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08. Februar 2016

Electro-Autos: Carsharing im Römer

 Von 
Zwei Stadträte und ein gemeinsames Auto.  Foto: Andreas Arnold

Zwei Stadträte teilen sich ein Elektro-Auto. Sie sind die einzigen aus der Stadtregierung, die echtes Autoteilen betreiben – und zwar ohne Verbrennungsmotor.

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Sieht völlig normal aus, das Auto. „Wie sollte es auch sonst aussehen?“, fragt Rosemarie Heilig, die Umweltdezernentin. Manchmal sieht es ihr sogar zu normal aus. „Dann würde ich am liebsten draufschreiben: Ich bin kein Diesel“, sagt sie.

Nein, ein Diesel ist es wirklich nicht, das Auto, das sich die Stadträtin und ihr Kollege aus dem Verkehrsressort, Stefan Majer, teilen. Es ist vielmehr ein Wagen mit Elektromotor, ein E-Golf. Und das kann man auch hören. Beziehungsweise: „Man hört, dass man nichts hört“, sagt Heilig und fährt los, raus aus dem Römerhöfchen, einmal die Braubachstraße hinunter und wieder zurück zum Rathausparkplatz. Zieht ganz ordentlich ab, das weiße Vehikel. „Wie ein Autoscooter“, vergleicht die Frau am Steuer und grinst.

Im September haben sich die beiden Grünen-Magistratsmitglieder das Auto beim Carsharing-Anbieter Book’n’Drive bestellt. Seither sind sie die einzigen aus der Stadtregierung, die echtes Autoteilen betreiben – und zwar ohne Verbrennungsmotor. „Ich habe dabei das gute Gefühl, keine Dreckschleuder zu fahren“, sagt die Stadträtin. Wenn sie im Auto sitzt, sitzt sie auch selbst am Lenkrad. Ihr ehemaliger Fahrer hat Karriere gemacht und arbeitet jetzt im Grünflächenamt. Seine alte Stelle konnte die Stadt einsparen. Kollege Majer hingegen lässt sich von seinem Chauffeur Mehmet Kalin im E-Golf kutschieren. „Wenn ich selbst fahre, fahre ich Rad“, sagt er.

Reibungslose Absprache

Und wie läuft die Absprache? Reibungslos, sagen beide. Wenn eine(r) nach Wiesbaden muss, fährt der (die) andere eben Bahn oder Rad oder zur Not eines der anderen städtischen Dienstautos, aber nur ausnahmsweise. „Muss jeder ein Auto haben? Nein!“, sagt Majer und meint sowohl den Magistrat als auch die Bürger. Viele junge Leute hätten es schon begriffen. „Die meiste Zeit ist das Fahrzeug nur ein Stehzeug“, sagt Rosemarie Heilig.

Bleibt nur ein Problem: Für die Fahrt nach Wiesbaden und zurück hat der E-Golf zu wenig Saft. Vollgetankt zeigt der Reichweitenmesser zwar 189 Kilometer an, aber wenn man die Heizung einschaltet – im Winter durchaus empfehlenswert –, schrumpft die Anzeige prompt auf 141 Kilometer. Dazu noch Scheibenwischer, Radio… das wird eng. Immerhin: Das hessische Wirtschaftsministerium in Wiesbaden hat eine Stromtankstelle. Das Gesundheitsministerium nicht. Die Energiewende im Straßenverkehr rollt, aber sie kann durchaus noch Tempo aufnehmen.

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