kalaydo.de Anzeigen

Frankfurt
Berichte und Bilder von allen wichtigen Ereignissen in Frankfurt

11. Januar 2012

Europaviertel: U-Bahn-Tunnel ist zu teuer

 Von Jürgen Ahäuser
Im Europaviertel wird die verlängerte U5 wohl oberirdisch fahren.  

Der Untergrundbau für die U5 im Europaviertel würde 260 Millionen Euro kosten. Zu viel für die klammen Staatskassen. Daher soll die U5 oberirdisch durchs Viertel fahren - über ein Gleisbett aus Rasen.

Drucken per Mail

Allein das Wort „Europaboulevard“ erinnert an einen großen Wurf. Bis zu 60 Meter breit soll die Flaniermeile werden, mit einem Park, dem Europagarten, als grüner Oase in der Mitte. Unter dem Boulevard sollte spätestens ab 2019 die U5 hin- und herrauschen und den Beschäftigten und Bewohnern des Europaviertels eine schnelle Anbindung ins Stadtgebiet bieten. Rauschen wird die Bahn wohl, vermutlich mehr als manchem lieb ist, denn aus der U-Bahn, der Untergrundbahn, wird zu großen Teilen eine O-, eine oberirdische Bahn.

Ans Licht wird die U-Bahn gezwungen, weil die Stadt Frankfurt an vielen Ecken und Enden sparen muss. Bund und Land, die gewöhnlich solche Verkehrsprojekte zu über 80 Prozent bezuschussen, haben Frankfurt zurückgepfiffen. Der Untergrundbau würde über 260 Millionen Euro kosten. Viel zu viel auch für die klammen Staatskassen. Bund und Land rücken das Geld nur heraus, wenn die U-Bahn teilweise oberirdisch über den Boulevard geführt wird. 80 Millionen Euro sollen so eingespart werden, und nach Angaben von Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) haben Bund und Land die Pläne abgesegnet.

Verhältnisse wie in der Borsigallee

Verlängerungen der U5 und Planungen im Europaviertel.
Verlängerungen der U5 und Planungen im Europaviertel.

Die sofort geäußerte Befürchtung, auf dem Europaboulevard würden nun Zustände wie auf der Eschersheimer Landstraße entstehen, wo die U-Bahn-Strecke den Stadtteil zerschneidet und es schon etliche Tote beim Überqueren der Gleise gegeben hat, zerstreut Majer. „Die Verhältnisse sind hier ganz anders, eher wie in der Borsigallee, wo Autos und Bahn auch nebeneinander fahren.“ Nach Ansicht des Verkehrsdezernenten wird es auch nicht zu laut. Das Gleisbett soll aus Rasen bestehen. Die SPD wird in der Stadtverordnetenversammlung den neuen Plänen wohl zustimmen. „Wer etwas anderes will, muss auch erklären, wie es finanziert werden soll“, erklärt Klaus Oesterling. Der Fraktionsvorsitzende spart allerdings nicht mit Kritik an der früheren schwarz-gelben und der jetzigen schwarz-grünen Koalitionsregierung. Der damalige Baudezernent Franz Zimmermann (FDP) und der amtierende Planungsdezernent Edwin Schwarz (CDU) hätten das schon vor zehn Jahren beschlossene Bahnprojekt „nur schleppend vorangetrieben“. Und die Grünen hätten ihre eigenen oberirdischen Vorstellungen auch wieder geändert. Wäre die Stellplatzablöse nicht von der CDU-FDP-Landesregierung abgeschafft worden, hätte Frankfurt Mittel gehabt, um selbst etwas zu bewegen. „Davon profitiert nun die Immobilienbranche, die sich aber darüber beschwert, dass die Bahn nach oben muss.“

Jetzt kommentieren

Übersicht

Wir informieren Sie aus der ganzen Region. Nachrichten aus Ihrer Stadt können Sie als Newsfeed abonnieren - klicken Sie dazu bitte auf das orange Symbol.

Übersichtsseite Frankfurt/Rhein-Main

Frankfurt

Rhein-Main

Bad Homburg, Hochtaunus

Bad Vilbel, Wetterau

Darmstadt

Kreis Groß Gerau

Hanau, Main-Kinzig

Main-Taunus

Mainz

Offenbach

Kreis Offenbach

Wiesbaden

Radfahren in Frankfurt
Radserie Stadtrad

Radfahren in Frankfurt: Wir machen die Bestandsaufnahme. Wo sind die Gefahrenstellen? Was muss besser werden? Auch Ihre Erfahrungen sind gefragt. Dazu gibt's Tipps für die Fahrradreparatur.

Zur Serie: Stadtrad - Radfahren in Frankfurt

Twitter
Fotostrecke
Costa Concordia

Frankfurt und Offenbach leuchten - im Rahmen der Luminale gab es 182 beeindruckende Lichtkunst-Projekte zu sehen. Ein Anziehungspunkt in Frankfurt war die neue Osthafenbrücke (Bild). Wir zeigen die schönsten Motive in einer Fotostrecke.

Online-Kataloge
Anzeige
Sprengung des AfE-Turms

Der AfE-Turm am Frankfurter Campus Bockenheim ist Geschichte. Fotos, Videos und Berichte über den großen Knall - und ein Blick auf das, was danach kommt.

Sprengung des AfE-Turms

Videos: Der AfE-Turm fällt - in Zeitlupe

Fotostrecke: Der Trümmerhaufen als Ausflugsziel

Fotostrecke: So fiel der AfE-Turm

Fotostrecke: Das bleibt vom Uni-Turm übrig

Fotostrecke: Ein letzter Rundgang im AfE-Turm

Rückblick: Spektakuläre Sprengungen in Frankfurt

Ausblick: Kulturcampus Bockenheim

Sonderheft

Die Siebziger sind die Frankfurter Jahre. Von hier aus strahlt in die Republik, was das Jahrzehnt bestimmt: das Aufbegehren der Jugend, der Häuserkampf in und ums Westend, die terroristische Bedrohung der RAF - und die Flügelzange der Eintracht mit Grabowski und Hölzenbein.

FR-Geschichte: 70er Jahre in Frankfurt

Unser Sonderheft blickt zurück, dokumentiert Originaltexte und zeigt das Jahrzehnt in Bildern.

Die Zeitung
Glosse
        

Da steht sie auf ihrem Brunnen in der Klappergasse.

Unglaubliche Geschichten aus dem Frankfurter Alltag - notiert von Frau Rauscher.

Spezials
Social Media
In Twitter informieren wir als FRlokal über Frankfurt und Rhein-Main. Folgen Sie uns!
ANZEIGE
- Partner