kalaydo.de Anzeigen

Frankfurt
Berichte und Bilder von allen wichtigen Ereignissen in Frankfurt

29. März 2012

Flatrate-Trinken und Tanzverbot: Mischt sich die Politik zu sehr ins Partyleben ein?

 Von 
Party auf dem Campus Westend der Goethe-Universität. Foto: Rolf Oeser

Fühlingszeit, Partyzeit: Jugendliche freuen sich über die warmen Tage zum Feiern. Doch es gibt Einschränkungen: Tanzen am Karfreitag verbietet das Feiertagsgesetz. Und Alkohol zum Festpreis stoppt der Landtag im Gaststättengesetz. Geht die Politik zu weit? Reden Sie mit!

Drucken per Mail
Frankfurt a.M. –  

Sogar die sonst so freiheitsliebende FDP stimmte dem Plan zu: Eine Geldbuße von bis zu 10.000 Euro droht Veranstaltern, die alkoholhaltige Getränke zum Pauschalpreis abgeben. Und das, obwohl die Konstruktion über das Gaststättengesetz ein wenig an das Motto "von hinten durch die Brust" erinnert: Wenn Wirte übermäßigem Alkoholkonsum Vorschub leisteten, dürfe angenommen werden, dass sie unzuverlässig seien, erklärte Wirtschafts-Staatssekretär Steffen Saebisch von der sich selbst liberal nennenden Partei. Und also bestraft gehören. Auch die CDU stimmte zu; die oppositionelle SPD und die Grünen fanden Gründe dagegen.

Andererseits: Sind im Eintrittsgeld beliebig viele Getränke enthalten, wird der Alkohol - rein rechnerisch - mit jedem Schluck billiger. Klar, das Geschäftsmodell verführt zum Saufen - nicht nur Rechenkünstler, sondern vor allem Jugendliche, die sonst alleine aus finanziellen Gründen oft weniger trinken würden. Ist der Landtag also doch eher mutig auf dem richtigen Weg, die Bürger vor sich selbst zu schützen?

Der Friedberger Platz

Zweites Beispiel: Am Friedberger Platz in Frankfurt verlängern junge Leute regelmäßig den Markt in die Abendstunden - und machen eine Freiluftparty. Die wird am Ende den Anwohnern zu beliebt - Stadtrat Volker Stein, übrigens von der FDP, will Ruhe und verlegt den Markt auf Mittwoch.

Es folgten viele Gesprächsrunden. Am Ende wagen Anwohner, Händler und Stadt einen erneuten Versuch am Freitag. Diesmal ist um 22 Uhr Schluss.

Dritter Fall: Eine Vorschrift, vor der fröhliche Jugendliche in der kommenden Woche hören dürfen, nennt sich hessisches Feiertagsgesetz. Es bestimmt, dass unter anderem an Karfreitag, Ostermontag, Himmelfahrt und Pfingstmontag allerlei verboten ist - unter anderem "öffentliche Tanzveranstaltungen" und "andere der Unterhaltung dienende öffentliche Veranstaltungen, wenn nicht ein überwiegendes Interesse der Kunst, Wissenschaft, Volksbildung oder Politik vorliegt".

Das erhitzt die Gemüter seit einem Jahr. Stadtrat Volker Stein ist es, der 2011 mit knallharten Strafen droht, um die Vorschrift durchzusetzen. Clubs versuchen, die Vorgaben auszutricksen. Jugendliche provozieren auf dem Römer mit einem Flashmob (Fotostrecke). Tausende protestieren online - vergeblich. Das Tanzverbot bleibt, nur die Grünen fordern weiter eine Reform des Feiertagsgesetzes.

Immerhin will das Ordnungsamt in diesem Jahr nicht zielgerichtet kontrollieren - und hofft, dass niemand einen Club anschwärzt. Weil dann die Stadt eingreifen müsste.

