein Fremdkörper. Er hat sich ja auch nie durchgesetzt. Alle, die damit was verbinden, sagen nach wie vor Waldstadion.

Wie stark gehen Sie davon aus, die Millionen zu gewinnen?

Ein Lottogewinn hat ja eine gewisse Wahrscheinlichkeit, die nicht ganz bei 100 Prozent liegt.

Das haben Sie schön formuliert.

Wir hoffen einfach auf eine möglichst große Summe, um uns die Namensrechte für eine gewisse Zeit zu sichern – und sei es nur symbolisch für einen Spieltag. Was wir aber im Kern wollen, ganz unabhängig davon, wie viel wir gewinnen, ist: das Thema wieder ins Bewusstsein bringen. Unser Stadion heißt Waldstadion. Sponsoren können da ihr Firmenlogo draufsetzen, aber für die Bevölkerung wird es immer das Waldstadion bleiben.

Wie sind die Reaktionen?

Sehr positiv. Und sehr international. Ein Eintracht-Fan ist gerade in China. Als er da mit seinem Trikot herumlief, hat ihn ein Engländer auf unsere Lotto-Aktion angesprochen.

Wie viele Leute machen mit?

Wir haben schon eine Handvoll Scheine, aber wir zielen ja auf den 13. September hin. Wir wollen, dass dann möglichst viele Leute in Bockenheim vor Ort sind, um ein Zeichen zu setzen. Da sind wir sehr gespannt.

Das heißt, da werden Hunderte, vielleicht Tausende zur Bockenheimer Warte kommen – haben Sie schon die Lotto-Annahmestelle vorgewarnt?

Na klar, mit dem Kiosk-Inhaber in der Warte haben wir gesprochen, der weiß, was auf ihn zukommt. Dass da vielleicht etwas mehr als zehn Leute Lotto spielen an dem Samstag. Die Teilnehmer bezahlen dort den Einsatz, geben uns ihren Schein, und nach der Ziehung bekommen wir dann die 30 Millionen Euro ausbezahlt.

Wie können Eintracht-Fans in Kenia oder China dabei sein?

Die sollen sich mit uns in Verbindung setzen, wir vereinbaren dann eine individuelle Lösung, vermitteln eine Tippgemeinschaft oder Ähnliches.

Und wenn Sie wider Erwarten keine 30 Millionen gewinnen?

In dem unwahrscheinlichen Fall, dass die Summe nicht reicht, um mit dem Stadionbetreiber in Verhandlungen einzutreten, stellen wir das Geld der Jugendabteilung von Eintracht Frankfurt zur Verfügung. Die Aktion hat auf jeden Fall einen guten Zweck.

Wenn es doch klappt, könnten Sie weitermachen und das Geld im Lotto gewinnen, um Marco Reus oder Lionel Messi für die nächste Saison zu verpflichten.

Genau. Dann erspielen wir uns erst die Namensrechte und dann auch noch eine Top-Mannschaft.

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