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14. Februar 2013

Flashmob „One Billion Rising“: Frauen demonstrieren gegen Gewalt

 Von 
"One Billion Rising": Frauen protestieren weltweit gegen Gewalt gegen Frauen. (Symbolbild)  Foto: AFP

Hunderte von Frauen versammeln sich in Frankfurt an der Hauptwache und am Hauptbahnhof. Sie beteiligen sich an dem weltweiten Flashmob „One Billion Rising“. Die Aktion soll helfen, weltweit der Gewalt gegen Frauen ein Ende zu setzen.

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Der Flashmob auf der B-Ebene der Hauptwache in Frankfurt hat um 16.45 Uhr noch gar nicht richtig begonnen und trotzdem haben sich schon etwa 200 Frauen und einige Männer dort versammelt, um gegen die Gewalt gegen Frauen anzutanzen und zu -singen. Die Aktion ist Teil des weltweiten Aktionstages „One Billion Rising“. Die Zahl der Teilnehmerinnen in Frankfurt wächst immer mehr an. Wenig später, kurz nach 17 Uhr, sind es schon mehrere Hundert. Sie stehen vor dem S-Bahneingang bis hin zum Kaufhof-Eingang.

Eine der Teilnehmerinnen ist Christiane Scholz (50) vom Frankfurter Frauenchor DonnAcapella. "Manche denken, in Deutschland ist Gewalt gegen Frauen nicht in dem Maße ein Thema wie beispielsweise in Indien. Wir müssen deshalb auch hier für unsere Frauenrechte eintreten", begründet die Mutter dreier Töchter, warum sie zur Hauptwache gekommen ist.

Das sieht die Frankfurter Frauendezernentin Sarah Sorge (Grüne) genauso. Gewalt gegen Frauen gebe es nicht nur in Indien. "Es gibt sie auch in Deutschland, in Frankfurt und in unserer Nachbarschaft", sagt die Grüne-Politikerin in ihrer Rede.

Auch Mädchen protestieren

Nicht nur gestandene Frauen nehmen an dem Flashmob teil. Auch Mädchen sind gekommen, um gegen die Gewalt gegen Frauen zu protestieren - beispielsweise die Mitglieder der Bornheimer Gruppe KSJ Mafalda. Sie halten Plakate mit Aufschriften wie "Kein richtiger Mann schlägt Frauen" in die Höhe.

Der Lärm ist ohrenbetäubend. Eine Samba-Truppe tanzt, begleitet von Trommeln. Die meisten, die zuschauen, schütteln Rasseln. Ein bisschen haben die Organisatoren mit der Tücke der Technik zu kämpfen. Das Video zum Thema Gewalt, das weltweit gezeigt werden soll, muss erst einmal ausfallen. Dafür zeigt eine Tänzerin von Baby Shoo und ihre Schülerinnen den Flashmob-Teilnehmerinnen, wie sie zu dem Protestlied "Break the Chain" tanzen können. Anschließend singen sie das Lied "Wir sind hier" von Kick La Luna.

One Billion Rising: Auch in Frankfurt protestieren Frauen lautstark gegen Gewalt.
One Billion Rising: Auch in Frankfurt protestieren Frauen lautstark gegen Gewalt.
 Foto: Sascha Rheker

Die Stimmen der Frauen sind so laut als sie "Heja Mamma", den Refrain von "Wir sind hier", singen, dass Fahrgäste an den Bahnsteigen sie hören können. Der Chor DonnAcapella singt den Protestteilnehmerinnen die Lieder vor, Anne Breick, die die Samba-Trommler leitet, führt die Masse an.

Um 18 Uhr beginnt ein zweiter Flashmob am Frankfurter Hauptbahnhof, der von Tonya Teichert organisiert worden ist. Dort ist die Zahl der Teilnehmerinnen deutlich kleiner. Etwa 30 Frauen tanzen in der Bahnhofshalle in der Nähe der Fernzüge. Einige Passanten und Fahrgäste zücken ihre Kameras und machen Bilder. Danach bilden die Protest-Teilnehmerinnen vor dem Hauptbahnhof eine Kette. Eine der Aktivistinnen liest aus einem Text "Fertig damit" der feministischen US-Autorin Eve Ensler.

Frauenreferat unterstützt Aktion

Der Flashmob ist Teil des weltweiten Aktionstages „One Billion Rising“. Unter dem Motto „Strike, Dance, Rise!“ waren am Donnerstag Frauen auf der ganzen Welt aktiv. Zu der Aktion in Frankfurt hatte das städtische Frauenreferat dazu aufgerufen, sich mit Plakaten und Instrumenten an dem Flashmob zu beteiligen. Unterstützt wurde die Aktion auch vom Offenbacher Frauenbüro und von den Grünen, die mit einer eigenen Aktion an den Flashmob anschlossen.

Nicht nur in Frankfurt, auch in Mainz und Darmstadt gingen Frauen gegen Gewalt auf die Straße. Weltweit gab es Aktionen in über 200 Ländern. Besonders hohen Zuspruch hatte der Aktionstag in Indien, wo die Vergewaltigung einer Studentin im Dezember heftige Proteste ausgelöst hatte.

Die Idee zu der weltweiten Aktion hatte die feministische US-Autorin und Aktivistin Eve Ensler. Ihr Ziel. Sie will der Gewalt gegen Frauen ein Ende setzen. "Es gibt schätzungsweise eine Milliarde Frauen auf diesem Planeten, denen Gewalt angetan wurde, die vergewaltigt wurden. EINE MILLIARDE FRAUEN", schreibt sie in ihrem Manifest. Deshalb wollte sie am Valentinstag weltweit eine Milliarde Menschen auf die Straße holen. (mit lad)

www.onebillionrising.de

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