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17. Dezember 2014

Flüchtlinge: Willkommen, Flüchtlinge

 Von 
Ein junger Mann aus Somalia in seinem Zimmer in der Erstaufnahmeeinrichtung Valentin-Senger-Haus.  Foto: peter-juelich.com

Die Arbeiterwohlfahrt hilft minderjährigen Flüchtlingen mit einem neuen Programm. Deutschkurse sollen die Jugendlichen befähigen, sich hierzulande eine neue Existenz aufbauen zu können.

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Die Arbeiterwohlfahrt müsste einen Teil ihrer Geschichte vergessen, wenn sie sich nicht für Flüchtlinge einsetzte. Das findet zumindest Jürgen Richter. Viele ihrer prägenden Mitglieder, sagt der Geschäftsführer der Frankfurter AWO, hätten in der Nazi-Zeit schließlich selbst Schutz suchen müssen, im Exil in London oder New York. Aus dieser Erfahrung heraus setze die AWO sich für Verfolgte ein – und dafür, dass sie hier gute Startchancen bekämen. „Wir wollen, dass in Frankfurt ein gutes Beispiel für eine ordentliche Willkommenskultur entsteht“, sagt Richter. Das bedeute auch, sich gegen die bundesweit wachsende Pegida-Bewegung zu stellen. Man müsse, findet Richter, „die Flüchtlinge gegen diese Anfeindungen in Schutz nehmen.“

Mehrere Vertreter der AWO und die Frankfurter Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) traten am Mittwoch vor die Presse, um das neue Projekt „Herzlich ankommen“ vorzustellen. Die AWO-Verbände aus Frankfurt und Südhessen koordinieren damit die Arbeit von ehrenamtlichen Helfern, die sich für unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge engagieren.

Viele wollen helfen

In den letzten Monaten habe es eine Flut von Hilfsangeboten von Bürgern gegeben, sagt Pilar Madariaga, die bei der AWO für die Organisation zuständig ist. Konkret angepasst auf den Bedarf der AWO-Wohneinrichtungen für junge Flüchtlinge habe man daher etwa eine Koch-AG und eine Kunst-AG entwickelt, die von Ehrenamtlichen geleitet würden. Alle Helfer – von Schülern über Studierende bis hin zu Rentnern – würden von der AWO professionell geschult. Für den nächsten Einführungs-Workshop gebe es schon 60 Anmeldungen, sagt Madariaga.

Sozialdezernentin Birkenfeld lobt die AWO für ihr vorbildliches Engagement. Seit einigen Monaten stiegen die Flüchtlingszahlen enorm. Allein 880 Minderjährige seien in diesem Jahr schon in Frankfurt angekommen, sagt sie. Neben der gesetzlichen Pflicht der Kommune, sie unterzubringen, sei es begrüßenswert, dass sich ehrenamtliche Helfer um die „Kür“ kümmerten – die Integration der Menschen. „Wir sind sehr froh, dass hier so ein Willkommenssignal gesetzt wird“, sagt Birkenfeld. Ehrenamtliche Helfer könnten neben der Unterstützung für die Kinder und Jugendlichen auch als „Botschafter“ in die Bevölkerung wirken und etwa helfen, Ängste vor steigenden Flüchtlingszahlen abzubauen.

Mehr dazu

Anna Börner ist eine derjenigen, die schon jetzt mit jungen Geflüchteten zusammenarbeitet. Die 28-Jährige leitet eine Kunst-AG für junge Flüchtlinge, die im Johanna-Kirchner-Altenzentrum der AWO leben. „Das sind sehr herzliche Menschen“, sagt Börner. Schon beim zweiten Treffen hätten die Jungen und Mädchen sich auf sie gefreut und sie zur Begrüßung umarmt. Manchmal helfe sie ihnen auch bei den Hausaufgaben. Sie sei immer wieder erstaunt, wie sehr die Jugendlichen sich bemühten, Deutsch zu lernen. Die schrecklichen Kriegsbilder aus Syrien hätten sie motiviert, sich für Asylsuchende zu engagieren, sagt Börner. „Gerade diese Menschen brauchen viel Unterstützung.“

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