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18. Januar 2016

Elvis Presley: Elvis in Bad Nauheim

 Von Ulrike Krickau
Ein als Elvis Presley verkleideter Fan fotografiert auf dem „European Elvis Festival“, das jährlich in Bad Nauheim stattfindet. Dort lebte Elvis während seines Militärdienstes Ende der 1950er Jahre.  Foto: REUTERS

Mit „Elvis in Bad Nauheim“ bringt das Theater Landungsbrücken Frankfurt ein surreales Doku-Stück von Bert Bresgen auf die Bühne.

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Ein Elvis-Stück im Theater? Super, denkt der Rockabilly-Boy, schraubt mit Pomade seine Haartolle in die Höhe und rennt los – möglicherweise mitten hinein in eine Enttäuschung. „Ein Fanstück ist das eigentlich nicht“, sagt Bert Bresgen, der Autor von „Elvis in Bad Nauheim“. Viel eher lässt sich das Stück als ein Panoptikum des Wahnsinns beschreiben, der im Oktober 1958 über Bad Nauheim hereinbrach, als der Weltstar Elvis Presley in dem verschlafenen Städtchen seinen Militärdienst antrat und zusammen mit Freunden und Familie im altehrwürdigen Hotel Grunewald residierte, später mit seiner Entourage in ein Haus in der Goethestraße umzog, das rund um die Uhr von Fans belagert wurde.

Die Saiten dieser Gibson-Gitarre hat Elvis Presley in den 60er Jahren gezupft.  Foto: REUTERS

Während Elvis noch um seine geliebte Mutter trauerte, konnte sein frisch verwitweter Vater den weiblichen jugendlichen Fans schon wieder sehr viel abgewinnen. Die männliche Bad Nauheimer Jugend wollte derweil gerne mit den Bodygards die Kräfte messen. Später begann Elvis eine nicht jugendschutzkompatible Beziehung mit Priscilla, der Tochter eines Vorgesetzten, während von den USA aus sein Manager Colonel Parker, der eigentlich kein Colonel war, sondern ein illegal in die USA eingereister Niederländer, die Abschiebung eines Elvis erpressenden Hautarztes nach Südafrika vorantrieb.

Spielplan

„Elvis in Bad Nauheim“, ein surreales Doku-Stück von Bert Bresgen, Regie: Oliver Utis.

21.+22.1., je 20 Uhr, Theater Landungsbrücken, Frankfurt, Gutleutstraße 294.

Karten online unter www.landungsbruecken.org oder Tel. 069/25 62 77 44. uk

Vor all diesen Verwirrungen schreckt Bert Bresgen (55) nicht zurück, sondern er setzt noch einen drauf. Denn das ist seine Spezialität: Er legt der Wirklichkeit so lange die Daumenschrauben an, bis sie die Wahrheit preisgibt. Das hat er inzwischen in fünf Bühnenprogrammen für den Frankfurter Super-Single Anton Le Goff getan, zuletzt ließ er ihn die Frankfurt-Neugründung auf dem Mars besuchen. Bresgens Stücke wie „Die Erle der Enthauptungen“ oder „Ackermanns Traum“ lassen sich so ungefähr im absurden/surrealen Theater verorten, aber es lässt sich auch anders formulieren: Bresgen ist Bresgen, und wer von seinen Stücken nicht überrascht ist, den kann gar nichts mehr überraschen.

Geglücktes Comeback

Für seinen „Elvis in Bad Nauheim“ hat er sich eine Rahmenhandlung ausgedacht. Erzählt wird die Geschichte viele Jahre nach Elvis’ Zeit in Bad Nauheim. Seine Krise und die acht Jahre dauernde Bühnenabstinenz sind vorüber, das Comeback geglückt, aus Elvis, dem Rock’n’Roller und Revoluzzer wurde Elvis, der Las-Vegas-Entertainer. Erzählt wird seine Geschichte im Stück von Colonel Parker. „Vieles, was in dem Stück so klingt, als hätte ich es erfunden, ist real. Und anderes, das völlig normal klingt, habe ich mir ausgedacht“, erklärt Bert Bresgen. Was er damit meint? Real ist beispielsweise der Zwillingsbruder von Elvis, der bei der Geburt starb. Real ist auch, dass die Fans nach Elvis’ Blutspende alles daran setzten, um in den Besitz der Blutkonserve zu gelangen. Aber was ist mit Colonel Parker? Stimmt es, dass er nur deshalb gegen eine Auslandstournee seines Schützlings war und damit tausende junger Frauen unglücklich machte, weil dann sein Status als illegaler Einwanderer aufgeflogen wäre?

Spielen mit (von links): David Schaller, Jasmin Hörning, Eric Lenke, Vera Emrich und Elliot Ayling.

Insgesamt werden acht Schauspieler und Tänzer auf der Bühne stehen. Inszeniert wird „Elvis in Bad Nauheim“ von Oliver Scholz alias Oliver Utis, einem Regisseur, der mit viel Erfahrung im Tanztheater und mit Performances seinen eigenen Blick auf „Elvis in Bad Nauheim“ werfen wird. Und wenn sich doch einer mit seinen Blue Suede Shoes auf den Weg zu den Landungsbrücken machen möchte: keine Panik. Natürlich gibt es auch Musik von Elvis Presley.

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