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08. August 2013

Europaviertel Frankfurt : Mehr Platz für Reiche

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Bis zu 9000 Euro pro Quadratmeter müssen Kunden für eine Wohnung im "Axis" berappen.  Foto: wilma

Luxuriöse Wohnungen gehen in Frankfurt weg wie warme Brezeln. Im Europaviertel entsteht gerade eine neue Wohnanlage für die Oberschicht, Hundewaschplatz und Pförtnerdienst inclusive.

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Luxuriöse Wohnungen gehen in Frankfurt weg wie warme Brezeln. Im Europaviertel entsteht gerade eine neue Wohnanlage für die Oberschicht, Hundewaschplatz und Pförtnerdienst inclusive.

Die Bauherren versprechen „spannende Blickachsen zwischen Frankfurter Skyline, Taunus, Odenwald und dem Europaviertel“. Konsequent trägt das geplante 60 Meter hohe Wohnhochhaus westlich der Emser Brücke den Namen „Axis“. Mit dem 95 Millionen Euro teuren Projekt entsteht im Europaviertel eine Luxuswohnanlage ungewöhnlichen Standards. Die Unterkünfte im Turm mit einer Größe von bis zu 280 Quadratmetern kosten bis zu 9000 Euro pro Quadratmeter.

„Axis“, hinter dem das Wohnungsbauunternehmen Wilma Wohnen Süd steht, bietet weitere Superlative. So zum Beispiel neben einem „Concierge-Service“ (Pförtnerdienst) auch einen „Hundewaschplatz“, auf dem die vierbeinigen Lieblinge gesäubert werden können, bevor sie die Wohnung betreten. Oder eine der größten Abwasserwärmepumpen der Welt, die Energie zum Temperieren von Wohnungen und Wasser liefert. Das Wohnhochhaus wird über einen „Atriumgarten mit Grün- und Wasserflächen“ mit acht weiteren zweigeschossigen Lofts verbunden, die „knapp über 200 Quadratmeter groß“ sind, wie ein Wilma-Sprecher sagt.

Stadt sieht keine Hindernisse

Wohnungsmarkt

Die schwierige Lage auf dem Frankfurter Wohnungsmarkt halten die Bürger für das größte Problem in Frankfurt. 27 Prozent der Befragten sehen das so. Im Vergleich zum Vorjahr hat damit der Wohnungsmarkt das bisherige Top-Problem Kriminalität abgelöst. Der Wohnungsmangel legte im Bewusstsein der Befragten als Problem um 13 Prozentpunkte zu.

Die Stadt will die Baugenehmigung erteilen. Es gebe „keine grundsätzlichen Hindernisse“ , so Ulrich Keck, Referent von Bürgermeister und Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne). Dass mit „Axis“ eine weitere Luxuswohninsel in Frankfurt entsteht, besorgt das Planungsdezernat nicht. „Es gibt Interessenten und einen Markt für diese hochpreisigen Wohnungen“, sagt Keck.

Die ersten Einheiten von „Axis“ sollen, wie es bei Wilma heißt, „Anfang 2016“ bezugsfertig sein. Damit käme die Wohnanlage etwas später als der Wohnturm, der an die Stelle des Henninger Turms in Sachsenhausen treten soll. Das Frankfurter Wahrzeichen wird gerade abgerissen, um einem 130 Meter hohen Hochhaus ebenfalls mit Luxus-Eigentumswohnungen Platz zu machen.

Die Entwürfe für beide Wohntürme stammen vom selben Frankfurter Architekturbüro: Meixner, Schlüter, Wendt. Für den Wohnturm im Europaviertel haben die Architekten eine helle Natursteinfassade entworfen, die als besondere Attraktion nach Süden hin „unregelmäßig geformte Balkone und Loggien“ aufweist.

Das Wohnhochhaus anstelle des Henninger-Turms soll einen fassähnlichen Aufbau bekommen, der an das alte, bei vielen Menschen in Stadt und Region sehr beliebte Drehrestaurant im alten Turm erinnert.

Hier ist es noch teurer

Für eine weitere Luxuswohnanlage in Frankfurt wird gerade die Baustelle eingerichtet. Auf dem früheren Degussa-Gelände zwischen Mainufer und Weißfrauenstraße baut die Deutsche Immobilien Chancen (DIC) die drei kleinen Türmchen „Lido“, „Puro“ und „Riva“. Wer hier wohnen möchte, muss bis zu 10 000 Euro pro Quadratmeter ausgeben – für ein Loft von 260 Quadratmetern also 2,6 Millionen Euro. Mehr als die Hälfte des Wohnraums ist dennoch bereits verkauft.

Bürgermeister und Planungsdezernent Cunitz will sich dafür einsetzen, dass trotz solcher Projekte beim Wohnungsbau in Frankfurt künftig „die soziale Mischung stimmt“, wie sein Referent Keck sagt. Nach den Sommerferien möchte der Grüne Cunitz vom Stadtparlament eine besondere Festlegung beschließen lassen: Bei neuen Wohnquartieren in Frankfurt sollen 30 Prozent der Unterkünfte für öffentlich geförderten Wohnraum reserviert werden. Für Menschen also mit kleinem und mittlerem Einkommen, die bei der Suche nach Wohnungen in Frankfurt derzeit oft genug leer ausgehen.

Das Wohnhochhaus „Axis“ sei in der Lage, „die Wahrnehmung von Frankfurt nachhaltig zu verändern und den Blick vom Bankenviertel auf die Lebensqualität des Europaviertels zu verschieben“, urteilt Thomas Jahn, Geschäftsführer von Wilma Wohnen Süd. Freilich gibt es auch im Europaviertel Gegengewichte. So baut der Sahle Konzern dort gerade die „Helenenhöfe“: Zu denen gehören 48 Eigentumswohnungen, aber 397 öffentlich geförderte Unterkünfte.

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