Das sieht - passend zu Ostern - nach einem ziemlichen Herumgeeiere aus. Klar: Der Streit tobt mit Frankfurt in einer Stadt, in der der Anteil der christlich Gläubigen von Jahr zu Jahr besonders schnell sinkt. Ist hier also ein Partyverbot noch zeitgemäß?

Diskutieren Sie mit - hier unter dem Text mit der Kommentarfunktion.

Jetzt kommentieren

Übersicht

Wir informieren Sie aus der ganzen Region. Nachrichten aus Ihrer Stadt können Sie als Newsfeed abonnieren - klicken Sie dazu bitte auf das orange Symbol.

Übersichtsseite Frankfurt/Rhein-Main

Frankfurt

Rhein-Main

Bad Homburg, Hochtaunus

Bad Vilbel, Wetterau

Darmstadt

Kreis Groß Gerau

Hanau, Main-Kinzig

Main-Taunus

Mainz

Offenbach

Kreis Offenbach

Wiesbaden

Online-Kataloge
In eigener Sache

Die Zukunft der Frankfurter Rundschau ist gesichert. Die Eigentümer betonen, es gibt keinen Einfluss auf das gewachsene politische Profil. Chefredakteur Festerling blickt nach vorne: "Wir haben einiges vor."

Anzeige
Glosse
        

Da steht sie auf ihrem Brunnen in der Klappergasse.

Unglaubliche Geschichten aus dem Frankfurter Alltag - notiert von Frau Rauscher.

Felix Helbig ist tot

Mit nur 32 Jahren starb unser Freund und Kollege Felix Helbig am 13. Februar 2013. Auf dieser Seite erinnern wir uns an ihn und veröffentlichen nochmal seine schönsten und bedeutendsten Texte.

Spezial

Ein Schwarzer gerät in der U-Bahn in Konflikt mit Fahrkarten-Kontrolleuren und der Polizei Frankfurt. Am Ende liegt er im Krankenhaus. Die Polizei sieht sich Rassismus-Vorwürfen ausgesetzt. Das Spezial.


Spezial: Vorwürfe gegen Polizei Frankfurt
Zur Sache

Derege Wevelsiep steigt Mitte Oktober mit gültigem Fahrausweis in eine Frankfurter U-Bahn - und wird nach einem Wortgefecht mit Kontrolleuren von herbeigerufenen Polizisten verprügelt.

Wegen seiner Verletzungen muss er drei Tage im Krankenhaus bleiben.

Die Frankfurter Polizei ermittelt intern gegen vier Beamte des 6. Reviers, die der äthiopischstämmige Diplom-Ingenieur beschuldigt, ihn geschlagen zu haben. Sein Anwalt wirft den Beamten Hausfriedensbruch, Beleidigung und Körperverletzung vor.

Im Internet bricht ein Sturm der Entrüstung los, über soziale Netzwerke wird eine Solidaritäts-Demo organisiert.

Auch der Landtag befasst sich mit dem Fall.

Spezials
Social Media
In Twitter informieren wir als FRlokal über Frankfurt und Rhein-Main. Folgen Sie uns!
Spezial: Frankfurt Flughafen

Frankfurt Flughafen - Rhein-Main leidet und profitiert von dem Verkehrsknoten gleichermaßen: kurze Wege, aber viel Lärm für die Anwohner. Der Ausbau ist seit Jahrzehnten umstritten. Das Spezial.


Spezial: Der Flughafen wächst weiter
Mountainbike-Touren im Video
Spezial

Frankfurt unter Peter Feldmann - ein Oberbürgermeister sucht seinen eigenen Stil. Das Spezial.


Spezial: Peter Feldmanns Politik
Instrument lernen in Frankfurt
Trompete steht bei kindern hoch im Kurs.

Musik ist etwas Wunderbares - besonders wenn man selbst ein Instrument erlernt. Doch welche Schule in Frankfurt ist für wen die richtige?

Altenhilfe der FR

Spendenkonten, Bankverbindung, Online-spenden und Informationen zu Spendenquittungen.