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16. Januar 2013

Flughafen Frankfurt Fluglärm: SPD weist Lärmgegner ab

 Von  und 
Fallschirmtouristen über Frankfurt. Foto: Ja zu FRA!

Versuch gescheitert: Aktivisten wollten den Protest gegen Landebahn in die SPD tragen, doch die lehnte eine Aufnahme der Fluglärmgegner ab. Für Ärger sorgt vor allem ein Werbespot der Initiative "Ja zu Fra", in dem Touristen mit Fallschirmen über Frankfurt abspringen.

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Versuch gescheitert: Aktivisten wollten den Protest gegen Landebahn in die SPD tragen, doch die lehnte eine Aufnahme der Fluglärmgegner ab. Für Ärger sorgt vor allem ein Werbespot der Initiative "Ja zu Fra", in dem Touristen mit Fallschirmen über Frankfurt abspringen.

Die Gegner der Nordwest-Landebahn des Flughafens gehen neue Wege und verschärfen den Kampf, um doch noch eine Schließung der ungeliebten Piste zu erreichen. 36 Aktivisten stellten jetzt bei der SPD Sachsenhausen den Antrag, Mitglied der Partei zu werden – allerdings vergeblich. Es ging ihnen darum, den SPD-Fraktionsvorsitzenden im Ortsbeirat 5, Ralf Heider, zu unterstützen, der ebenfalls für die Stilllegung der Landebahn kämpft.

Zugleich laufen die Bürgerinitiativen (BIs) Sturm gegen die Kampagne des Vereins „Ja zu Fra“, die für die Landebahn eintritt. Heider fordert in einem Antrag die Stadtverordnetenversammlung auf, sich dafür einzusetzen, dass Fraport die Kampagne einstellt; besonders ein Video zeige „einen deutlichen Mangel an Empathie“, wie es im Antrag heißt.

Aufnahme abgelehnt

In der SPD im Süden tobt derweil ein heftiger Streit. Der 50-jährige Heider will SPD-Landtagskandidat für den Frankfurter Süden werden, muss sich aber dafür gegen die 52-jährige frühere Ortsvereinsvorsitzende Petra Tursky-Hartmann durchsetzen, die ebenfalls die Kandidatur anstrebt. Sie hält eine Schließung der Landebahn für unrealistisch.

Die 36 Fluglärmgegner kamen zur jüngsten Sitzung des Sachsenhäuser Ortsvereinsvorstands – mussten aber erleben, dass dieser ihre Aufnahme in die SPD ablehnte. Der Ortsvereinsvorsitzende Thomas Murawski sagte, 15 von 23 Vorstandsmitgliedern hätten den Eintritt der Fluglärmgegner verworfen. Denen sei es nur darum gegangen, die Mehrheitsverhältnisse in der Mitgliederversammlung am 19. Januar zu beeinflussen. An diesem Tag entscheidet der mit 330 Mitgliedern stärkste Frankfurter SPD-Ortsverein über die Delegierten, die später den Landtagskandidaten wählen. Murawski sprach von einem Versuch der Manipulation, „der jede Form von innerparteilicher Demokratie ad absurdum führt.“

Kampf um Parteibeitritt

Fluglärm-Gegner Heider sagte dagegen: „Die SPD sollte doch froh sein, dass so viele neue Mitglieder kommen.“ Er habe die Ausbaugegner aufgefordert, in die SPD einzutreten. Dass 36 Bürger sich der Partei anschließen wollten, sei „total klasse – das ist Demokratie!“ Heider nannte die Ablehnung des Beitritts einen „parteischädigenden Skandal“. Es werde „mit undemokratischen Tricks“ versucht, die Mitglieder der Bürgerinitiativen aus der SPD draußen zu halten.

Der Kampf für die Stilllegung der Landebahn sei Beschlusslage des Ortsvereins Sachsenhausen. Die Fluglärmgegner wollen jetzt Widerspruch beim SPD-Unterbezirksvorstand einlegen, um doch noch ihre Aufnahme in die SPD zu erreichen. SPD-Unterbezirksgeschäftsführer Andreas Heusinger von Waldegge erklärte, den Eintritt abzulehnen, sei gemäß Satzung das Recht des Ortsvereins.

Video sorgt für Ärger

Das Video, das die Initiative „Ja zu Fra“ Ende Dezember 2012 im Internet veröffentlichte und das auch im Werbeblock der Frankfurter Kinos läuft, ist den Fluglärmgegnern besonders sauer aufgestoßen. Der einminütige Spot zeigt Touristen, die mit einem Fallschirm über der Stadt abspringen und Geschäftsleute, die am Mainufer umständlich aus einem U-Boot klettern. „Solange wir Sie nicht in den Urlaub beamen können, solange brauchen wir den Flughafen Frankfurt“, heißt es zum Video, das Menschen zeigt, die sich vor dem Römer vor einer Plattform anstellen, die sie zu einem anderen Ort „beamen“ soll. Heider hält die Kampagne für wenig seriös. Er bezeichnet den Spot sogar als albern, es ließe zudem jegliches Verständnis für die von den negativen Auswirkungen der neuen Landebahn Betroffenen vermissen.

„Die Kampagne ist nicht darauf ausgelegt, Konfrontationen heraufzubeschwören“, sagt Mike Peter Schweitzer, Sprecher von Fraport. „Ja zu Fra“ ist ein Verein, den die Deutsche Lufthansa AG, die Fraport AG und die Condor Flugdienst GmbH gemeinsam gegründet haben. Man wolle lediglich eine Plattform für die positiven Aspekte des Wirtschaftsstandortes und Drehkreuzes Flughafen bieten. „Wenn sich die andere Seite eine Stimme verleiht, nehmen wir uns das Recht, den Befürwortern Raum für positive Rückmeldungen zu geben“, so Schweitzer.

Die Reichweite der Kampagne dürfte durch die finanziellen Mittel der drei beteiligten Unternehmen größer sein als die der BIs.

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