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16. April 2015

Erika Steinbach: Die Hohlzwitscherin

 Von 
Erika Steinbach - wehe, wenn sie twittert.  Foto: Andreas Arnold

Erika Steinbach, Rechtsaußen der CDU, ist mal wieder das Gesprächsthema in den sozialen Netzen, denn sie hat nach ihrer Meinung einen echten Skandal aufgetan. Leider hat sie dem einem Satire-Artikel der Taz entnommen. Auf Twitter wird sie jetzt mit jeder Menge Spott übergossen

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Twitter ist ein demokratisches Medium. Jeder kann zu allem seinen Senf dazugeben, ohne dass seine Qualifikation, Allgemeinbildung oder sein IQ bei der Registrierung abgefragt würden. Und dafür muss die Welt dem Kurznachrichtendienst irgendwie dankbar sein. Man stelle sich nur vor, welche Twitter-Perlen der Nachwelt entgangen wären, wenn Erika Steinbach, ehemalige Vorsitzende des Bundes der Vertriebenen, Pegida-Versteherin und Rechtsaußen der CDU, erst ihre Geschichtskenntnisse oder Medienkompetenz hätte nachweisen müssen, bevor sie mit virtuellen Gezwitscher hätte loslegen dürfen.

Seit Mittwochabend ist Steinbach mal wieder das Gesprächsthema in den sozialen Netzen. Kurz vor dem Schlafengehen hat die aufrechte Verteidigerin des Abendlandes mal wieder einen echten Skandal aufgetan. „Der Sache muss man nachgehen! Z.B ob aus dem Min.Schwesig Mittel geflossen sind. Stichwort "Kampf gegen Rechts", ließ sie ihre knapp 7500 Follower wissen. Dazu ein Link zu einem Taz-Artikel vom 12.02.2015.  „Proteste gegen Pegida und Co.: Demogeld für Antifas“

Ein Artikel, der es in sich hat. Minutiös wird darin aufgeschlüsselt, wie Antifagruppen, die sich unter dem Dach des bundesweit agierenden Antifa e.V. organisieren, vom Staate alimentiert werden. 25 Euro erhalten die Chaoten pro Demoteilnahme, so verrät es der Autor. Natürlich nur dann, wenn die Mitglieder „beim Ein- und Aussteigen den Mitgliedsausweis an den dafür vorgesehenen Scanner im Bus halten“, wie aus einem internen Schreiben des Antifa e.V. hervorgeht.

So sind sie die Linksfaschisten! „Nie wieder Deutschland“ grölen, aber sich  schön vom deutschen Steuerzahler aushalten lassen. Was PI-News, Akif Pirinçci und der deutsche Vorstadtstammtisch schon immer zu wissen glaubten, hat man nun Schwarz auf Weiß. Und wer wäre geeigneter diesen Skandal der breiten bundesrepublikanischen Öffentlichkeit zu präsentieren, als Kommunisten-, Islamisten- und Atheisten-Fresserin Steinbach.

Zum Leidwesen der deutschen Rechten handelt es sich aber um einen Satire-Artikel, wie man sie in der Taz eigentlich täglich  auf der letzten Seite findet. Die vorgelegten Dokumente sind Fälschungen, mit denen sich linke Social-Media-Seiten über die anhaltenden Gerüchte, Antifa und überhaupt alle Gegner von Pegida, Hogesa und Co. würden für ihre Demos bezahlt, lustig machen. Man muss Steinbach zugute halten, dass auch andere Prominente auf den Scherz reingefallen sind (Hamed Abdel Samad etwa)….allerdings gut zwei Monate früher.

Steinbach hat ein gewisses Talent darin, sich durch ungefiltertes Gezwitscher zum Gesprächsthema zu machen. Nach dem Charlie-Hebdo Massaker rief sie über Twitter die Kollegen vom Tagesspiegel auf, nur die katholische Kirche zu kritisieren, da ja alles andere lebensgefährlich sei – und versah ihren Eintrag auch noch mit einem Smiley. Weil tote Karikaturisten wohl an sich etwas Komisches an sich haben.

Ein andermal informierte sie die Twitter-Gemeinde über ihr  „Info-Gespräch mit integriertem Spanier, einer Kroatin und einer Polin“. Die waren wenig überraschend „alle für Pegida und strengereZuwanderung“ und „sahen keinenRassismus“.

Für die meiste Aufregung aber sorgte Steinbach im Februar 2012, als die selbsternannte Geschichtsexpertin verkündete: „Die NAZIS waren eine linke Partei. Vergessen? NationalSOZIALISTISCHE deutsche ARBEITERPARTEI.....“ Eine bestechende Herleitung. Man würde Steinbach gerne fragen, ob sie auch die verbotene Neonazi-Partei FAP für einen Ableger der Liberalen hält (FREIHEITLICHE Deutsche Arbeiterpartei!!! Hallooo?) oder die NPD für Demokraten (NationalDEMOKRATISCHE Partei Deutschlands).

Mit ihrem Antifa e.V.-Post hat sich Steinbach auf Twitter jede Menge Spott eingehandelt. Auf Facebook hingegen erfährt sie von ihrer Anhängerschaft viel Zustimmung. Die geht sogar soweit, dass einzelne Kommentatoren sich beharrlich weigern, anzuerkennen, dass es sich bei dem Taz-Beitrag um Satire handelt. Wenn überhaupt – so die Argumentation -  tut die linke Taz nur so, als sei das Satire, damit alle glauben es sei Satire, obwohl es überhaupt keine Satire ist. So perfide sind sie nämlich, die rotlackierten Gutmenschen-Faschos!

Wer wissen will, woher der durchschnittliche Pegida- oder Hogesa-Anhänger seine weinerliche Weltsicht bezieht, der kann im Netz mehrere Dutzend einschlägige Portale checken, auf Facebook die entsprechenden Seiten lesen oder sich bei Youtube abertausende Videos reinziehen. Oder aber er folgt einfach Erika Steinbach auf Twitter. Das ist bequemer und konzentrierter. Auch deshalb kann man dankbar sein, dass die Frau so viel zwitschert.

 

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