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17. Dezember 2014

Flüchtlinge: Ohne Deutsch gibt´s keine guten Jobs

 Von 
Einrichtungsleiterin Yvonne Drill-Bachhuber und Geschäftsführer Friedrich Finger.  Foto: peter-juelich.com

Die AWO betreut viele jugendliche Geflüchtete in Höchst. Mehrere Sprachlehrer kümmern sich um sie. Neun von zehn Jugendlichen landen später in sozialversicherungspflichtigen Berufen.

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Ein schmuckloses Bürogebäude nahe des Höchster Bahnhofs. Hier lernen 64 jugendliche Flüchtlinge, die die Arbeiterwohlfahrt (AWO) im Valentin-Senger-Haus in dem westlichen Stadtteil betreut, Deutsch. Nach Niveau aufgeteilt, sitzen die jungen Leute in zu Klassenräumen umfunktionierten Büros und pauken Akkusativ, Genitiv und Dativ. Mehrere Sprachlehrer beschäftigt die AWO hierfür.

Ohne die deutsche Sprache geht es nicht. Das ist die Leitlinie in der AWO-Einrichtung. „Jeden Tag bekommen die Jugendlichen Unterricht“, erklärt die Leiterin Yvonne Drill-Bachhuber. Die Jugendlichen müssen den Unterricht besuchen. Besonderer Druck sei aber nicht vonnöten, erzählt sie. „Die Leute kommen freiwillig zum Unterricht.“ Sehr viel haben sie ansonsten auch nicht zu tun.

Der Deutschunterricht bildet den Fixpunkt im Alltag der Flüchtlinge. In der übrigen Zeit können sie in den Aufenthaltsräumen des Hauses Billard spielen, gemeinsam kochen und lesen. Die Hauptbeschäftigung ist aber das Warten. Warten auf den Bescheid, wo sie endgültig untergebracht werden und sich ein Leben aufbauen können.

Die meisten sind Jungs

Eigentlich sollen die jungen Leute lediglich sechs bis acht Wochen in der Einrichtung sein. Die meisten von ihnen sind Jungs, die jüngsten 13, die ältesten 18 Jahre alt. Das Valentin-Senger-Haus ist eine Erstaufnahmeeinrichtung. „Unsere Aufgabe ist die gesundheitliche Erstversorgung und Begleitung des sogenannnten Clearingverfahrens“, erklärt Drill-Bachhuber. Innerhalb des Clearingverfahrens wird geklärt, wo in Hessen die Jugendlichen schließlich untergebracht werden. Dies geschieht nicht, wie bei erwachsenen Flüchtlingen und deren Kindern, nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel. Jugendliche Flüchtlinge werden laut Jugendhilfegesetz dort aufgenommen, wo sie sich zuerst gemeldet haben.

In Frankfurt kommen die meisten am Flughafen an. Wenn sie dort das sogenannte Flughafenverfahren durchlaufen haben, kommen sie in eine Erstaufnahmeeinrichtung, etwa das Valentin-Senger-Haus. Dort warten sie auf den Abschluss des Clearingverfahrens und werden dann unter Regie der Jugend- und Sozialämter auf die Kreise, Städte und Gemeinden verteilt. „Hierbei spielt auch das Bilden von Communities eine Rolle“, sagt Drill-Bachhuber. So gebe es in Gießen viele Jesiden und im Umkreis von Herborn viele Eritreer.

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Auch die Wünsche der Jugendlichen würden, falls möglich, berücksichtigt. „Manche wollen lieber in der Großstadt Frankfurt bleiben, andere zieht es in ruhigere Gegenden.“ In der Realität dauert das meist deutlich länger als sechs bis acht Wochen. „Weil es an Ressourcen mangelt, läuft bei der Verteilung der Jugendlichen in Hessen nicht alles reibungslos“, sagt Drill-Bachhuber. Weil einige hessische Landkreise und Gemeinden nicht genügend Plätze für jugendliche Flüchtlinge zur Verfügung hätten, müssten die Einrichtungen in Frankfurt umso mehr Personen aufnehmen.

Dass der Fokus auf dem Sprachunterricht Sinn macht, belegen nach Ansicht von Drill-Bachhuber die geschätzten Zahlen: 90 Prozent der jugendlichen Flüchtlinge landen demnach einmal in sozialversicherungspflichtigen Jobs. Das Wichtigste sei eben die Sprache. Denn ohne sie gebe es keine Perspektive.

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