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10. Januar 2016

Explora: Rassistische Tweets des Explora-Chefs

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Eigentlich bekannt für seine 3D-Objekte: das Explora.  Foto: peter-juelich.com

Bereits seit mehreren Jahren nutzt Explora-Chef Stief den Twitter-Kanal des Museums immer wieder, um rassistische und auch sexistische Nachrichten zu verbreiten – zwischen Werbung für seine Ausstellungen.

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Es war ein Redakteur des Hessischen Rundfunks, der auf die Twitter-Aktivitäten des Explora-Museums hinwies. „Zeigt denen doch erstmal, wie man richtig scheißt. Refugees out“, kommentierte das 3D-Museum einen Artikel des „Tagesspiegel“ über Flüchtlinge. Es ist nicht das erste Mal, dass sich das Explora an der Lortzingstraße fremdenfeindlich äußert. So wurden Flüchtlinge als „syrische Verbrecher“ denunziert oder es hieß „Jetzt raus mit dem Gesockse. Aber schnellstens … “

Laut Mitarbeitern ist der Gründer und Museumsleiter Gerhard Stief für den Twitter-Account verantwortlich. Er weile im Urlaub. Zwei Anfragen der FR ließ er unbeantwortet. Stattdessen legte er in dem sozialen Netzwerk nach, bewarb ein neues Exponat und verkündete, dass er ein privates Museum führe, keine Fördergelder erhalte und kein Rassist sei. „Unabhängig davon, ob es mit öffentlichen Geldern finanziert wird oder nicht, gehen solche rassistischen Äußerungen nicht“, sagte Nordend-Ortsvorsteherin Karin Guder (Grüne).

Bereits seit mehreren Jahren nutzt Stief den Kanal des Museums immer wieder, um rassistische und auch sexistische Nachrichten zu verbreiten – zwischen Werbung für seine Ausstellungen. „Herr Stief wird seiner Verantwortung als Museumsleiter nicht gerecht“, sagte Guder der FR. „Er missbraucht seinen kulturellen Auftrag. Das ist unmöglich, gefährlich und nicht hinnehmbar.“

„Offensichtlich ein Rassist“

Rüdiger Koch, Fraktionsvorsitzender der SPD, geht davon aus, dass der Ortsbeirat in der nächsten Sitzung eine Stellungnahme verabschiedet. „Das ist inakzeptabel, ein absolutes No-Go.“ Der Ortsbeirat müsse deutlich machen, dass das Nordend ein multikultureller Stadtteil sei, in dem Flüchtlinge willkommen seien.

Zahlreiche Bürger und Museumsbesucher äußerten auf Twitter Kritik. Viele kündigten an, das Museum nicht mehr besuchen zu wollen. Die Stadtverordnete Jutta Ditfurth (Ökolinx) bezeichnete das Museum „als vermutlich rassistischstes Museum Frankfurts“. Manfred Zieran, für Ökolinx im Ortsbeirat 3, ergänzte, die Aussage sei ungeheuerlich und Stief offensichtlich Rassist. Die CDU verurteilt die Tweets. „Es ist unsäglich“, sagte der Fraktionsvorsitzende Mirko Trutin. Stief sei ein Typ der direkten Sprache, der sich in der Vergangenheit nicht kompromissbereit zeigte, „es wundert mich nicht. Es reiht sich nur ein“, so Trutin.

Stief hatte sich vor einigen Jahren bei der Umgestaltung des Glauburgplatzes mit dem Stadtteilgremium angelegt. Später wehrte er sich gegen Fußball spielende Kinder auf dem Spielplatz, in dem er Schrauben an seinem Tor anbrachte, die die Bälle zerstören sollten. „Herr Stief schottet sich ab, er will das Explora nicht in den Stadtteil integrieren“, sagte die Ortsvorsteherin.

Pöbeleien gegen Besucher

Nicht nur auf Twitter reagierte der Museumsleietr unangemessen. Auf dem Bewertungsportal Tripadvisor griff er Gäste an. Vor einem Monat schrieb eine Frau, dass das Museum sie angesprochen habe, das Personal allerdings kinderunfreundlich und ungeduldig Ausländern gegenüber gewesen sei. „sind sie die dame, die ihre schlecht erzogenen kinder über unsere anspruchsvollen möbel turnen lassen ???mit schuhen !!!…wir haben hier nur nette ausländer und zu denen sind wir auch nett…und ihre kritik ist einfach nur zum kotzen“, schrieb Stief. Andere negative Kritik bezeichnete er als Mobbing.

Im Laufe des gestrigen Sonntags reagierten auch andere Institutionen und Politiker. Das Senckenberg bezeichnete die Aussagen als „unerträglich“ und hieß Flüchtlinge willkommen. Die Landtagsabgeordnete Martina Feldmayer (Grüne) fordert vom Museum Aufklärung und hält Konsequenzen für nötig. Der hessische Landesschülervertreter Luca Manns verkündete via Twitter, unter diesen Voraussetzungen Schulen künftig davon abzuraten, das Explora zu besuchen.

Stief sieht sich im Recht: Am Sonntagabend twitterte er, durch den „Shitstorm“ mehr Besucher gezählt zu haben. (mit han)

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