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Frankfurt
Berichte und Bilder von allen wichtigen Ereignissen in Frankfurt

19. Dezember 2012

Film Frankfurt: Kino de luxe

 Von 
Lichtstimmung in der Astor Lounge. Foto: peter-juelich.com

Einst drängte sich oben auf der Zeilgalerie das 3D-Cinemagnum. Jetzt protzt dort die Astor Film Lounge. Frankfurt hat sein erstes Luxuskino, dessen Macher "zu den Anfängen zurück" wollen. Als Kintopp auch mal als großgesellschaftliches Ereignis inszeniert wurde.

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Einst drängte sich oben auf der Zeilgalerie das 3D-Cinemagnum. Jetzt protzt dort die Astor Film Lounge. Frankfurt hat sein erstes Luxuskino, dessen Macher "zu den Anfängen zurück" wollen. Als Kintopp auch mal als großgesellschaftliches Ereignis inszeniert wurde.

Goldene Vorhänge fassen den Saal ein, lederne Sessel stehen in großzügigem Abstand zueinander, ein flauschiger Teppich sorgt für Wohnzimmeratmosphäre, und über allem hängt eine Art moderner Kronleuchter, der den Raum in ein buntes LED-Farbspiel taucht. Das ist kein Kino mehr, das ist die Astor Film Lounge. Im achten Stock der Zeilgalerie. Just eröffnet.

Geschäftsführer Hans-Joachim Flebbe will mit seinem Konzept zurück zu den Wurzeln der Lichtspieltheater: Klasse statt Masse lautet das Motto. Dafür hat Flebbe das ehemalige Cinemagnum-3-D-Kino, das im April dieses Jahres schloss, für zwei Millionen Euro umgestaltet. Aus 360 Sitzen sind 201 geworden, die Sessel haben eine flexible Rückenlehne und Fußstützen sowie große Ablagen und einen Flaschenkühler in den Armlehnen. Im Foyer gibt es eine Cocktailbar und eine Garderobe.

„Multiplexkinos sind ausgerichtet auf ein großes Publikum, sie können sich nicht auf jeden einzelnen Gast einstellen“, sagt Flebbe. „Vor allem ältere Besucher fühlen sich dort nicht wohl. Wir wollen die Leute zurückholen, die jahrelang nicht mehr im Kino gewesen sind.“ Deshalb soll ihnen in der Astor Film Lounge der Aufenthalt so angenehm wie möglich gemacht werden.

Doorman und Cocktails

Das beginnt schon vor dem Eintritt: Die Karten kann man sich ohne Systemgebühr im Internet kaufen, das erspart das Anstehen an der Kasse. Am Eingang im Erdgeschoss empfängt ein sogenannter Doorman die Gäste, die mit dem Expressaufzug in die achte Etage befördert werden. Ein Begrüßungscocktail ist im Preis von zwölf bis 16 Euro pro Karte inbegriffen, ebenso wie die Garderobe. Platzanweiser bringen die Gäste zu ihren Sitzen. In den ersten zwanzig Minuten, solange Trailer, Kurzfilme und Werbung laufen, werden Getränke und kleine Speisen serviert. Ein Lichtspiel von 90 Sekunden, begleitet von Entspannungsmusik, soll auf den Film einstimmen. Während der Vorstellung wird nicht bedient.

Für eine Tasse Kaffee zahlt man 2,80 Euro, für einen Tee 3,20 Euro, eine Flasche Bier kostet 3,60 Euro. Daneben wird eine große Auswahl von Weinen angeboten. Für Cineasten gibt es sogar Weine, die Schauspieler Gérard Depardieu oder Regisseur Francis Ford Coppola aus Kalifornien vertreiben, für Wohlhabende eine Flasche Dom Pérignon Vintage für 280 Euro. Popcorn und Nachos sucht man in der Astor Film Lounge vergebens, stattdessen stehen Antipasti, Käseplatte und Gemüsesticks mit Dip auf der Karte (5,50 bis 12,50 Euro). Zum Dessert gibt es Eis, Obstsalat, Kuchen und Torte.

Die Sessel sollen wackeln

Das Programm bezeichnet Flebbe als „gehobenen Mainstream“. Es beginnt mit dem Film „Hobbit“, später wird „Life of Pi“ gezeigt, im Januar der neue Tarantino-Film „Django Unchained“. Auch Vorstellungen von Musikfilmen sind geplant. Die 14.000-Watt-Tonanlage soll, so Flebbe, die Sessel wackeln lassen. Überhaupt ist die Technik auf dem neuesten Stand: Projiziert wird digital, bei Bedarf auch mit 3-D-Effekt und hoher Bildrate, also 48 statt der üblichen 24 Bilder pro Sekunde, wie etwa bei „Hobbit“. Dennoch soll der Film zunächst nur mit der halben Bildrate gezeigt werden – die Innovation soll das ältere Publikum nicht abschrecken. Als erstes deutsches Kino zeigt es Filme zeitgleich synchronisiert und im Original, bei letzteren kommt der Ton per Funk-Kopfhörer.

Seine erste Film Lounge eröffnete Hans-Joachim Flebbe 2008 in Berlin. Mittlerweile gibt es auch Filialen in München und Köln. In Berlin finden Premieren von Fernseh- und Kino-Filmen statt. Flebbe ist ein erfahrener Kino-Mann: Anfang der 90er Jahre gründeten er und andere die Mulitplex-Kette Cinemaxx. Nach zehn Jahren als Vorstand ließ er das Massenkino hinter sich. Nun setzt er auf Qualität und sagt: „Wer einmal hier war, wird oft zum Stammkunden.“

www.astor-filmlounge.de

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