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25. November 2015

Eintracht Frankfurt: Fans rufen zu Gewalt auf

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"Darmstadt vernichten": Dieses Plakat hängt an vielen Stellen in Frankfurt und im Umland.  Foto: dpa

Ein Mann im Eintracht-Shirt packt eine Darmstadt-Anhängerin an die Gurgel. Dieses geschmacklose Plakat ruft anderthalb Wochen vor dem Bundesliga-Derby zwischen Eintracht Frankfurt und dem SV Darmstadt 98 die Staatsanwaltschaft auf den Plan.

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Anderthalb Wochen vor dem Bundesliga-Derby zwischen Eintracht Frankfurt und dem SV Darmstadt 98 hat die Rivalität zwischen den beiden Fangruppen nun die Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen. Wegen eines geschmacklosen Aufklebers hat die Anklagebehörde Ermittlungen aufgenommen. Das Motiv, das an vielen Stellen in Frankfurt und im Umland klebt, nimmt direkt Bezug auf das Spiel am 6. Dezember im Waldstadion.

Die Aufkleber zeigen einen Mann im Eintracht-Shirt. In der einen Hand hält er eine Axt, mit der anderen schleift er eine Frau über den Boden. Er hat sie an der Gurgel gepackt, sie ist durch ihr T-Shirt gut als Darmstadt-Anhängerin zu identifizieren. Wer die Botschaft nicht kapiert hat, bekommt auf dem Aufkleber noch eine schriftliche Erklärung: „Darmstadt vernichten“ steht oben, „Lilien jagen“ unten.

Nadja Niesen, Sprecherin der Staatsanwaltschaft, bestätigte einen Bericht von HR-Info, nach dem die Behörde ein Strafverfahren gegen die unbekannten Urheber eingeleitet hat. Wobei noch fraglich sei, ob es sich bei dem Aufkleber eher um eine Gewaltdarstellung oder eine öffentliche Aufforderung zu Straftaten handele. Für den ersten Fall sehe das Strafgesetzbuch eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe vor. Im zweiten Fall komme es darauf an, zu welcher Straftat aufgefordert werde – dem Urheber des Aufklebers drohe als Anstifter dasselbe Strafmaß wie dem eigentlichen Täter, der die Aufforderung zur Gewalt umsetzt.

Über die Menge der Aufkleber konnte Niesen keine Angaben machen, ebenso wenig über die Zahl der Anzeigen, die mittlerweile eingegangen sind. Es sind zumindest mehrere, mindestens eine davon kommt aus Oberursel. Angeblich existierten auch noch andere Aufkleber, die in ähnlich martialischer Weise auf das Heimspiel am Nikolaustag einstimmen.

Rivalität steigert sich

In den vergangenen Wochen hat sich die seit Jahrzehnten vorhandene Rivalität zwischen Frankfurter und Darmstädter Fans immer weiter gesteigert. Dabei blieb es nicht bei kreativen Aktionen wie der massenhaften Beteiligung von Eintracht-Fans an einer Umfrage. Hessen Mobil hatte im Internet darüber abstimmen lassen, welche Farbe die neue Brücke am Darmstädter Kreuz bekommen soll. Die Frankfurter sorgten dafür, dass die Wahl auf (Eintracht-)Rot und nicht auf (Lilien-)Blau fiel.

Zwar sympathisieren manche gemäßigte Eintracht-Anhänger sogar mit dem Aufsteiger aus Südhessen. Doch das ist vor allem den Eintracht-Ultras ein Dorn im Auge. Vor einigen Wochen riefen sie auf einem Transparent mit deutlichen Worten („Lilien-Sympathisanten verpisst euch ans Bölle!“) dazu auf, keinen Beifall zu spenden, wenn auf dem Videowürfel im Waldstadion ein Tor für Darmstadt in einem zeitgleich ausgetragenen Spiel angezeigt wird.

Aus Fankreisen ist zu hören, die Fans der Lilien hätten die Eintracht-Anhänger zuletzt provoziert, wobei unklar blieb, was genau vorgefallen ist. Fakt ist, dass es in den vergangenen Wochen auch schon kleinere Scharmützel zwischen den beiden Fangruppen gegeben hat. Dazu reisten Frankfurter ins 30 Kilometer entfernte Darmstadt.

Zuletzt suchten Eintracht-Fans, die auf der Rückreise von ihrem Auswärtsspiel in Hoffenheim waren, den Kontakt zu Lilien-Fans. Bei einem Zwischenstopp in Darmstadt stiegen sie kurz aus ihrem Zug. Jedoch war das Vorhaben der Polizei bekannt geworden. Weil der Bahnsteig voll mit Bereitschaftseinheiten war, stiegen die Frankfurter wieder in die Waggons.

Die Frankfurter Polizei bereitet sich jedenfalls auf einen Großeinsatz am 6. Dezember vor. Wobei die Aufkleber alleine noch kein Alarmzeichen sind. 2010 hatten Eintracht-Fans vor ihrem Auswärtsspiel in Kaiserslautern zu einem „Schlachtfest“ aufgerufen. Viele fuhren dann sogar mit Metzgerschürzen in die Pfalz. Randale gab es nicht.

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