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Fortsetzung zu „Westendladies“: Intrigen und Affären

Böse Zungen beschreiben Frauen wie Katharina Sulzbach als „Taunustörtchen“. Die Autorin kommt in ein Café am Frankfurter Opernplatz. Sie ist schlank, sportlich und gar kein Törtchen. Offen erzählt sie über ihr Leben selbstbewusst und mit Humor.

  Schreibt wenn sie mit dem Hund Joggen war: Katharinas Sulzbach
Schreibt wenn sie mit dem Hund Joggen war: Katharinas Sulzbach

Ihr erster Roman „Westendladies“ war ein großer Erfolg. Vor allem die Frankfurterinnen haben ihn sehr gern gelesen. Im Herbst nun wird eine Fortsetzung beim Verlag Droemer Knaur erscheinen. Was werden Ihre drei Protagonistinnen erleben?

Der zweite Band wird sehr spannend. Es ist ein Roman, in dem es um Intrigen, Affären, Schulmobbing, Anlagebetrug und Kunstfälschungen in Zürich geht. Dorthin ist Susanne gezogen. Aber auch in Königstein, wo Heike inzwischen lebt, wird es abenteuerlich. Claudia ist weiter in Frankfurt, auch ihr Leben bleibt spannend.

Zur Person

Katharina Sulzbach, geboren in Wiesbaden, lebt mit Mann und drei Kindern in Kronberg. Sie studierte Rechtswissenschaften und Kunstgeschichte in Frankfurt und Paris.

„Westendladies“ war ihr Erstlingsroman. Er erschien im Frankfurter Verlag Weissbooks in drei Auflagen (rund 7500 Exemplare).

Beim nächsten Talk im FR-Foyer wird sie mit den beiden Autorinnen Felicitas Pommerening und Ursula Ott über Lebensentwürfe von Frauen diskutieren. „Ratlos im Wunderland – wie Frauen heute leben sollen, wollen und können“ ist die Veranstaltung überschrieben. Moderation: Katharina Sperber. Dienstag, 28. Februar, 19.30 Uhr. FR-Depot, Karl-Gerold-Platz 1. Der Eintritt ist frei.

Wie sind Sie auf die Idee mit den „Westendladies“ gekommen?

Ich war in Elternzeit mit meinem zweiten Kind. Na ja, wenn die Kinder dann in den Kindergarten gehen, hat man doch etwas Zeit. Ich kannte Frauen, die verbrachten diese immer auf der Goethestraße, gingen shoppen und tranken Kaffee. Mir war das zu langweilig und zu hohl. Die Figuren im Buch basieren aber nicht auf konkreten Personen, sie sind frei erfunden. Und ich habe schon immer gern geschrieben. Beim Verfassen der „Westendladies“ merkte ich, dass mir das Ironische leicht von der Hand geht.

Sie haben drei Kinder und arbeiten als Justiziarin in einem großen börsennotierten Konzern. Wie kriegen Sie das alles unter einen Hut?

Ich habe mich für die Zeit, in der ich am zweiten Band schreibe, in meinem Unternehmen beurlauben lassen. Abgabetermin ist im März.

Wann schreiben Sie?

Morgens, nachdem ich mit dem Hund joggen war und die Kinder in der Schule sind. Auch während des Tages und am Abend, ganz wie es Hausarbeit und Kinder zulassen. Ich bin auch nicht immer kreativ. Manchmal sprudelt es, manchmal stockt es.

Viele Menschen trennen scharf zwischen Freizeit und Arbeit. Das tun Sie nicht. Bei Ihnen sind die Grenzend fließend.

Das ist aber nicht die Regel. Die meisten Menschen arbeiten doch nine to five, Frauen oft nur halbe Tage. Bei mir ist das anders, ich schreibe, wann immer mir etwas einfällt. Und überhaupt denke ich immer an mein Buch. Wenn ich Zeitung lese, notiere ich mir oft etwas, wenn ich im Theater bin, schreibe ich rasch etwas in mein Smartphone. Zum Beispiel fiel mir bei der Premiere von Hamlet die Lösung für eine Szene in meinem Roman ein. Auch bei Shakespeare geht es ja letztlich meistens um Intrigen. Hingegen sind als Justiziarin bei mir auch Arbeit und Privatleben strikt getrennt. Ich habe meine Gerichtstermine, meine Akten, die ich abarbeiten muss. Und damit ist die Sache erledigt.

Claudia in „Westendladies“ ist Anwältin, hat drei Kinder und nimmt sich auch Arbeit mit nach Hause.

Ja, zwangsläufig, weil sie die Arbeit im Büro nicht schafft. Aber sie hätte es gern anders.

Die Frauen in ihren Büchern haben eine Vorstellung vom guten Leben, doch plötzlich durchkreuzen Männer, Schwiegermütter oder Berufskarriere die Pläne. Die Frauen berappeln sich, aber leicht ist das nicht. Gehen Männer stringenter durchs Leben?

Ich glaube, auch Männer haben in ihren Berufen oder Familien Probleme damit, dass nicht immer alles so läuft, wie sie es sich vorstellen und wünschen. Aber sie zeigen es vielleicht nicht so deutlich wie Frauen. Und ich glaube, dass junge Frauen heute selbstbewusster und entschiedener an ihrer Berufstätigkeit festhalten, auch wenn sie Kinder bekommen. Denn dafür spricht vieles. Schauen Sie sich das neue Unterhaltsrecht an. Mütter müssen, wenn die Ehe scheitert, in der Regel ab dem dritten Lebensjahr des Kindes wieder arbeiten. Ich würde meinen Töchtern auch raten, dass sie nicht aus dem Job aussteigen, wenn sie heiraten und Kinder bekommen. Bei mir war das anders.

Aber Sie sind doch auch Mutter, Autorin und Justiziarin.

Ja, aber nicht auf einer vollen Stelle. Meine Kolleginnen, die gar kein oder nur ein Kind haben, sind heute Abteilungsleiterinnen. Das kann ich nicht mehr aufholen. Will ich auch nicht, ich habe mich anders entschieden und ich bereue diese Entscheidung nicht.

Interview: Katharina Sperber

Datum:  22 | 2 | 2012
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