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11. Januar 2016

Explora: Stadt distanziert sich von Explora

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Nicht mehr erwünscht: Das Explora-Museum ist nicht mehr im Museumsverzeichnis der Stadt Frankfurt aufgeführt.  Foto: Christoph Boeckheler

Nach rassistischen Äußerungen durch den Leiter des Explora-Museums Gerhard Stief im Internet geht die Stadt auf Distanz. Die Stadt verbannte das Museum aus seinem eigenen Internetauftritt. Museumsleiter Stief schweigt bisher zu den Vorfällen.

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Die Stadt Frankfurt hat mit Empörung auf die rassistischen Tweets vom Leiter des Explora-Museums reagiert. Das Kulturdezernat nahm einen Link auf das Museum bereits im Dezember nach fremdenfeindlichen Aussagen von der Website des Museumsufers, die Stadt zieht nun nach. Künftig ist das Explora nicht mehr im Überblick aller Museen im Stadtgebiet gelistet. Museumsleiter Gerhard Stief hatte über den Twitter-Kanal des 3D-Museums Flüchtlinge als „syrische Verbrecher“ und „Gesocks“ bezeichnet und verschlagwortete sie mit „Refugees Out“ (Flüchtlinge raus). Über Monate blieben seine Tweets unbemerkt, bis ein Redakteur des Hessischen Rundfunks am Samstagabend darauf aufmerksam wurde.

Das Kulturdezernat distanzierte sich am Montagmorgen von den Aussagen und verwies noch einmal darauf, dass das Explora ein rein privates Museum ohne städtische Förderung sei. Deshalb habe die Stadt aber auch keine Mittel, um gegen Stief vorzugehen. Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU) nannte die Aussagen „unerträglich und skandalös“.

Mindestens einer der rassistischen Beiträge ist inzwischen zwar gelöscht – unklar blieb, ob von Twitter oder von Stief selbst –, doch Stief fühlt sich offenbar im Recht. Am Sonntagabend verkündete er, an „Tag 1 des Shit-storms“ mehr Besucher in seinem Wissenschafts- und Technikmuseum gezählt zu haben. Stief weilt nach Aussagen von Mitarbeitern im Urlaub und soll erst in drei Wochen wieder in Frankfurt sein. Anfragen der FR ließ er auch am Montag unbeantwortet.

Die Kritik an Gerhard Stief, der das Explora 1995 mit privaten Mitteln und aus persönlichem Interesse im Hochbunker errichtete, hält indes an. Zahlreiche Bürger riefen dazu auf, das Museum am Glauburgplatz nicht mehr zu besuchen und schrieben negative Einträge auf Bewertungsportalen im Internet. Schon vor Bekanntwerden der Äußerungen hatte Stief immer wieder Gäste im Internet beschimpft, die Kritik an seinem Museum äußerten.

Eine linke Gruppe versammelte sich bereits gestern zu einer Protestaktion im Museum, skandierte „Kein Mensch ist illegal“ und verteilte Klopapier in den Räumen. Weitere Protestaktionen seien geplant, wenn Stief wieder in Frankfurt sei. Das Netzwerk NoFragida kündigte Protest für Donnerstagabend, 14. Januar, an. Die Aktivisten rufen zu einer antirassistischen Kundgebung am Explora-Museum in der Lortzing Straße 15 auf. Die Partei Ökolinx unterstützt das Vorhaben. Kulturinstitutionen und Politiker distanzierten sich vom Explora.

Bürger fordern Schulen auf, das Museum zu meiden

Die Tweets würden ein übles Bild auf die aufgeschlossene Kulturszene werfen, hieß es aus dem Kulturdezernat. Das Senckenberg-Museum bezeichnete den Tweet als „unsäglich“, die grüne Landtagsabgeordnete Martina Feldmayer forderte Konsequenzen.

Einige Bürger legten dem Stadtschulamt nahe, Schulen aufzufordern, das Explora als Ausflugsort zu meiden. Bildungsdezernentin Sarah Sorge (Grüne) sei im Bilde, sagte ihr Referent Martin Müller-Bialon der FR. Es werde eine Abstimmung mit dem staatlichen Schulamt erfolgen, ob man eine Empfehlung an Schulen richten werde, das Museum als Ausflugsziel zu meiden. Ein Treffen sei aber noch nicht erfolgt.

Schon in der Vergangenheit hatte sich Museumsleiter Stief vor allem bei Anwohnern im Nordend unbeliebt gemacht. Sein Museum liegt am öffentlichen Glauburgplatz, ein Tor verbindet Museum und Spielplatz. Im März vergangenen Jahres ging er gegen spielende Kinder vor, in dem er an der Torseite, die zum Spielplatz hin zeigt, spitze Schrauben anbrachte. Dabei sollten Bälle kaputt gehen, die Kinder gegen das Tor warfen.

Der Schülerladen Drachennest in der Glauburgstraße zeigt sich erfreut, dass Stief nun von Politikern kritisiert wird. „Bislang wurde er hofiert, obwohl er unsere Kinder schon lange tyrannisiert“, sagte Teamleiterin Loreto Villela. Sie geriet immer wieder mit Stief in Konflikt. „Sobald ein Ball durch das geöffnete Tor flog, hat er uns angebrüllt. Er hat nur darauf gewartet“, so die Pädagogin.

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